Der Horror! Hoshi testet Phasmophobia in Virtual Reality

Hoshi hat sich für die Legion Herztabletten eingeworfen und das VR-Headset fest umklammert um Phasmophobia zu testen.

Horrorspiele sind etwas schönes, zumindest für Fans des Genres und für mich. Mein erstes, richtiges Horrorerlebnis war auf dem Amiga: Elvira Mistress of the Dark. Schon der Hauptmann im Wächterhaus jagte mir einen Schauer über den Rücken, gepaart mit der atmosphärischen Musik. Aber als ich das erste mal in dem Spiel starb, enthauptet von einem Wächter und den Game Over Screen sah, habe ich das Spiel wochenlang nicht mehr angefasst. Als Randnotiz, ich war 8 Jahre alt und das Spiel zeigte den enthaupteten Kopf in allen 16bit Pixel-Details.

Dann kamen Spiele wie Alone in the Dark, Realms of the Haunting, Resident Evil, Silent Hill, ect. – die Meisten von euch wissen, wie der Survival Horror Boom losging. Auch mich hatte es gepackt und dann kam Frictional Games und erfand ein neues Subgenre des Horrors. Ohne Waffen, ohne Verteidigung, nur seine schnellen Füße und viele Verstecke. Amnesia The Dark Descent schaffte es erneut, mich zu gruseln und das nicht zu knapp. Auch hier gab es viele Vertreter des Genres, die bekanntesten davon sind wohl Outlast 1 und 2. Irgendwann ließ der Gruselfaktor nach, die Spiele wurden zu vorhersehbar und hatten einfach nur eine gute und stimmige Atmosphäre.. Im Idealfall.

 

Meine nächste Gruselerfahrung sollte erst in VR stattfinden. Nichtsahnend fing ich mit Paranormal Activity an und es war der Horror. Statt auf dem Monitor zu schauen, war ich mitten in der Horrorgeschichte. Scares, Sound und Atmosphäre waren einzigartig. Sowas hatte ich noch nie erlebt und ich liebte es. Doch auch hier sollte sich schnell ein Abstumpfen einstellen. Horrorspiel nach Horrorspiel, VR wie non-VR… es wollte mich nichts mehr wirklich gruseln. Die Versuche der Entwickler waren da, aber oft durchschaubar und am Ende folgten doch wieder nur Jumpscare auf Jumpscare.
Meine Einleitung ist etwas lang, aber wichtig, denn es sollte fast 2 Jahre dauern…bis ich wieder die Hosen voll haben sollte.

Phasmophobia: Folter und Vergnügen

Phasmophobia ist ein Horrorspiel, eine Erfahrung, eine Folter für jeden der kein Horror mag und ein Fest für alle die es lieben. War Paranormal Activity schon gut und wie man es aus den Filmen kennt, so ist Phasmo (so nennen wir es mal ab jetzt) das Paranormal Activity was es sein sollte. Unser Grave Encounters (Found Footage Horror Film), VHS, Ghost Hunter…unsere eigene Horrorsimulation.

Im Grunde ist die Prämisse simpel wie genial: Wir sind paranormale Ermittler und gehören zu einem Team von „Geisterjägern“. Unsere Aufgabe ist es alleine oder mit 3 weiteren Kollegen die ersten vor Ort zu sein und herauszufinden welcher Geist dort spukt, damit das „Reinigungsteam“ sauber machen kann. Solltet ihr mit diesen Reality Show Serien wie Ghost Hunters oder dem Film Grave Encounters vertraut sein, wisst ihr ungefähr wir das ganze abläuft. Am Anfang jedes Jobs bekommt ihr eine kurze Erklärung was euch erwarten könnte, wie schwer das ganze wird und wieviele Leute empfohlen werden. Desweiteren stellt ihr eure Ausrüstung zusammen. Es gibt immer eine Standardausrüstung (Taschenlampe, UV Licht, Kamera, ect.) die nicht verloren gehen kann. Alles andere müsst ihr kaufen und wird mit dem Ableben eurer Figur entfernt. Richtig gelesen, einer oder mehrere werden es vielleicht nicht aus dem Gebäude schaffen.

Horror im Koop – oder alleine, wie Hoshi.

