Peinliche Spiele, die „niemand“ spielt…

Muss man sich für’s Zocken schämen? Nun, es gibt Spiele, die es eigentlich nicht geben dürfte, ganz klar. Lassen wir die Hakenkreuzgeschichten mal außen vor, aber manche „Spiele“ sind wirklich nicht als Spiel zu bezeichnen und gehören direkt verboten. Ich gehe jetzt nicht auf die Titel ein, denn auch die Andersartigen und die Minderjährigen folgen meinen Ausschweifungen und ich werde mich hüten, als Anstifter zu gelten.

Mir geht es eher um Spiele, die „niemand“ spielt, aber die Entwickler und Publisher verdienen einen Arsch voll Geld damit. Das ist exakt das Gleiche mit Pornos. Fragt man jemanden dazu, wird entweder abgewunken, ein blöder Kommentar mit einer anschließenden Beleidigung ist die Folge („Du Abnormer“, „du Perversling“ oder „du abnormer Perversling“, etc.) oder man wird wortlos einfach stehengelassen. Da fragt man sich doch, wieso die Pornoindustrie milliardenschwer ist. Dass allein nur arabische Scheichs so viel Knete für das Geknatter ausgeben, ist anzuzweifeln, also irgendwer lügt doch wie gedruckt.

Ich bin hier, um mich zu outen. Nein, ich stehe schon noch auf die Damenwelt und mein Hintereingang ist und bleibt definitiv eine Einbahnstraße. Mir geht es darum, endlich sagen zu können:

„Ja! Ich spiele Dance Central und anderen Kram!“

So, jetzt ist es raus!

Was ist denn entspannender, als sich nach getanem Tagwerk einfach vor den Schirm zu hocken, Dance Central, Moss, Bound oder Job Simulator zu spielen? Das Gehirn schaltet bis auf die lebensnotwendigen Minimalfunktionen ab (Atmung, Augen bleiben auf und der Darmausgang bleibt geschlossen…) und gedankenverloren sitzt man vor der Kiste, um zu tanzen, kleinen Mäusen zuzuschauen oder in kunstvoll geschmückten Umgebungen herumzustreunen. An freien Tagen kann es auch actionreicher zugehen und ein Touring Carts kommt auf den Spieletisch, ein Battlewake oder ein Contagion VR wird angeworfen, um seine negativen Vibes, die man an den sonstigen Tagen anhäuft, loszuwerden. Richtig prall kommt es zu Begegnungen der fünften Art, wenn man all seinen Gelüsten bei Arizona Sunshine nachgeht, aber es ist halt nicht die Regel.

 

Mein Gehirn ist nicht dafür geschaffen, draußen spazieren zu gehen, auf Berge zu klettern oder Rad zu fahren. Ich laufe nicht weiter, als mein Motorrad lang ist. Dafür habe ich so ‘n Ding und nutze es auch. Ich selbst störe mich nicht an meiner gepflegten Monitorbräune, sollen andere sagen, was sie wollen. Genau so ergeht es mir auch mit meiner Spieleauswahl. Ich gebe zu, dass ich auch mal Spiele spiele, die als Mädchenspiele verschrien sind (wurde mir tatsächlich von einem achtjährigen Pimpf um die Ohren gehauen) und damit war tatsächlich Bubble Witch Saga 2 gemeint. Auch da wird geschossen, auch da kommt es auf`s Aiming an, auch da sind böse Hexen, die arme Tiere gefangen genommen und in scheinbar für sie undurchdringbare Blasen gesperrt haben, um sich später an ihnen zu laben oder andere, widerliche Dinge zu treiben.

Das ist euch „Hardcore-Shootern“ nicht brutal genug? Erzähl die Story so mal einem Grundschulkind. Das wird wochenlang sein Bett vollnässen und zum Kinderpsychologen müssen, um solche Horrorstories zu verarbeiten.

Überlegt man es sich einmal, dann sind Titel wie Onward, Pavlov VR und Konsorten ein Witz dagegen. Es ist Krieg, Gut gegen Böse, A gegen B. Fertig. Ein Horror? Nein! Soldaten, Peng-Peng, fertig. Und dann kriegt man den Begriff „Mädchenspiel“ von einem kleinen Lümmel um die Ohren geknallt. Unglaublich…

Sollte man wirklich alles zocken?

