Tactsuit x40 von bHaptics – die Weste mit haptischen Feedback für PCVR und Quest im Test

Wir haben heute den Tactsuit x40 von bHaptics im Test. Die haptische Weste bringt in vielen Spielen ein gesteigertes Immersionsgefühl. Aber ist sie ihr Geld wert?

Als das Paket mit der Weste von DHL geliefert wurde, fühlte ich mich wie ein Kind an Weihnachten. Mit glänzenden Augen habe ich leicht an dem Paket gerüttelt, um zu hören, was sich darin befindet. Mit einem breiten Grinsen öffnete ich langsam die Umverpackung und hielt die Box meiner Träume in meinen Händen. Ich konnte es kaum erwarten zu schauen, was mich in der schwarz-gräulichen Box, mit der Aufschrift „Tactsuit X40“, erwartet. Kurz nachdem ich die Packung geöffnet hatte und die Weste erblickte, fühlte ich mich direkt, als wäre ich der nächste Batman. Die Weste könnte wirklich direkt von unserem schwarz gekleideten Rächer stammen. Auch die Verpackung an sich und das Unboxing-Erlebnis wirkten sehr hochwertig. Was mich aber in der Packung alles erwartete und ob mich die Weste überzeugen konnte, seht ihr nun im Test.

Das Verpackungsdesign kann sich sehen lassen.

Was ist in der Box?

Falls Brad Pitt mitlesen sollte, ich erzähle euch nun ohne Umwege was sich in der Box befindet. Das Erste, was ihr seht, wenn ihr die Verpackung öffnet, ist der Tactsuit x40. Dieser verbirgt sich unter einem durchsichtigen Plastikschutz und kann sehr leicht aus der Box entnommen werden. Ihr könnt die Weste sogar sehr leicht wieder in der Box verstauen, wenn ihr sie nicht nutzt. Direkt unter der Weste findet ihr zwei Fächer, wo sich eine Anleitung und diverses Zubehör befindet. Das Zubehör besteht aus einem Bluetooth Dongle, um die Weste mit eurem PC verbinden zu können. Einem Ladekabel, um eure Weste zu laden. Zudem ist ein Audio-Verbindungskabel enthalten, um die Weste auch mit eurem Smartphone oder einer Konsole verbinden zu können. Auch habt ihr einen Audio-Splitter an Board, damit einerseits die Weste, aber auch eure Kopfhörer, gleichzeitig Sound empfangen können. Ihr habt also alles, um direkt durchstarten zu können.

Das erwartet euch in der Box.

Direkt aus Batmans Kleiderschrank

Bevor ich auf die Funktionalität der Weste eingehe, wollte ich noch kurz über das Aussehen, die allgemein Qualität und den Tragekomfort sprechen. Das Aussehen der Weste wirkt wirklich wie aus dem Kleiderschrank unseres latexverliebten Fledermausmannes. Das Design ist gut gewählt und verströmt diesen Superhelden-Vibe sehr gut. Sobald ihr die Weste angezogen habt, fühlt ihr euch gleich auch wie ein Verbrechensbekämpfer (oder Superschurke – das ist eure Wahl) und ihr seid bereit, jegliche VR-Feinde oder Gegner in die Flucht zu schlagen. Die Verarbeitung ist auch super und man findet nirgendwo lose Fäden oder billiges Material. Der Tragekomfort der Weste ist okay und sie fühlt sich auch nach längerer Spielzeit ganz gut an. Durch die seitlichen Öffnungen, die nur aus zwei elastischen Haltegurten bestehen, wird einem auch nach längeren und intensiven VR-Sessions nicht zu warm. Auch das Gewicht ist mir mit 1,7 kg bisher nicht störend aufgefallen.

Die ganze bHaptics Reihe könnte glatt aus Batmans Kleiderschrank stammen.

 

Wie funktioniert die Weste?

Das haptische Feedback der Weste funktioniert bei dem Tactsuit x40 mit 40 kleinen Vibrationsmotoren, die in verschiedener Stärke und Kombination angesteuert werden können. Dies geschieht entweder durch nativen Support, der von den Entwicklern in eines ihrer Spiele implementiert wurde oder durch Mods, die diese Funktion mit der Weste im Nachhinein noch ermöglichen. Auch kann durch die hauseigene bHaptics Player PC-Software oder der Smartphone-App jegliches Audiosignal, entweder vom PC oder einer externen Quelle mit Kopfhörereingang, in ein haptisches Feedback umgesetzt werden. Ihr findet 20 Vibrationsmotoren auf der Rückseite der Weste und 20 Vibrationsmotoren auf der Vorderseite, die dann je nach Input verschiedene Vibrationsmuster darstellen. Die Vibrationen reichen vom ganz sanften Rucklern bis hin zu stärkeren Erschütterungen. Dadurch werden leichte Berührungen oder starke Explosionen sehr gut dargestellt. Aber nicht vergessen, dass es sich hier nur um Vibrationen handelt. Diese stellen in keiner Form echte Berührungen nach, steigern aber dennoch im Spielgeschehen die Immersion.

