Art Pulse – macht uns die PSVR zum psychedelischen Künstler?

ArtPulse ist eine neue Erfahrung für Playstation VR, die keinen Hehl daraus macht, kein Spiel sein zu wollen. Stattdessen haben wir es hier mit einem virtuellen Raum zu tun, in dem wir unserer Kreativität freien Lauf lassen können, ohne viel mit Kunst oder Malen am Hut zu haben.

Das klingt interessant, auch wenn der Trailer viele Fragen offen lässt. Deswegen haben wir uns gleich das weiß-blaue HMD aufgesetzt und uns erwartungsvoll in die Materie gestürzt.

Zunächst finden wir uns in einer Art Weltraum-Umgebung mit vielen galaktischen Nebeln wieder. Ein kurzes Tutorial bringt uns die Steuerung näher: Mit den Move-Controllern können wir bestimmte Objekte und deren Farbe auswählen und sie dann in der Szene platzieren. Darunter sind sowohl statische Objekte, deren Größe wir bestimmen können, oder auch dynamische Objekte, wie eine Sternschnuppe und ein Kreisel, die sich von selbst durch den Raum bewegen. Außerdem können wir auch malen, wie mit einem dreidimensionalen Pinsel.

 

Interessant dabei ist, dass die Objekte und auch die Pinselstriche Töne machen – durch das Platzieren verschiedener Formen entsteht nach und nach ein Beat und eine komplette Hintergrundmusik. Das ist durchaus interessant und weckt unser Interesse – doch wie man nun den riesigen Raum füllen soll, sprengt etwas die Grenzen unserer Vorstellung. Zum Glück kann man im Menü auch einen „Kino-Modus“ auswählen, in dem automatisch zufällige Objekte in der Szene platziert werden und auch unser Pinsel ständig die Farbe wechselt. Das ist dann schon ganz witzig und lädt zum spontanen Mitmachen ganz ohne Plan ein.

Eingeschränkter Umfang

Bewegen können wir uns, indem wir in eine Richtung zeigen und die X-Taste drücken, oder die Kreistaste herunterhalten, um uns zu drehen. Wie immer zeigt sich dabei eines der größten Handycaps der Move-Controller – dass sie keinen Stick haben, wirkt sich bei vielen Spielen negativ aus. Den Umständen entsprechend funktioniert die Steuerung aber zufriedenstellend, solange man nicht vorhat, ein riesig komplexes Meisterwerk zu erschaffen.

Wir müssen jetzt aber mal ganz ketzerisch festhalten, dass wir nicht glauben, dass viele Leute das tun wollen werden. Denn vom Umfang her wirkt ArtPulse noch extrem eingeschränkt. Es gibt bloß eine handvoll Objekte, die man auch nur auf eine ganz bestimmte Art einsetzen kann – die Sterne fliegen zum Beispiel immer schnell umher, als dass wir sie an einem festen Ort platzieren können. Und unser Pinsel basiert immer auf einem Würfel, was unsere gemalten Formen stets pixelig erscheinen lässt.

Ebenfalls dünn ist die Auswahl aus drei Hintergrund-Welten, die alle stark nach Weltraum aussehen. Die Auswahl aus sieben coolen Background-Songs, die wir durch unsere Formen beeinflussen können, geht hingegen in Ordnung. Der größte Pferdefuß an ArtPulse ist allerdings, dass wir unsere Kreation weder Speichern noch irgendwo hochladen können. Für den PC gibt es schließlich schon seit über 3 Jahren Googles TiltBrush, das einen ähnlichen Ansatz verfolgt, aber eine Unzahl mehr Möglichkeiten für das Erstellen dreidimensionaler Kunstwerke bietet – die man dann vor allem mit der Community teilen kann, so dass sich Anfänger durch ein Füllhorn unglaublich beindruckender Kreationen inspirieren lassen können, und auch User ganz ohne eigene kreative Ambitionen die wahrscheinlich größte virtuelle und dreidimensionale Kunstausstellung der Welt genießen können.

Fazit: Psychedelischer Sandkasten mit begrenzten Mitteln

So treffend der Vergleich zu TiltBrush auch sein mag, so nutzlos ist er auch – denn diesen Titel gibt es nun mal noch nicht für PSVR. Doch mit Dreams ist ein weiteres Schwergewicht aus dem Bereich der kreativen Sandbox unterwegs, das ebenfalls mit einem VR-Modus ausgestattet werden soll. Natürlich hat Dreams eine andere Ausrichtung, denn ArtPulse richtet sich viel mehr an Menschen, die sich eher seltener Kreativ betätigen und einfach nur ein wenig im virtuellen Raum mit Farben, Formen und Klängen spielen möchten, und diese Idee hat durchaus Potenzial – allerdings müssen die Entwickler erst noch eine Menge Features nachreichen, am besten in Form von Presets, mit denen man schnell und großflächig den zur Verfügung stehenden Raum füllen kann.

Im Moment können wir den Titel leider nicht wirklich empfehlen – mit der einzigen Ausnahme der Playstation-Fans, die sich selbst als Trophäen-Jäger bezeichnen würden. Die Platin-Trophäe ploppte bei uns nämlich schon nach 20 Minuten auf, das ist meines Wissens nach ein ziemlicher Rekord. Immerhin bleiben die Entwickler aber an der Sache dran, erst heute erschien wieder ein neues Update mit zwei neuen Hintergründen. So besteht auch noch Hoffnung auf größere Erweiterungen.

 

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