Angry Birds VR getestet – macht immer noch süchtig

Angry Birds VR ist genauso motivierend wie die Handyspiele

Seit dem 07. Februar steht Angry Birds VR als legales Suchtmittel bei Steam, Viveport und dem Oculus Store – kein Spoiler, es bringt wirklich Spaß.

Wer erinnert sich noch? Vor 10 Jahren? Tatsächlich ist es schon so lange her, dass die  Angry Birds den noch neuen Store von Apples ebenfalls neuem iOS erobert haben. In den folgenden Jahren gab es kaum ein Device, auf dem die Vögel sich nicht über skrupellose Schweine ärgern durften. Ich habe Angry Birds sogar schon auf einem Voice-over-IP-Telefon für professionelle Chefbüros gezockt und hatte erstaunlicherweise sogar Spaß dabei. Nach Ausflügen ins verschiedene nicht so recht passende Genres sind die Angry Birds nun zurück – in Virtual Reality und erfreulich oldschool.

Angry Birds VR: Isle of Pigs orientiert sich sehr stark an den ersten Spielen der Reihe. Denen also, die einige von euch noch mit Displaygrößen von weniger als 4 Zoll, mit in gerade einmal dreistelligen Megahertzraten taktenden Singlecores-Prozessoren und weniger RAM als moderne Armbanduhren gespielt haben. Praktisch: Auch auf dem PC und in VR benötigt das Spiel keinen Highend-PC, selbst das 500-Euro-System unserer PC-Zusammenstellung langweilt sich (gespielt mit Oculus Rift).

Der Klassiker funktioniert auch in VR

Das Spielprinzip ist überschaubar: Schweine böse, Vögel wütend, Schleuder geladen. Wer Angry Birds nicht kennt (was hast du in den letzten zehn Jahren gemacht bitte?): Die grünen Gegner sind Schweine, die die Eier unserer Vogel-Schleudergeschosse geraubt haben und daher bestraft werden müssen. Netterweise verstecken die Schweine sich in meist recht wackeligen Bauten. Diese wollen mit Schleuder und Vogel eingerissen werden, was vor zehn Jahren genauso wie heute mit netten Physikeffekten dargestellt wird. Die herumfliegenden Trümmer haben sogar spielerisch Einfluss, können sie doch andere Dinge bewegen oder zerstören.

Angry Birds VR
Die Vögel, hier Red, sind niedlich animiert.

Anders als auf dem Smartphone können wir in VR unsere Position per Teleport ändern um die Schweine-Festungen von verschiedenen Seiten zu betrachten und unter Beschuss zu nehmen. Das ist oft auch dringend nötig, wenn sich beispielsweise eine Kiste TNT hinter dem Haus versteckt befindet und man von vorne nur vergeblich Vögel gegen unverrückbare Steinwände matscht.

Das ganze Spiel ist extrem einfach gehalten: Die Steuerung ist intuitiv, die Vögel hüpfen von selbst in die Schleuder und schauen dabei ebenso niedlich wie in ihrem Kinofilm und das Zerdeppern der Schweine-Befestigungen erklärt sich von selbst. Wie so oft ist das Spiel aber leichter gelernt als gemeistert: Für Highscores und die späteren, verzwickteren, Levels muss man dann doch etwas nachdenken und die verschiedenen Positionen nutzen.

Nur vier Vögel, dafür viel Spaß

Und natürlich die Spezialkräfte der Vögel. Während spätere Handy-Inkarnationen den Angry Birds verwirrend viele Spezialvögel mit unterschiedlichsten Fertigkeiten beschert hat, konzentriert sich Angry Birds VR wieder auf die Anfänge. Es gibt nur vier Vögel, von denen „Red“, der klassische Startvogel und Hauptdarsteller des bereits erwähnten Filmes, nicht einmal eine Spezialfähigkeit hat. Nein, simples „fliegen“ ist für Vögel keine Spezialfähigkeit, bestenfalls für Pinguine und die zählen nicht.

Schon nach kurzer Spielzeit stellt sich der bereits vom Handy bekannte Sog ein: Eine Runde noch, ach nee, der Level geht auch mit weniger verballerten Vögeln, uh, da gibt es was neues zu entdecken – scheiße, warum ist es schon wieder so spät? Dabei kann das Spiel komplett im Sitzen gespielt werden, Roomscale oder auch nur ausufernde Armbewegungen sind nicht nötig.

Fazit von Dod:

Angry Birds bringt auch in Virtual Reality Spaß. Das ist nicht wirklich erstaunlich, muss ich zugeben. Schön finde ich persönlich, dass die Entwickler sich wieder auf ihre Anfänge konzentriert haben: Es gibt keine Rollenspielelemente, ein Rennspiel, keine taktische Karte und vor allem keine Lootboxen. Allerdings leidet Angry Birds auch darunter, dass es ein klassischer Titel zum Totschlagen von Zeit ist. Damit passt das Spiel ideal auf Mobiltelefone und alles, was flott aus der Tasche gekramt und spielbereit ist während sich der Bus oder das Date verspäten. In Virtual Reality hätte ich Angry Birds daher zuerst auf Oculus Go verortet und nicht auf kabelgebundenen PC-Headsets.

Angry Birds VR
Vier mal 13 recht flotte durchgespielte Level – das ist für 12,49 Euro ein etwas geringer Umfang finden wir.

Tatsächlich wäre Angry Birds ein toller Titel für Oculus Quest – die Oculus Go fällt wegen der zu sehr einschränkenden 3DOF-Steuerung wohl raus. Ob ich allerdings den VR-PC nur für eine Runde Angry Birds starte? Eher nicht. Dazu kommt, dass mir der Preis von 12.49 Euro für ein Angry Birds zu hoch erscheint – es mag das Geld wert sein, da es wirklich motivierend ist, allerdings habe ich zumindest unterbewusst Handy-Preise erwartet. Immerhin bin ich seit zehn Jahren auf kostenlose oder zumindest extrem preiswerte Angry Birds konditioniert.

Eine Kaufempfehlung gebe ich trotzdem, allerdings nur wenn ihr euch bewusst seid, 12,99 Euro für vier Levelsets mit eher spärlicher Grafik zu investieren. Ich würde mich allerdings sehr über eine Umsetzung für Oculus Quest freuen, die mobile VR dürfte sich noch besser für Angry Birds eignen als Oculus Rift oder HTC Vive.

Angry Birds VR: Isle of Pigs
Angry Birds VR: Isle of Pigs
Entwickler: Resolution Games
Preis: 12,49 €

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2 Kommentare

  1. In Virtual Reality hätte ich Angry Birds daher zuerst auf Oculus Go verortet und nicht auf kabelgebundenen PC-Headsets.

    Tatsächlich wäre Angry Birds ein toller Titel für Oculus Quest – die Oculus Go fällt wegen der zu sehr einschränkenden 3DOF-Steuerung wohl raus.

    merkste selber

    • Klar merke ich das. Aber trotzdem war der erste Gedanke „Oculus Go“, wie geschrieben. Wer weiß, wäre mit etwas Gehirnschmalz beim Entwickeln der Steuerung mit nur einem Controller vielleicht sogar machbar. Technisch auf jeden Fall – der 200-MB-Download enthält nichts was auch nur ansatzweise hochauflösend oder detailreich wäre 😉 .

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