FromSoftware wagt das Adventure: Déraciné (PSVR) durchgespielt und getestet [Update]

Deracine von From Software (Dark Souls, Bloodborn)

Der erste VR-Ausflug des japanischen Studios FromSoftware begibt sich in abenteuerliche Gefilde: Déraciné ist ein klassisches (VR-)Adventure.

Update: in Zusammenarbeit Mo fun VR haben wir in seinem Stream herausgefunden, dass die Grafikprobleme, die ich hatte, auf der PS4 Pro nicht vorhanden sind. Die Grafik musste offenbar aus Performance-Gründen für die normale PS4 drastisch runter geschraubt werden. Wenn ihr also eine PS4 Pro habt wird einiges deutlich besser aussehen und damit auch mehr Atmosphäre bringen. 

FromSoftware dürften viele Gamer primär als Entwickler bockschwerer Actiontitel wie Dark Souls kennen. die Japaner können aber auch anders, wie sie in ihrem am 06. November erscheinenden PSVR-Titel Déraciné beweisen. Wir haben es bereits seit einigen Tagen spielen können, die Zeit hat für einen vollständigen Durchgang gereicht. Gespielt und getestet hat unsere Webmistress, die sich nicht nur mit HTML und PHP wohlfühlt sondern auch VR-Spielen nicht abgeneigt ist.

Déraciné erscheint exklusiv für Sonys Playstation VR und wurde in Zusammenarbeit mit Sonys Japan-Studio entwickelt. Eine Umsetzung für den PC ist damit wohl ausgeschlossen. Gespielt wird mit den Motion Controllern.

Die (unendliche) Geschichte

Ihr erwacht als Geist und müsst mit den Lebenden in Kontakt treten. Die Handlung spielt in einem abgelegenen Internat und müsst mit den dort lebenden Kindern in Kontakt treten. Dazu müsst ihr diverse Rätsel lösen: Mit Hilfe eurer Fähigkeiten reist ihr durch die Zeit um das Schicksal der Schüler zu verändern. Leider fehlt es dem Spiel hier ein wenig am Tempo, ihr müsst euch durch schier endlose Gänge teleportieren um am Ende fest zu stellen, dass ihr am anderen Ende des Internats etwas übersehen habt.

Das ganze wäre mit Maus und Tastatur besser spielbar gewesen. Die ersten 50 Prozent des Spiels brauchen die Entwickler, um die Story soweit aufzubauen, dass sie langsam Fahrt aufnimmt. Dann freut man sich ein paar Kapitel lang, dass es spannend ist und an Tempo zugenommen hat, nur um dann in einer Zeitschleife zu landen, die sich immer nur leicht ändert. Wenn man am Ende des Spiels nicht auf die Lösung des letzten Rätsels kommt startet man direkt von vorne (Zeitsprünge, ihr wisst schon), kann dann aber im Menü direkt wieder ins Finale teleportieren.

Insgesamt wirkt es so, als hätte man die Handlung auch in 2-3 Stunden Spiel unterbringen können. So spielte ich etwa 5-6 Stunden und fragte mich am Ende, ob nur eine Kurzgeschichte als Vorlage gedient hat. Da hätte FromSoftware noch wesentlich mehr in die Tiefe gehen können. So hat es leider nur zu einem seichten, langsamen Adventure gereicht. Schade eigentlich, da hätte man viel mehr raus holen können.

Die Grafik: nichts Halbes und nichts Ganzes

Wir haben das Spiel auf einer first-Gen Playstation 4 gespielt. Das Spiel ist ziemlich wechselhaft gestaltet: Da reihen sich echt schöne Texturen und ebenso schön gestaltete Special Effects an lieblos dahin geklatschte 2D-Texturen. Auf der einen Seite richtig hübsche dreidimensional gestaltete Hölzer am Rollstuhl des Direktors, auf der anderen Seite zweidimensionale Buchrückenreihen in der Bücherei. An einigen Stellen leuchten einzelne Pixel durch, und ein Blätterhaufen hing sogar einige Zentimeter über dem Boden auf einer Seite. Dazu war auch der Blätterhaufen zweidimensional. Dafür sind die Effekte wenn man Zeitsprünge macht oder einem Tier das Leben entzieht aber wieder extrem hübsch. Insgesamt hätten dem Spiel wohl noch ein paar Wochen Polishing gut getan.

Deracine von FromSoftware (PSVR)

Der Schwierigkeitsgrad von Déraciné

Der Schwierigkeitsgrad ist sehr gut für Anfänger geeignet. Wenn man beherzigt, dass man sich alles genau anschaut, am besten jeden untersuchbaren Ort von allen Seiten und zwar einmal von oben und dann noch einmal aus der Hocke, dann kommt man ohne große Probleme durch das Spiel. Die Uhr und die Wegweiser der Erinnerungen der Kinder helfen einem gut durch das Spiel. Die Steuerung ist am Anfang etwas schwierig zu beherrschen, da es aber weder auf Zeit ankommt noch es Probleme gibt wenn man mal den falschen Knopf drückt ist das kein Problem und man gewöhnt sich recht schnell daran.

Einzig am Ende des Spiels wird es etwas knackiger, da bin ich dann auch direkt mal gescheitert, es ist aber lösbar. Adventureprofis dürften sich aber nur wenig und dafür sehr kurz amüsieren. Déraciné ist damit der perfekte Gegenentwurf für die knackigen Dark-Souls-Spiele.

Meikes Motion-Sickness-Maßstab

Am Anfang hatte ich leichte Probleme, das könnte aber an einer nicht so guten Ausrichtung der Kamera gelegen haben. Später waren da keine Probleme mehr. Da man sich ausschließlich durchs Spiel teleportiert ist auch die Bewegung kein Problem, man braucht nur länger, wenn man nicht in hoher Geschwindigkeit durch die Gänge portet. Leider kann man immer nur von einem Punkt zum nächsten teleportieren, und nicht direkt von einem Ende eines Ganges ans andere Ende.

Déraciné: Fazit von abraxa

Ich hatte mir nach dem Trailer ziemlich viel Hoffnung auf ein atmosphärisches Abenteuer gemacht. Leider wurde die Atmosphäre nicht so gut rüber gebracht wie es hätte sein können, da hätte etwas mehr Polishing sicher geholfen. Die Story war etwas flach, ich habe aber schon anspruchslosere Adventures gespielt (die alte CSI-Reihe, erinnert ihr euch?). Ich würde das ganze jetzt mal ein durchaus atmosphärisches und solides Spiel nennen, das allerdings eventuell besser funktioniert hätte, wenn man es Flat gebracht hätte.

Déraciné ist nicht überragend, aber auch nicht ganz grottenschlecht. Immerhin habe ich es freiwillig durchgespielt, das können in den letzten Jahren nicht viele Spiele von sich behaupten. Dazu haben allerdings sicher auch die lediglich 5-6 Stunden Spielzeit beigetragen, in denen auch ich das Spiel durchgespielt habe. Obwohl ich wirklich alles sehr genau angeschaut habe und mich langsam durch die Gänge teleportiert habe.

Wer also deutlich öfter und intensiver Adventures spielt als ich, dürfte das Spiel in der Hälfte der Zeit beenden und sich vielleicht ein wenig über die Investition von immerhin 29,99 Euro (Preis bei Amazon als Digital-Download) ärgern.

https://www.playstation.com/de-de/games/deracine-ps4/

 

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