Meine erste Erfahrung in dem Spiel war natürlich das Tutorial. In diesem wird am Anfang explizit darauf hingewiesen, dass der Geist nicht gefährlich ist und keinen Schaden zufügen kann. Hat mir persönlich nicht viel geholfen, da ich das nach dem Betreten des Hauses bereits komplett vergessen hatte und direkt angespannt war. Auf dem Fernseher bekommen wir Schritt für Schritt die einzelnen Tools erklärt, nur war es schwer bei der Geräuschkulisse und dem flackernden Licht konzentriert zu folgen. Es knarzen Bodendielen, draußen tobt das Gewitter, das Summen der Glühbirnen, halt alle Geräusche die man so auch im Haus hört nur im stockdunklen mit einer Taschenlampe – und einem Geist zu Besuch. Noch nie hatte ich so viel Angst in einen Keller runter zu gehen. Warum ist der verdammte Lichtschalter unten am Ende der Treppe und nicht oben, wie es sich gehört?! Was ist das für ein Geräusch? Es klingt wie ein Abfluss und als wenn… Wieder die Treppe rauf und in den Nebenflur geschaut. Die Tür war vorher verschlossen! Und da kommt auch das Geräusch heraus. Noch nie hatte ich mehr Angst eine Tür zu öffnen. Tür aufgestoßen, reingesprungen „WAS WILLST DU?!“, nichts. Nur ein volles Waschbecken mit dreckigem Wasser. Auf Grund der Anspannung und das nicht richtige Lesen der Toolbeschreibungen, hab ich das Tutorial vorzeitig beendet – ok und vielleicht weil ich ein klein wenig Schiss hatte.

Alexa, bestelle Windeln für Hoshi

Also wenn ein Tutorial, welches nicht einmal einen gefährlichen Geist enthielt, mir so eine Angst bereitet, wie soll das erst bei einem richtigen Job werden? Da kann ich nur sagen, NICHT besser. Wenn man seine erste „echte“ Geistsichtung hat, schreit jeder wie Flanders und rennt aus dem Haus. Immer wieder habe ich mich erwischt, wie ich nur raus wollte, so schnell wie möglich. Zusehen, dass wir die Beweise bekommen und raus. Achso, falls ihr denkt zu viert ist es nicht gruselig? Falsch, denn es ändert nicht ganz viel an der Situation. Es lindert ein wenig aber ungruselig wird es auf keinem Fall. Und wenn ihr so bekloppt seid wie ich, versucht ihr das ganze solo. Spätestens dann geht euch der Arsch auf Grundeis.

Eure Aufgabe ist also immer dieselbe und simpel: Reingehen, drei Beweise finden, um den Geist zu bestimmen und wieder raus. Das könnt ihr alles in eurem Journal erledigen. Dort findet ihr auch die Beschreibungen der Geister und welche drei Beweise für sie sprechen und die Beschreibungen der einzelnen Tools. Ein ganz besonderes Feature ist die Spracherkennung (so ihr Windows 10 habt). Denn mit dieser Funktion könnt ihr durch die Geisterbox, das Ouji Board oder so in den Raum nach dem Geist rufen und Fragen stellen. Wenn ihr ganz taff seid, provoziert ihr ihn, indem ihr den Namen ruft, welcher im Truck am Whiteboard steht. Das funktioniert schon sehr gut und wenn die Geisterbox dann „behind“ (hinter dir) antwortet, dann kannst du vermutlich mit deinem Gesäß auf Papier malen. Mit brauner Farbe.

 

Phasmophobia lässt sich Flat und in VR spielen – ratet, welche Version wir bevorzugen.

Gruselige Langzeitmotivation

„Aber wenn ich einmal den Job fertig habe, dann ist das doch jedes mal dasselbe und nicht mehr gruselig.“ Falsch! Nur die Locations bleiben gleich. Art des Geistes, Raum des Spuks (der Geist kann aber auch in einen anderen Raum wandern), paranormale Ereignisse, wann der Geist jagt, alles ist jedesmal anders. Ihr habt zwar immer fünf Minuten für die Vorbereitung, aber manchen Geistern ist auch das egal und ihr seid schneller im Jenseits als euch lieb ist.

Das Spiel wird aber leider etwas überschattet: Es ist noch Early Access und es hat noch einige Bugs, Gliches, Performanceprobleme und eine noch nicht voll ausgereifte VR Implementation. Nicht falsch verstehen, es ist komplett in VR spielbar, aber Objekte lassen sich hin und wieder schwer greifen. „Hitboxen“ der Türgriffe und Objekte sind etwas klein, so das man erst ein paar mal versuchen muss, um den richtigen Sweetspot zu finden. Animation der Mitspieler sehen noch sehr Früh-VR aus. All das müsst ihr bedenken, wenn ihr euch das Spiel anschaut. Allerdings lässt es sich auch in Flat spielen – mit den üblichen Nachteilen bei der Immersion und in diesem Falle ganz besonders beim Horror.

 

Ich persönliche liebe dieses Spiel und es zählt sogar im jetzigen Zustand zu meinen VR Highlights des Jahres. Was der Entwickler da gezaubert hat ist einfach fantastisch und beim jetzigen Preis von 11,59€ ein No-Brainer, wenn ihr auf Horror steht.

Danke Phasmophobia. DANKE, das ich mich endlich wieder gruseln konnte!

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