Hier könnt ihr die Vibrationsmotoren sehen. Die x40 Weste hat 40 Stuck davon verbaut.

Welche Spiele werden unterstützt?

Eine ganze Reihe an VR-Games werden von der bHaptics Weste unterstützt. Doch nicht alle von ihnen haben nativen Support bekommen. Einige von den unten stehenden Games benötigen noch Mods, um die bHaptics Funktionalität zu ermöglichen. Darunter leider auch Titel wie Population One oder Half Life: Alyx. Das Modden ist auch nicht immer einfach gehalten und benötigt manchmal einiges an Zeitaufwand. Auch was den nativen Quest Support angeht, müssen Nutzer noch regelrecht in die Röhre schauen. Da ist die Auswahl an supporteten Spielen leider noch relativ klein gehalten, soll aber mit der Zeit noch wachsen. Deshalb kann ich die Weste auch nur Leuten empfehlen, die auch PC-VR spielen, da ihr dort einfach die meisten unterstützten Spiele habt. Wie ihr diverse Mods installiert und auf was ihr achten müsst, verrate ich euch unter den jeweiligen Kategorien.

Link zu der immer aktuellen Liste an supporteten Spielen

PCVR Spiele

Spiele mit nativer Unterstützung

Spiele mit nativer bHaptics-Unterstützung funktionieren ohne viele Umwege. Verbinde die Weste über die bHaptics Player Software und dem beiligenden Bluetooth-Dongle mit dem PC, starte das jeweilige Spiel und wähle die bHaptics Weste in den Spieloptionen aus, wenn sie noch nicht zum Spielstart erkannt wurde.

Spiele, die einen Mod benötigen

Für Spiele die noch einen externen Mod brauchen, um zu funktionieren, sieht es leider ein wenig anders aus. Der einfachste Weg ist, ihr startet die bHaptics Portal Software, die ihr über diesen Link runterladet und entpackt. Dann startet ihr die Software und geht auf das Spiel, was ihr gerne mit eurer Weste spielen wollt.  Ein Pop-Up erscheint, welches euch alle Links, Hinweise und sogar einen Video-Guide bietet, wie ihr eurer Spiel mit dem Tactsuit zum Laufen bekommt. Es ist nicht die einfachste Lösung, aber trotzdem sehr bedienungsfreundlich gestaltet, da das bHaptics Portal euch quasi an die Hand nimmt. Dann wie gewohnt die Weste über die bHaptics Player Software und Bluetooth verbinden. Trotzdem ist es weit entfernt von einer Click & Load Lösung, die grade für nicht ganz so technikversierte Spieler einfacher wäre.

Oculus Quest Games

Auch für Quest-Games ist es sehr einfach gehalten. Stelle sicher, dass du die Weste eingeschaltet hast, starte das Spiel auf der Quest und wähle die bHaptics Weste in den Spieleinstellungen aus. Sie sollte sich sofort verbinden und du kannst dich dem haptischen Vergnügen hingeben.

Auf dem PC sehr ihr im bHaptics Portal sofort, welche Spiele supportet sind.

Das Schweizer Taschenmesser für haptisches Vergnügen

Ihr habt auch noch andere Möglichkeiten die Weste in eure Unterhaltungsmedien einzubeziehen. Neben dem nativen Support für Games habt ihr auch die Möglichkeit, die Weste mit VR-Games ohne direkten Support, Konsolen, Musik von eurem PC oder Smartphone oder sogar beim Filme schauen zu benutzen. Wie das funktioniert und mit welchen Limitationen ihr dann leben müsst, da gehen wir jetzt drauf ein.

  • VR-Games ohne direkten Support

I wollt VR-Games auch ohne nativen Support oder Mods mit haptischen Feedback spielen? Kein Problem. Mithilfe der Desktopsoftware bHaptics Player könnt ihr auch jegliche Audiosignale in haptisches Feedback umwandeln. In meinen Augen ein nettes Gimmick, aber es kommt nicht an den nativen Support ran. Die Vibrationsmuster wirken willkürlich und passen nicht immer mit dem Spieleinhalt zusammen. Bei Rhythmus-basierten Games wie Pistol Whip ist es dennoch ganz nett.

  • Konsolen – auch Konsoleros haben Gefühle

Ihr könnt eure Weste auch mit diversen Konsolen oder sogar PSVR nutzen. Dies hat aber zur Folge, dass ihr auch hier nur die jeweiligen In-Game Sounds in haptisches Feedback umwandelt. Das ist bei Rhythmus-basierten Games schon eine gute Lösung, kann aber dennoch nicht mit nativem Feedback mithalten. Ich finde es dennoch gut, dass diese Möglichkeit existiert, auch wenn die Umsetzung nicht die Beste ist. Und ihr habt hier den Nachteil, dass die Weste mit dem Kopfhörerausgang der jeweiligen Konsole oder PSVR Brille verbunden sein muss und ihr dann nur durch den beiliegenden Audio-Splitter auch den Sound durch eure Kopfhörer hören könnt.

