Terje Haakonsen’s Powder VR im Test – Rasante Bergabfahrt mit Trickeinlage

Powder VR ist noch nicht ganz der zu erwartende Gipfelstürmer, ist aber dennoch einen Ausflug wert.

Wer kennt das nicht ? Man öffnet das Fenster, sieht den Frühling schon nahend mit seinen wärmenden Sonnenstrahlen, alle Pflanzen beginnen zu blühen und in einem wächst das große Bedürfnis nach Tonnen von Pulverschnee, steilen Klippen und Frostbeulen. Ja, ich auch nicht. Dennoch habe ich mich heute mal für euch in die widrige Winterlandschaft von Powder VR gewagt und mich mit meinen treuen Gefährten, dem Snowboard, meinen Skiern und einem Wingsuit, in die eisigen Landschaften von Powder VR gestürzt.

Der Entwickler von RainSoftSim bringt uns hier mit Powder VR einen vielseitigen Wintersport Sim, der uns mit seinen rasanten Abfahrten und steilen Hängen eine Gänsehaut zaubert und uns manchmal vergessen lässt, dass wir eine VR Brille tragen. Zu beachten ist aber, dass es sich hier noch um einen Early-Access Titel handelt, der sich noch recht früh in der Entwicklung befindet. Was aber positiv auffällt ist, dass der Entwickler im eigenen Discord Server jederzeit bereit ist Fragen zu beantworten oder sich Fehlern anzunehmen, die Spielern während ihren Abfahrten störend aufgefallen sind. Das Ziel des Entwicklers ist es, das Spiel gemeinsam mit den Spielern entstehen zu lassen. Leider fehlen in meiner derzeit daliegenden Version noch viele Inhalte, die erst nach und nach von dem Entwickler hinzugefügt werden. Ihr könnt sogar auf der unten verlinkten Seite abstimmen, welche Features oder Inhalte zuerst im Spiel landen.

Hier könnt ihr die aktuelle Roadmap der Entwickler einsehen und mit euren Stimmen voten, was zuerst hinzugefügt wird.

Link zum Powder VR Discord.

Steuerung: Lasst die Hüften wackeln

In Powder VR wird nicht mit den Sticks der Controller gesteuert, sondern ihr befördert euer virtuelles Ich samt seiner Bretter mit sanften Arm- und Hüftbewegungen über die Piste. Jede Bewegung wird innerhalb des Spielbereiches, der sich in der Mitte des Snowboards oder zwischen den Skiern befindet, erfasst. Dies braucht aber einiges an Training, vor allem wenn ihr euch für das Snowboard entscheidet. Gut ist aber, dass ihr erst ein umfangreiches Tutorial absolvieren könnt, bevor ihr euch mit der Nase voran in den Schnee stürzt. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit hat sich die Steuerung aber verinnerlicht und ihr könnt wie ein geölter Blitz über die Piste jagen. Alles in allem funktioniert die Steuerungsmethode aber schon sehr gut, könnte aber hier und da vielleicht noch kleine Verbesserungen vertragen. In den Spieleinstellungen könnt ihr auch zwischen einen Arcade- und Simulationsmodus wählen, wobei Letzterer das Fahrgefühl noch realistischer auslegt. Als kleine Abwechslung bietet das Spiel auch einen Wingsuit, den ihr im Explore-Modus finden könnt, um somit die Pisten teilweise auch aus der Luft erkundbar zu machen. Ihr könnt euch dann mit euren Brettern über die Klippenränder wagen und für kurze Zeit wie ein Vogel durch die Lüfte fegen.

Der Punkt zeigt an, wo euer Spielbereich ist und das Spiel erkennt auch, falls ihr diesen verlassen solltet.

Grafisch: Eintönigkeit und Sonnenschein

Das Spiel bietet einige schöne Lichteffekte, wenn zum Beispiel die Abendsonne den Schnee in einen rötlichen Farbton taucht oder sich das Licht auf Eisflächen bricht. Schneeflocken wehen umher und selbst die Skistöcke hinterlassen Furchen im frischen Neuschnee. Auch die Bäume, die sich einem gerne mal ab und zu in den Weg stellen, sehen schon klasse aus. Nur die Schneetexturen wirken nach einiger Zeit recht eintönig und ich hätte mir auch gerne etwas mehr Leben auf den Pisten gewünscht. Ich hoffe dies wird noch mit einem Update geändert und es kommen ein paar schneeresistente Tiere auf die Pisten und ein paar gefiederte Gesellen in die Lüfte. Ab und an seht ihr am Pistenrand auch Autos und Häuser an euch vorbeiziehen, die aber auch texturtechnisch sehr einfach gehalten sind. Das Spiel lebt aber vor allem von seinem Geschwindigkeitsgefühl und nicht von der Grafik, die dennoch recht solide wirkt für einen Beta-Titel, der sich derzeit noch aktiv in der Entwicklung befindet.

