Oculus Quest: Update bringt 3DoF-Modus, besseres Tracking, mehr Bluetooth-Optionen

Oculus rollt aktuell ein Update für Oculus Quest aus, das zahlreiche interessante Neuerungen mit sich bringt. Wir haben es ausprobiert.

Schon seit einigen Tagen verteilt Oculus das Update auf Firmware Build 7.0 (Headsetversion 333700.2680.0) mit vielen teils lang ersehnten Änderungen. Sollte das Update bei euch trotz aktiviertem „automatische Updates“-Schalter noch nicht angekommen sein: Oculus schickt es in Wellen heraus, mitunter dauert es ein paar Tage. Das Warten lohnt sich: Es sind einige Features hinzugekommen, die John Carmack vor kurzem erst via Twitter angekündigt hat.

Verbessertes Tracking

Ein oft gehörter Kritikpunkt des Inside-Out-Trackings der Oculus Quest ist der Fakt, dass das Tracking nicht gut funktioniert, wenn die Controller sich zu nah an den Kameras der Brille befinden. Da bei zu wenig Abstand zu Kamera die einzelnen Infrarot-Lichtsignale nicht mehr unterschieden werden können, verloren die Controller in der Vergangenheit schnell das Tracking bei Spielen mit realistischem Waffenhandling. Tatsächlich ist dem Oculus-Team ein beachtlicher Fortschritt gelungen, so dass auch Pavlov-Spieler jetzt ohne zu fluchen mitspielen können: Das Tracking funktioniert auch bei sich sehr nah an der Quest befindlichen Controllern – viel besser als zuvor.

Unterstützung für mehr Bluetooth-Geräte

Mit der virtuellen Tastatur der Oculus-Oberfläche und den Touch-Controllern Dinge eintippen ist ein Graus – mit dem aktuellen Quest-Update könnt ihr aber eine Bluetooth-Tastatur koppeln und diese nutzen. Auch weitere Bluetooth-Geräte werden unterstützt, Oculus weist aber explizit darauf hin, dass der Support noch experimentell ist.

Dass Oculus es damit wirklich ernst meint, zeigt sich bei Beat Saber mit gekoppelten Bluetooth-Lautsprechern (Creative iRoar Go): Der Ton kommt zwar unverzerrt aus den BT-Lautsprechern, die Latenz (Verzögerung) zwischen VR-Brille und Lautsprechern ist aber sehr groß – wir haben nicht genau gestoppt aber 500-1000 ms dürften es sein. Bei Beat Saber läuft nun aber nicht der Ton einfach zeitversetzt mit dem Spiel, das Spiel wird stattdessen unspielbar langsam – dafür passen unsere Schläge wieder zum Takt der zu schlagenden Quader. Ob sich Beat Saber für eine bessere Spielbarkeit entsprechend synchronisiert? Schade.

Auch bei Shootern ist der Versatz zu bemerken und stört auch sehr stark das Spielgefühl, gleiches gilt auch bei gekoppelten Bluetooth-Headsets. Sonderlich sinnvoll nutzbar sind BT-Audiogeräte aktuell also nicht.

3DoF-Modus in dunklen Räumen

Wenn die Oculus Quest zu wenig Licht für anständiges Inside-Out-Tracking hat, wird nun eine Meldung eingeblendet, die den 3DoF-Modus als Alternative vorschlägt. Dieser degradiert die Quest zu einer Oculus Go auf Steroiden und verringert die Steuerungsmöglichkeiten auf nur noch drei Freiheitsgrade. Um Filme zu schauen ist dieser Modus allerdings perfekt – zumal auch keine Controller den Guardianbereich aktivieren können. Apropos Guardian: Die Bodenhöhe des Guardians können wir nun einzeln setzen statt erst den gesamten Guardian-Einrichtungsprozess zu durchlaufen.

Zwei Controller zum Tippen nutzen

Bisher ließ sich mit der Quest immer nur ein Controller zur Navigation im Oculus Homebereich und zum Tippen auf der virtuellen Tastatur nutzen. Drückte man einen Button am anderen Controller, schaltete das System auf diesen um. Das ist nun anders: Ihr könnt jetzt beide Controller gleichzeitig einsetzen, was tatsächlich sehr praktisch ist aber für uns auch schon beim Release der Quest dazu gehört hätte.

Alle Neuerungen auf einem Blick

Abgesehen vom tatsächlich sehr experimentellen Bluetooth-Menü gefallen uns die Neuerungen sehr gut – vor allem das optimierte Tracking im Nahbereich und der 3DoF-Modus sind extrem praktisch. Nun muss nur noch Amazon Prime Video VR auch in Deutschland ankommen.. Alle Änderungen der Firmware Build 7.0 für Oculus Quest findet ihr hier (via Oculus Release Notes):

  • Neue permanente Suchoption
  • Mikrofon in VR global aktivieren/deaktivieren
  • experimentelle Bluetooth-Funktionen (Keyboard, Kopfhörer, etc)
  • Guardian-Empfindlichkeit einstellbar
  • Bodenhöhe einzeln einstellbar
  • mehrere Guardian-Bereiche in einem Raum möglich
  • Optische Änderungen am Store
  • Automatische Kopplung mit der App wenn die Quest in der Nähe ist
  • deutlich verbessertes Tracking im Nahbereich und anderen schwierigen Posen
  • Reduzierte Wiedererfassungszeit, wenn das Tracking verloren geht

Ganz unabhängig von diesem Update hat Oculus nun auch die Oculus Venues für die Oculus Quest freigeschaltet.

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