  • Musik – Fühle den Beat

Ihr könnt auch jeglichen Audio-Output eures PCs oder eures Smartphones in haptisches Feedback umwandeln. Für mich ist diese Funktion ganz nett, aber kein Kaufargument. Vor allem ist das grade bei einem Smartphone umständlich, da dieses durch das mitgelieferte Audio-Kabel mit der Weste verbunden sein muss und ihr dann nur noch die Musik über kabelgebundene Kopfhörer über den beigelegten Audio-Splitter hören könnt. Musik-Feedback durch eine Bluetooth-Verbindung ist bisher nur mit dem PC möglich. Auch ist das haptische Feedback allgemein bei vielen Lieder sehr ungenau und fühlt sich wie wild durcheinander gewürfelt an. Es ist ganz nett für die ersten Versuche mit der Weste, aber definitiv kein Feature was ich häufiger nutzen werde.

  • Filme mit Feedback

Das, was ich unter Musik geschrieben habe zählt hier auch für Filme. Die ganze Sache ist zu umständlich und nur ein nettes Zusatzfeature. Zudem hätte ich keine Lust zwei Stunden mit der Weste nur herumzusitzen und zufällig generiertes Geruckel zu spüren, wenn man auch bequem einen Film schauen kann. Die Weste zeigt eher ihre Stärken in Bezug auf VR-Games, da sie dort wenigstens etwas zur Immersion beitragen kann.

Die Westen von bHaptics sind mit PC, Quest und auch Konsolen nutzbar.

Fazit: Ich will sie gar nicht mehr hergeben, aber sie ist definitiv nichts für Jedermann

Ich konnte die Weste nun für einige Zeit testen und mag sie nicht mehr missen. Aber möchte trotzdem darauf hinweisen, dass ich nach der ersten Nutzung ein wenig enttäuscht war. Es ist halt keine Weste, die euch Schläge oder Streicheleinheiten in gewohnter Weise nahebringt, sondern diese nur durch gezielte Vibrationen emuliert. Dies sollte euch klar sein, bevor ihr euch für eine bHaptics Weste entscheidet. Ich habe aber in manchen Spielen trotzdem das Gefühl, dass die Immersion dadurch schon sehr erhöht wird. Herzschläge werden in spannenden Situationen gut dargestellt und geben euch ein beklemmendes Gefühl, Explosionen wirken lebensechter und es ist der nächste Schritt in Richtung Ready-Player-One. Und auch wenn ich manchmal immer noch nicht zu 100 % von der Weste überzeugt bin, fehlt sie mir sehr, sobald ich wieder ein unterstütztes VR-Spiel ohne sie starte. Sie ist nicht etwas, was man wirklich haben muss. Aber wenn man sie einmal hat, mag man sie nicht mehr hergeben. Leider ist sie durch den Preis von knapp 600 Euro nur für wirkliche Enthusiasten interessant und sollte auch nur in Erwägung gezogen werden, wenn man auch noch das letzte Stück Immersion aus euren Games herausholen wollt. Ein paar Nachteile hat die Weste auch. Je nach Vibrationsstärke kann sie schon laut werden, was auch während des Spielens aufgefallen ist. Und der Reißverschluss-Halter klapperte durch die Vibrationen wild umher, was ich aber durch einen Streifen Klebeband um den Halter schnell lösen konnte. Da hätte ich mir auch sowas wie einen Gummiüberzug gewünscht, was dies verhindert hätte. Aber alles in allem ist dies die beste Lösung, falls ihr euch haptisches Feedback für zu Hause wünscht und bHaptics scheint sehr ambitioniert zu sein immer mehr Spiele zu unterstützen. Sie ist also durchaus ihr Geld wert, wenn ihr bereit seid, so viel auszugeben.

Hier seht ihr den Tactsuit x16 (links) und den Tactsuit x40 (rechts).

Für den kleineren Geldbeutel gibt es aber auch noch die x16 Weste, die mit nur 16 Vibrationsmotoren kommt. Diese konnte ich leider bisher nicht testen, soll aber auch schon für viele Anwendungen ausreichen und kostet „nur“ knapp unter 400 Euro. Dies könnte grade für kompetitive Shooter-Spieler interessant sein, da die Weste mit 0,9 kg etwas leichter ist und trotzdem genug Vibrationsmotoren hat, um Schussrichtungen zu fühlen.

Einige der Links in diesem Artikel sind (unter Umständen) sogenannte Affiliate-Links. Mit einem Kauf über einen dieser Links bekommen wir eine kleine Provision, für euch ändert sich nichts.

Anzeige




1 Kommentar

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.