Furious Seas getestet – Der Jack-Sparrow-Simulator für VR-Freibeuter

Furious Seas bietet VR-Seeschlachten

Eine Hand am Steuerrad der Galeone, die andere an der Kanone – Furious Seas versetzt uns in spannende Seeschlachten in der Virtual Reality.

Zu Beginn eine Entschuldigung: Wir haben Furious Seas seit seinem Release Mitte 2018 sträflich ignoriert. Das wollen wir jetzt nachholen, schließlich hat die Freibeuter-Simulation vor Kurzem auch ein Multiplayer-Update bekommen.

In Furious Seas stehen wir an Deck eines mit zahlreichen Kanonen bewaffneten Segelschiffes. Damit uns nicht der Fluch der Karibik ereilt konzentrieren wir uns besser auf das Abschießen feindlicher Schiffe, wobei natürlich auch unser Schiff weiterhin gelenkt werden will. Und wenn ich schreibe, dass wir an Deck stehen, dann meine ich das: Statt wie in altmodischen Flatgames nur das Schiff mit Gamepad oder Tastatur über den Monitor zu steuern und ab und zu per Klick eine Salve abzufeuern stehen wir hier tatsächlich hinter dem Steuerrad und bedienen die Kanone mit eigenen Händen.

Keine Motion Sickness oder Seekrankheit

Dabei ist es den Entwicklern von Future Immersive sehr gut gelungen, das Schiff unter unseren virtuellen Füßen zu gestalten. Das Steuerrad muss per gedrücktem Grip-Button gehalten und gedreht werden, die Kanone will ebenfalls festgehalten, gesteuert und per Trigger auch abgefeuert werden. Wie schnell diese Kommando-Kanone gefeuert werden kann bestimmt der Schwierigkeitsgrad.

Da wir es in der kurzen Kampagne mit vielen Gegnern zu tun bekommen, hat unser Schiff aber natürlich noch mehr Feuerkraft in Form weiterer Kanonen Steuer- und Backbord. Diese werden von der Crew mit hübschen Animationen nachgeladen – kleinere Schiffe können wir mit einer gut platzierten Salve durchaus in einem Zug vernichten. Die Flugbahn gibt ein eingeblendeter Marker an, allerdings schwankt unser Schiff in den Wellen natürlich, was ständiges nachjustieren nötig macht. Und dann muss man ja nebenbei auch noch lenken…

So ein Schiff ist recht träge, je größer desto schlimmer. Entsprechend fällt der Wendekreis aus, überlegt euch also rechtzeitig wo ihr hinwollt. Die Geschwindigkeit unseres Kahns regulieren wir mittels zweier Glocken – links lässt die Crew die Segel einholen was die Geschwindigkeit reduziert, rechts sorgt für volle Segel und mehr Geschwindigkeit. Auf Windrichtungen müssen wir aber keine Rücksicht nehmen und auch Flauten kennt das Spiel nicht.

Spannende Duelle auf See

Stattdessen will es unkomplizierte und spaßige Action liefern und das gelingt ihm sehr sehr gut. Die Seeschlachten spielen sich trotz der trägen Schiffe sehr dynamisch und spannend. Wenn unser Schiff durch die Wellen pflügt und um uns herum Kanonenkugeln ins Wasser einschlagen steigt das Adrenalin unweigerlich – noch toller ist es allerdings im Multiplayermodus. Bislang lässt dieser nur Coop-Partien mit bis zu vier Spielern zu – PvE mit steigendem Schwierigkeitsgrad. Allerdings kann in den Optionen Friendly Fire aktiviert werden, was improvisierte Duelle ermöglicht aber auch die Hatz auf Computergegner spannender gestaltet.

Nix für Landratten und Süßwassermatrosen: Furious Seas
Nix für Landratten und Süßwassermatrosen: Furious Seas

In der Kampagne müssen wir verschiedene Piratenkapitäne jagen und vorher natürlich ihre Schergen ausschalten. Allzu viel Inhalt gibt es leider noch nicht, im Anschluss könnt ihr Furious Seas aber noch im Survival- oder Explorationmodus ausprobieren. Survival legt den Schwerpunkt auf den Kampf, Exploration auf das Erkunden.

Besiegte Gegner hinterlassen zudem Rettungsboote mit Loot – das kann ein Schatz sein (genug davon gesammelt und ihr könnt euch eines von zwei weiteren Schiffen kaufen) aber auch ein Reparaturset (Heilung fürs Schiff), temporär bessere Kanonen, Sprengstofffässer um Feinde explodieren zu lassen oder ein Rammsymbol mit dem das Schiff für kurze Zeit sehr viel schneller fährt und gerammte Gegner viel Schaden nehmen. Knifflig aber sehr spaßig!

Tolle Grafik und echter Seegang

Grafisch ist Furious Seas überzeugend. Die Umgebungen, vor allem die Schiffe, sind realistisch gestaltet, Animationen sind hervorragend und dass für die Bewegungen der Crew Motion Capturing genutzt wurde merkt man positiv. Das Meer ist ebenfalls gelungen, vor allem der Seegang wirkt realistisch und sorgt für Freibeuter-Gefühle. Erstaunlich: Seekrank wird einem dabei nicht oder zumindest kaum.

Abraxa als Motion-Sickness-Benchmark gibt ebenfalls Entwarnung: Solange der Spieler sich auf Fixpunkte konzentriert ist keine Motion Sickness zu befürchten. Was ich aber interessant fand ist das Gefühl, tatsächlich auf einem schwankenden Deck zu stehen, das besonders stark wird, wenn man das Steuerrad kurz loslässt und auf Deck umherwandert. SO muss VR!

Fazit zu Furious Seas: Arrrr! Kaufen!

Furious Seas befindet sich noch im Early Access, so dass in Zukunft sicherlich noch weitere Funktionen hinzugefügt werden. Der jüngst erschienene Multiplayermodus wurde von uns natürlich ebenfalls ausgetestet, in einer Runde mit Sandora (ohne Vlaeg allerdings) und Hoshi82 konnte das Spiel ebenfalls überzeugen.

Mit aktuell 16,79 Euro ist das Spiel bei Steam zwar keines der günstigen VR-Games, der Preis ist angesichts des Spielspaßes aber mehr als gerechtfertigt. Ich hatte schon seit sehr langer Zeit nicht mehr so viel Freude bei einem Spiel – ganz egal ob VR oder Flat. Furious Seas hat in meinen Augen keine störenden Kanten, die den Spielspaß einschränken: Die Grafik ist klasse, die Steuerung sogar extrem gut gelungen und die Kämpfe bringen unkomplizierten Spaß. Einzig die Hintergrundmusik ist etwas wenig mitreißend für die packenden Seeschlachten.

Abhilfe schafft eigene Musik im Hintergrund: Der Soundtrack von Fluch der Karibik oder Musik von Mr. Hurley und die Pulveraffen bringen Furious Seas tatsächlich auf ein ganz neues Level (schaut mal in unser Testvideo unter dieser News und urteilt selbst). Protipp: Mit den Artikeln aus der Amazon-Box unter diesem Test seid ihr perfekt auf das Spiel vorbereitet!

Fazit: 9 von 10 Buddeln Rum für Furious Seas 

Furious Seas
Furious Seas
Entwickler: Future Immersive
Preis: 16,79 €

 

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