Marvel Powers United VR im Test – Koop-Shooter exklusiv für Oculus Rift

Marvel Powers Unlimited für Oculus Rift

Oculus versorgt seine Kunden regelmäßig mit hochwertigen Exklusivspielen. Ob auch Marvel Powers United VR eine Empfehlung verdient lest ihr in unserem Test des Spieles.

Superhelden sind in Mode: Kaum ein Hollywoodfilm ohne Spiderman, Thor, Hulk oder irgendeinen der Guardians of the Galaxy – im Zweifel halt immer Groot.. Dass in Bezug auf X-Men und Konsorten bereits eine gewisse Ermüdung einsetzt ändert aber nichts daran, dass es noch einmal etwas komplett anderes ist wenn man tatsächlich in die Haut der Superhelden zu schlüpft. Und genau das verspricht Marvel Powers United VR..

Koop-Shooter, hochglanzpoliert

Das für 39,99 Euro exklusiv im Oculus Store angebotene Spiel ziert auch eine Sonderedition des Oculus-Rift-Bundles – für 449 Euro liegt Marvel Powers United dem Set aus Oculus Rift und Touch-Controllern zusätzlich zu den bereits bekannten Inklusivtiteln bei.  Doch worum geht es?

Marvel Powers United VR ist im Herzen ein solider Arenashooter für vier Spieler im Koop – bei Bedarf können KI-Kameraden fehlende Mitspieler ersetzen. Story gibt es wenig, hauptsächlich im Tutorial-Prolog. Der Prolog führt tatsächlich sehr schön in das Spiel ein, erklärt die Steuerung anhand von Captain America oder Black Widow und sorgt für die ersten Begegnungen mit Deadpool, Spiderman und Hulk. Schön inszeniert – so könnte es weitergehen.

Tut es (leider?) nicht. Die Einleitung dient nur als Rahmen für die folgenden Arenakämpfe gegen zahlreiche gegnerische Soldaten und immer auch gegen einen Endboss aus dem Marvel-Universum. 10 Maps stehen zur Auswahl – sie bieten nicht nur unterschiedliche Settings sondern auch jeweils andere Gegner. Flott noch unseren Lieblings-Marvelhelden ausgewählt, auf Mitspieler gewartet und es los geht’s.

Marvel Powers United VR – 18 unterschiedliche Marvel-Helden spielbar

Damit auch wirklich jeder seinen Lieblingshelden spielen kann – zumindest wenn der Held sich im Marvel-Universum befindet – haben die Entwickler von Sanzaru Games insgesamt 18 spielbare Helden integriert. Neben Deadpool, Hulk, Spiderman, Thor und Captain America sind auch die drei Gothics Black Panther, Black Bolt und Black Widow sowie ein guter Teil der Guardians of the Galaxy (inklusive Rocket und Starlord) mit dabei. Alle jetzt nicht genannten Superhelden mögen uns entschuldigen, vor allem Wolverine.

Die Helden sind teils sehr unterschiedlich bewaffnet – sie sind ganz wie in den Comics und Filmen eher auf Nah- oder Fernkampf ausgelegt beispielsweise. Da sich die Spielweisen durchaus unterscheiden, dürfte so tatsächlich jeder Spieler seinen Lieblingshelden finden. An der Balance sollten die Entwickler allerdings noch ein wenig feilen. Gibt es zwischen einigen Helden zu wenige Unterschiede, stechen einige durch besonders heftige Attacken heraus.

Spannend sind aber auch die nur in VR wirklich spürbaren Größenunterschiede – Rocket neben Hulk, ein tolles Gefühl.

Gespart haben Sanzaru Games aber an den Spielmodi: Es gibt genau einen Spielmodus in dem wir zusammen  eine Station verteidigen, dabei Gegnerwellen abwehren, einen Endboss töten und Energiezellen einsammeln. Der Spielmodus bringt Spaß, bietet aber auf Dauer nur wenig Abwechslung – wir hoffen auf Erweiterungen in der Zukunft. Und gerne auch so „simple“ Modi wie Capture the Flag, danke.

Steuerung und Grafik vorbildlich

Während viele Indie-VR-Spiele kaum mit ihrer Grafik punkten können bieten die exklusiven Oculus-Titel gewohnheitsgemäß ein höheres Niveau. Auch bei Marvel Powers United überzeugt die Grafik mit ihrem hübschen Comiclook und vielen netten Details. Mit einer GTX 1070 konnten wir das Spiel problemlos spielen – sogar per Revive auf der HTC Vive, die erfahrungsgemäß höhere Anforderungen an die Grafikkarte stellt als die Oculus Rift.

Allerdings gab es gelegentlich, offenbar durch Revive bedingte, Ruckler. Zudem konnte sich das Spiel ab und zu nicht mit dem Oculus-Server verbinden, was aber selbst für Singleplayer-Runden nötig ist.

Die Steuerung ist auf die Touch Controllern der Oculus Rift ausgelegt – das können wir einem Exklusivspiel schlecht negativ anrechnen, vor allem da Rift-Nutzer eine sinnvolle Belegung der Controller vorfinden und intuitiv loslegen können. Das Touchpad der Vive-Wands agiert hingegen wie so oft als Ersatz für zahlreiche Knöpfe, was im Gefecht durchaus stört und wenig intuitiv ist.

Groot in Marvel Powers United VR
Den Groot-Sprössling können wir leider nicht selbst spielen.

Fazit von Dod

Marvel Powers United kam in der US-Presse eher schlecht weg, dort wurde zu wenig Abwechslung bei den Helden und die fehlende Missionsvielfalt gescholten. Durchaus begründete Punkte, die mich allerdings nicht davon abhalten euch das Spiel zu empfehlen. Ja, es ist im Herzen nur ein Waveshooter mit freier Bewegung. Die Präsentation und die Marvel-Lizenzen sowie der liebevolle Umgang der Entwickler damit machen daraus dann aber doch eine tolle VR-Erfahrung. Im Koop mit Freunden sind die Kämpfe ein großer Spaß, sogar Random-Matches mit Unbekannten sind motivierend. Besonders grandios: Wenn die Mitspieler ihre jeweilige Rolle ernst nehmen und sich wie ihre Comic-Vorbilder verhalten. Daher: Kein günstiger Spaß aber sein Geld wert.

 

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