Um einer Sache vorzubeugen: Spiele wie Farmville sind tabu, also für mich. Wie es euch dabei geht, weiß ich nicht, aber solltet ihr euch als männlicher Part der Erdbevölkerung mit diesem Spiel beschäftigen, so akzeptier` ich das. Ok, den rosafarbenen Schal um euren Hals müsst ihr nicht erklären, aber von mir würdet ihr nicht verurteilt.

Also mal im Ernst (Nein, das ist nicht Ernst, das ist Walter, der hat nur von Ernst die Mütze auf…), meine Platte ist voll mit so gut wie allen Shooter-Games, die es in den vergangen zwei oder drei Dekaden auf den Markt geschafft haben. Auch oberbrutale Titel, bei denen es nicht um das Gameplay per se geht, sondern um die Art, jemandem schlicht und einfach das Licht auszublasen. Vom Erwürgen mit einer Plastiktüte, dem Brechen des Genicks oder dem Erschießen in jeweils mehreren Varianten. Kenner der Szene sind die Titel durchaus bekannt, aber wie schon erwähnt, ich mache keine Werbung dafür, um dem selbst auferlegten Bildungsauftrag und dem Jugendschutz zu huldigen. Da nimmt man doch besser den Vacation Simulator und vergnügt sich regelkonform…

Aber selbst jemand wie ich sehnt sich ab und zu nach körperlicher Nähe und Zärtlichke… Spielen, die einem Manne normalerweise nicht so gut zu Gesicht stehen, aber dennoch als sinnloser, entspannter Zeitvertreib durchaus ihren Dienst tun. Muss man immer nur ballern, schießen, splattern, battlen und entzombifizieren (das Wort nimmt mir KEINER!)? Darf man als Mann nicht einmal entspannt bei Kerzenlicht in der Badewanne masturb vor sich hinträumen und abschalten? Ich finde, so etwas darf nicht nur der Frauenwelt vorbehalten sein und wir Männer haben auch ein Recht auf seichte Unterhaltung.

Findet ihr nicht auch?

Ich bin dann mal weg und spiele `ne Runde Cooking Simulator bei Kerzenlicht und… äh… träume vor mich hin. Klingt doof, ist aber lustig…

PS: Heute ist Weltvegantag… Interessiert aber kein Schwein, sollte nur mal gesagt werden…

Grüße!

Euer entspannter

Knoedeltoni aka Axel

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1 Kommentar

  1. Ich persönlich finde, daß die Spielekategorisierung von „Männer“- und „Mädchenspielen“ schon lange vorbei sind, sehr lange, schon vor der VR Zeit. Ich erinner mich noch, wie alle aus der Clique wie bescheuert Candy Crush Saga auf dem Handy gespielt haben. Viele haben die Sims gezockt, oder ähnliche leichte Kost. Was eher die Norm ist, daß man doof angeschaut wird, wenn man Fortnite (Kinderspiel), Farming Simulator (du bist ja komisch drauf), oder WoW (fett, keine Freundin und bei Mama im Keller) zockt. Das erstmal vorweg zu den Vorurteilen. 🙂

    Was jetzt den VR Bereich angeht, hab ich ehrlich gesagt noch kein einziges Spiel gesehen, wo ich sagen würde, „Das ist nur für Mädchen“. Jeden VR Zocker den ich kenne hat fast schon alles mal gezockt und käme garnicht auf die Idee das Spiel und den Spieler auf Grund einer Genderzuordnung zu kritisieren. Was wohl eher peinlich wäre für einige sind die „Erwachsenen“spiele, oder „Programme“. Stell ich mich bei Steam auf unsichtbar, wenn ich VR Paradise, VR Kanojo, ect. spiele? Aber die Spielzeit sieht man eh, ausser man stellt sein Profil auf Privat. „Oh er hat wieder den Deo-Player an, der wedelt sich wieder ein von der Palme.“ Steam kann sehr viel zeigen, ohne wirklich was zu zeigen, was Spieler auf der Platform tun. Schaue ich VR Pornos, zocke ich VR Ferkelspiele? Klar, warum auch nicht? Das sollte heute eines der normalsten Dinge sein, wenn Frau oder Mann seinen bedürfnissen nachgeht…wobei für Frauen gibt es Spielemäßig kaum was im Erwachsenen Bereich, warum eigentlich? Wäre mal interessant eine Antwort darauf zu finden. Oder sind wir Männer einfach nur notgeil? 😉

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