Raytracing-Beschleuniger auch für VR: Nvidia stellt RTX 2070, 2080 und 2080 Ti vor

Nvidia RTX 2080 Ti

Im Rahmen der Gamescom präsentierte Nvidia heute die neue Grafikkartengeneration Geforce RTX und verspricht eine neue Ära der PC-Grafik.

Nvidia riskiert den Sprung in unbekannte Gewässer: Statt die Geforce 20×0-Serie einfach nur schneller in herkömmlichen Rendergrafiken rechnen zu lassen, spendiert das Unternehmen der Geforce RTX für Raytracing optimierte Recheneinheiten. Zu einem stolzen Preis allerdings.

Nvidia RTX 2080 Ti ersetzt einen Supercomputer – unter Umständen

Jen-Hsun Huang, Nvidias stets Lederjacke tragender CEO, präsentierte dem Publikum in Köln die Geforce RTX 2070, RTX 2080 und RTX 2080 Ti, zeitgleich mit der Präsentation wurde die Vorbestellmöglichkeit auf der Nvidia-Webseite geschaltet. Für die Founders-Edition, erstmals mit zwei Lüftern und stark geändertem Kühlsystem, stehen damit also auch die Preise bereits fest. Eine Geforce RTX 2070 wird 639 Euro kosten, die RTX 2080 liegt bei 849 Euro und das Topmodell Geforce RTX 2080 Ti kommt auf sogar 1.259 Euro. Damit positioniert Nvidia die neuen Karten deutlich über der aktuellen Pascal-Generation. Custom-Karten werden preislich wohl über den FE-Karten angesiedelt sein.

Es bleibt zu vermuten, dass Pascal damit noch etwas weiter leben darf – wer Raytracing möchte, muss schließlich zu einer RTX greifen. Zu groß sollen die Leistungsunterschiede zur noch nicht auf Raytracing getrimmten GTX ausfallen, Huang sprach von der zehnfachen Raytracing-Leistung einer RTX 2080 TI gegenüber der GTX 1080 Ti.

Nvidia RTX: Noch keine Benchmarkergebnisse von existierenden Spielen

Interessanter ist aber, worüber Nvidia *nicht* gesprochen hat: Die Leistung bei klassischen Spielen ohne Raytracing-Anteil. Angesichts von 2.944 Shadereinheiten bei der RTX 2080 und sogar 4.352 Shadereinheiten bei der RTX 2080 Ti sowie voraussichtlich nicht unter dem Niveau von Pascal liegenden Taktraten bleibt hier aber wenig zu befürchten. Die Leistung dürfte gegenüber der Vorgängergeneration auch ohne Raytracing steigen, wenngleich nicht so beeindruckend stark wie bei Raytracing – die theoretische Rechenleistung bei klassischer 3D-Berechnung steigt von 1080 Ti zu 2080 Ti nur um 24 Prozent.

Eine positive Auswirkung dürfte allerdings die Nutzung von 8 bis 11 Gigabyte GDDR6-Speicher haben, der bei der Ti sogar mit 352 Bit angebunden wird (RTX 2070/2080: 256 Bit). Die TDP, der Energiebedarf also, liegt mit 185/225/260 Watt auf einem vertretbaren Niveau.

Die Turing-Architektur der Geforce RTX ist daher eher eine Raytracing- und KI-Engine, die auf Pascal aufgesattelt wurde.

KI-Einheiten, Raytracing-Kerne und klassische Shadereinheiten für viel Geld

Denn dafür verbaut Nvidia eigene Funktionseinheiten, die sogar einen Tensor-Core enthalten. Diesen KI-Rechenkern etablierte Nvidia in der Titan V, jetzt soll er unter anderem für eine verbesserte Kantenglättung sorgen. Und in Anwendungen mit Support für die RTX-Karten für Zeitersparnis bei professionellen Grafikanwendungen sorgen.

Damit auch Gamer einen Grund für eine RTX-Karte haben arbeitet Nvidia erneut mit Entwicklern von Spielen und Engines zusammen. Die Unreal-Engine wird daher Raytracing ebenso unterstützen wie Frostbyte von DICE. Deren Battlefield V zeigte auf der Gamescom dann auch die optischen Auswirkungen von Raytracing zur Beleuchtung der Spielszene. Die gezeigten Grafiken waren durchaus beeindruckend und deuten an, dass Nvidias Hybridansatz in dem Raytracing nur unterstützend beispielsweise für Licht und Schatten eingreift, durchaus Auswirkungen auf den Look von Computergrafik haben kann.

In diesem Video sind die Effekte bei Battlefield V gut zu sehen:

Übrigens auch in Virtual Reality, auf der Liste der unterstützten Spiele war auch In Death der Solfar Studios zu sehen. Das Spiel nutzt die Unreal-Engine und sieht bereits jetzt sehr gut aus – und gerade bei VR-Games kann eine realistische Ausleuchtung einen extrem großen Immersionsunterschied machen. Aktuell nutzen viele VR-Entwickler nur wenige Lichtquellen und Schatten um Leistung zu sparen. Mit der zusätzlichen Raytracing-Leistung einer Geforce RTX wären deutlich realistischer ausgeleuchtete und damit immersivere Spiele möglich.

Aber natürlich nur mit einer entsprechenden Nvidia-Grafikkarte, AMD wird in absehbarer Zeit keine Konkurrenz herstellen können. Zumal die genutzten Technologien wie Nvidias Gameworks wohl proprietär sein werden, AMD als eine eigene Alternative entwickeln und etablieren müsste.

Virtual Reality ist aber auch an anderer Stelle Thema: VirtualLink ist ein von Nvidia eingeführter und auf USB-C basierender Anschluss speziell für VR-Brillen. Diese sollen damit nur ein Kabel zum PC benötigen, das zudem direkt in die Grafikkarte gesteckt wird.

Auf der Webseite von Nvidia könnt ihr die Founders-Edition der Geforce RTX 2080 Ti noch vorbestellen, die RTX 2080 ist bereits vergriffen.

Project Sol soll mit einer Nvidia RTX 2080 Ti in Echtzeit berechnet sein:

Update: Nvidia Geforce RTX bei Alternate vorbestellen

Während die Nvidia-Webseite kurzzeitig sogar unter dem Ansturm interessierter Nutzer zusammengebrochen ist, gibt es jetzt auch beim deutschen Hardwarehändler Alternate die Möglichkeit, sich eine RTX 20×0 vorzubestellen.

Auch die dort gelisteten Custom-Karten (mit alternativen Kühlsystemen der Hersteller) sollen bereits im September ausgeliefert werden, was für einen raschen Start der Karten hinweist.

–> Alle Geforce RTX-Karten bei Alternate

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2 Kommentare

  1. Was haben die bei Nvidia nur geraucht, die glauben doch wohl nicht im Ernst, dass die Masse der Gamer Grafikkarten für 1300€ kaufen. Dafür bekommt man bei Alternate fast einen kompletten VR Gaming PC. Und dann heißt es, VR-Brillen sind teuer…
    Ich hoffe die fallen so richtig auf die Fresse mit ihren Preisen.

    Warten wir halt noch ein bisschen, zu Weihnachten gibt es dann bestimmt ein GTX 1080 für um die 300€

    • Der Preis ist abartig hoch, das stimmt. Nvidia kann es sich halt erlauben, so ganz ohne Konkurrenz und mit einem Alleinstellungsmerkmal. Sie werden sagen: Wenn ihr Raytracing wollt, dann zahlt. Wenn es euch egal ist, dann nehmt die alte Generation. Wir sind auch so nett und werden die Preise für die 1180 Ti nicht erhöhen.

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