Neue VR-Brille DecaGear mit hoher Auflösung und niedrigem Preis vorgestellt (Update: Mehr Infos)

Einige Ankündigungen kommen aus dem Nichts: DecaGear beispielsweise. Das neu vorgestellte VR HMD bietet interessante technische Daten.

Update 31. Oktober:

Und schon wieder hat Sebastian neue und exklusive Informationen zur DecaGear. Besser noch: Er hatte zwei Mitglieder des DecaGear-Teams im MRTV-Interview. Dabei stellte er unter anderem auch Fragen, die von seinen Zuschauern an ihn herangetragen wurden, beispielsweise zur Finanzierung der VR-Brille und zu weiteren technischen Daten. Interessant: Der FoV beträgt doch nur 114 Grad statt wie zuerst mit MRTV kommuniziert 117 Grad – bei diesem Wert handle es sich laut den Entwicklern um das rechnisch maximal mögliche mit der aktuell genutzten Technik, die momentan genutzten Linsen ermöglichen aber nur 114 Grad. In Zukunft ist aber die Entwicklung von Doppellinsen für ein etwas höheres FoV von 120 Grad geplant.

Zur Finanzierung soll ein Kickstarter eröffnet werden, allerdings erst, nachdem Content Creator erste Testmuster für eigene Erfahrungen bekommen haben. Laut dem Deca-Team soll eine positive Reaktion der Tester die Voraussetzung für den Kickstarter sein. Bislang wurde die Hardware durch Eigenmittel finanziert.

Da es für ein unbekanntes Hardwareteam schwierig ist, das Vertrauen der VR-Community zu gewinnen, sollen viele Informationen transparent weitergegeben werden – unter anderem mit Interviews wie dem bei MRTV.

Sorgen gab es bei einzelnen wie ein so kleines Unternehmen die Fertigung der Hardware lösen möchte, laut Interview sind die Entwickler aber bereits mit verschiedenen Produktionsstätten im Gespräch, wo die finale Fertigung stattfinden soll.

Interessant: Die Berechnungen für das Tracking finden direkt im Headset statt und nicht wie bei Oculus oder WMR PC-Headsets gewohnt auf dem PC. Das bestätigt natürlich das Vorhandensein eines dedizierten Prozessors in der VR-Brille. Es spricht für uns einiges für Sebastians Theorie, dass hier der XR2-SoC zum Einsatz kommt, der auch die Ouclus Quest 2 befeuert (Update: Wie er im Alternative-Realitäten-Podcast erklärte, basiert die DecaGear 1 allerdings nicht auf dem Qualcomm Referenzdesign). Allerdings ist das Headset nicht für den autarken Betrieb ausgelegt sondern als reines PC-HMD konzipiert.

 

Technische Daten der DecaGear 1

  • 2 Displays
  • 2.160 x 2.160 Pixel Auflösung pro Display, LCD
  • 90 Hz Refreshrate
  • IPD von ca 62 bis 72 mm einstellbar
  • FoV 114 Grad mit Option auf später entwickelte Doppellinsen für 120 Grad
  • Tracking per Kamera-Inside-Out mit 4 Weitwinkelkameras 150 Grad
  • Gesichtsracking mit zwei IR-Kameras
  • Trackingberechnung erfolgt im Headset, nicht auf dem PC wie bei Oculus und WMR
  • Mustererkennung beim Tracking statt blinkender LEDs
  • Anschluss mit Displayport und USB 3.0

Die folgende Grafik zeigt alle wichtigen Informationen, danke an das VR-Forum.

Zusammenfassung des MRTV-Interviews mit DecaGear

Update 27. Oktober:

Und schon wieder hat Sebastian von MRTV bisher nicht bekannte Informationen: Direkt von Megadodo (der Firma hinter DecaGear, Fans von „Per Anhalter durch die Galaxis“ dürften den Namen kennen) konnte er in Erfahrung bringen, dass der FoV (diagonal) 117 Grad beträgt. In Kürze folgt zudem ein Videointerview mit den Menschen hinter der DecaGear. Wir sind gespannt.

Weiterhin zeigt er sich zuversichtlich, dass es sich tatsächlich um ein reales Produkt handelt. Zudem bestätigt Valve, dass die Entwickler der DecaGear Kontakt aufgenommen haben, um die Einbindung in SteamVR zu besprechen – finale Hardware konnte Valve aber noch nicht testen.

In unserem gemeinschaftlichen Podcast „Alternative Realitäten“ spekuliert Sebastian, dass Deca auf das Qualcomm-VR-Referenzheadset aufbaut – ähnlich wie vielleicht HP. Zumindest stimmen Daten wie die Displayauflösung und die Nutzung von Kameras zum Tracking (die Referenzplattform unterstützt bis zu sieben unabhängige Kameras, Deca nutzt vier für das Tracking und zwei weitere für Facetracking).  Das offenbar nur aus einem Akku bestehende DecaAir würde für eine Funkübertragung weitere Hardware wie ein WLAN-Modul und sinnvoll arrangierte Antennen benötigen, von denen Deca aber nicht spricht. Das lässt die Vermutung zu, dass das Headset selbst bereits mit der nötigen Hardware ausgestattet ist – die eventuell auch das Tracking verantwortet. Sollte es sich um ein Design auf Basis der Qualcomm-Referenz handeln, könnte dafür sogar der XR2-Prozessor der Oculus Quest 2 bereits verbaut sein. Jedoch ohne offenbar die Möglichkeit, die DecaGear explizit ohne PC zu nutzen wie bei Oculus Quest 2. Einen passenden Store mit ausreichend Software hätte Deca sowieso nicht vorzuweisen, weshalb der Verzicht auf dieses Feature gerade für ein kleines Unternehmen (aktuell nur 17 Mitarbeiter) sinnvoll erscheint, selbst wenn die Hardware theoretisch vorhanden wäre.