Die Lichteffekte sehen ab und an schon sehr gut aus.

Charaktermodifikation: Vom Kleiderschrank auf die Piste

Wollt ihr euch selbst auf der Piste gekonnt in Schale werfen ? Kein Problem. Das Spiel bietet auch den modebewussten Spielern Optionen um sich auszutoben. Nebst verschiedenen Frisuren und diverser Gesichtsbehaarung habt ihr auch die Möglichkeit nur im T-Shirt über die Piste zu wetzen und euch später eine gekonnte Lungenentzündung* zu holen. Die verschiedenen Kleidungsstücke und auch neue Bretter könnt ihr im Laufe des Spiels sammeln. Leider sehen die Charaktermodelle noch aus, als wären sie direkt von einer Playstation 2 auf den PC gehüpft und auch hier fehlt immer noch der finale Feinschliff.

*nicht Teil des Spieles. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Schnurrbart gefällig ? Und wer braucht schon eine Winterjacke!

Systemanforderungen: Sollte auch auf älteren Rechnern laufen

Während das Spiel auf meinem Testrechner mit einem Ryzen 3700X und einer 1070ti recht flüssig läuft, sind die  Systemvoraussetzungen schon sehr hoch angesetzt. Zum Beispiel ist bei den empfohlenen Systemvoraussetzungen von einer RTX 2080 und einem i7/Ryzen 7  die Rede und das, obwohl viele Texturen eher aus der PlayStation 2 Ära stammen könnten. Auch die Charaktermodelle wirken noch recht leblos und steif. Laut der Steam-Seite sollte das Spiel aber auch auf einer GTX 1060 und einer älteren CPU laufen, wobei ihr aber dann Abstriche bei den Grafikeinstellungen vornehmen müsst, die ihr im Spielmenü verändern könnt. Es kann aber selbst bei High-End PCs immer mal wieder zu leichten Grafik-Fehler oder Rucklern kommen.

Hier seht ihr mal die Systemanforderungen für Powder VR.

Fazit: Rasanter Downhill Sim mit Potenzial

Da mir bisher nur eine Version vorliegt, die sich derzeit noch in der Entwicklung befindet und einiges an Inhalten noch fehlt, kann ich bisher mein Fazit nur auf dessen Grundlage bilden und werde gerne noch ein Update hinzufügen, wenn die finale Version endlich die virtuellen Regale des Steam-Stores erreicht. Während mir grade die steilen Abfahrten gefallen und ich oft ein Grinsen im Gesicht habe, sobald ich mich waghalsig aus einem Helikopter stürze,  fehlen mir nach kurzer Zeit schon die Motivation mich weiterhin aufs Brett zu schwingen. Die bisher verfügbaren Strecken sind nach kurzer Zeit eintönig und die verschiedenen Spielmodi bieten mir nicht genug Abwechslung, um am Ball zu bleiben. Auch ein Multiplayermodus fehlt bisher, wo man mit Freunden gemeinsam die Strecken unsicher machen kann. Ich selbst werde aber gerne nochmal in die Berge von Powder VR fahren, sobald der Titel ein wenig ausgereifter ist. Für Spieler, die aber ganz dringend einen Ski/Snowboard Sim mit gutem Geschwindigkeitsgefühl und Extremsporteinlagen wie Grips und Flips suchen, von dem hohen Preis von knapp 17 Euro nicht abgeschreckt sind oder sich mal aktiv an der Entwicklung eines Spiels beteiligen wollen, gebe ich aber ein grünes Licht. Ab mit euch auf die Piste.

 

Mit kommenden Updates könnte dem Spiel eine strahlende Zukunft bevorstehen.

Terje Haakonsen's Powder VR
Terje Haakonsen's Powder VR
Entwickler: RainSoft
Preis: 16,79 €

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