Sebastian ruft in seinem Video auf, ihm Fragen an die Entwickler der DecaGear zukommen zu lassen. Er sucht dann die besten aus und vielleicht habt ihr so die Chance auf Beantwortung.

 

Ursprüngliche News:

Wenn ein bisher unbekannter asiatischer Hersteller ein verlockend klingendes VR-Headset vorstellt, sind wir erst einmal skeptisch. Die technischen Daten des DecaGear genannten Headsets des in Singapur ansässigen Unternehmens Deca klingen allerdings durchaus spannend, so dass wir hoffen, mit unserer Skepsis falsch zu liegen. DecaGear wird von seinem Start-Up-Hersteller Deca als ideales Multiplayer-Headset beworben, „Erstellt mit VRChat, Pavlov, Star Strek: Bridge Crew im Kopf“, wie auf der Webseite des Herstellers zu lesen ist. Zudem will Deca ein eigenes VR-MMO entwickeln.

DecaGear : So hochauflösend wie HP Reverb G2

So lösen die Displays der VR-Brille mit 2.160×2.160 (pro Auge) genauso hoch auf wie bei der HP Reverb G2 – und der  können wir aus eigener Vorserienerfahrung ein extrem scharfes Bild attestieren. Eine Einstellmöglichkeit des IPD gibt es praktischerweise ebenso. Die beiliegenden Controller wirken wie eine Mischung aus Oculus Touch und Index Controllern, bieten also auch einen Gurt um sie an der Hand festzuzurren. Getrackt wird mit Inside-Out über vier Kameras im Headset. Spannend sind auch zusätzliche Features wie zwei für Gesichtstracking gedachte Kameras im Inneren des Headsets. Richtiges Eyetracking ist damit allerdings wohl eher nicht möglich, dafür bietet sich aber die Möglichkeit, Gesichtsausdrücke per VR zu übermitteln.

Optional bietet Deca noch einen zusätzlichen Tracker an, der an der Hüfte befestigt Bewegungen der unteren Körperregion trackt und eine bessere VR-Fortbewegung ermöglichen soll. DecaMove nennt sich das Addon, es ist aber nicht das einzige Zusatzgerät für die DecaGear. Weiterhin soll es für 49 Dollar mit DecaAir einen an der Kopfhalterung anzubringenden Zusatzadapter geben, mit dem Wireless Streaming vom PC zur VR-Brille möglich sein soll. Der integrierte Akku soll bis zu sechs Stunden halten, die Übertragung erfolgt via WiFi 5 oder 6 – also nicht wie bei HTCs Vive Wireless mit 60 GHz.

Vorbestellungen sind bereits möglich

Das bereits für 2021 angekündigte VR-Headset soll mit 450 US-Dollar erstaunlich günstig angeboten werden. Ihr könnt euch bei Interesse über den Fortschritt informieren lassen oder bereits vorbestellen – allerdings kostet euch das vorab 10 US-Dollar, die restliche Summe wird dann bei Lieferung fällig. DecaGear soll übrigens alle SteamVR-Titel unterstützen und bietet natürlich 6DOF.

Die Inside-Out getrackten Controller erinnern an eine Mischung aus Oculus Touch und Index Controller.

Die Gedanken der VR-Legion zur DecaGear

Das große Fragezeichen an DecaGear ist allerdings das herstellende Unternehmen selbst. Deca ist bisher nicht durch Hardwareprojekte aufgefallen und der Preis des Headsets klingt erstaunlich günstig angesichts der technischen Daten. Inside-Out-Tracking kann zwar gut funktionieren, wie zuletzt bei Oculus und der HP Reverb G2 gesehen – muss aber nicht, wie HTC mit der Cosmos beweist.

Der Wireless-Adapter nutzt zwar nur WiFi 5 oder 6, das muss aber kein Ausschlusskriterium für gute Latenzen sein. Hier beweist Virtual Desktop auf Oculus Quest, dass sich VR-Inhalte in guter Qualität kabellos übertragen lassen, ein guter Router und idealerweise 5 GHz WLAN vorausgesetzt. Ob Deca hier mit einer eigenen Lösung mit dem seit geraumer Zeit in Entwicklung befindlichen Virtual Desktop mithalten kann? Wir werden es sehen. Alles in allem klingt DecaGear eigentlich zu gut um wahr zu sein. Aber wie erwähnt, wir würden uns freuen, wenn unsere Skepsis unbegründet sein sollte. Der Markt kann ein günstiges und hochauflösendes VR-Headset mit interessanten Ideen wie dem Hüfttracker und Gesichtstracking gut gebrauchen. Nun muss das Unternehmen allerdings tatsächlich liefern.

Quelle: Deca

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1 Kommentar

  1. Dann sollte HP mal schnell den Markt fluten, also nicht so wie Nvidia 😀
    Bei 17 Mitarbeitern ist das Risiko groß das die schnell dicht machen und Kunden auf defekten Geräten sitzen bleiben.

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