Moriar spielt: Carly and the Reaperman – ausführlicher Test

Kooperativer VR-Spass mit Carly and the Reaperman

Carly and the Reaperman von Odd Raven Studios ist ein wirklich hervorragender VR Koop-Plattformer. Lest hier den Gast-Test von Steam-Kurator Moriar.

Das Spiel kommt in seinem Detailreichtum zwar nicht an AAA-Produktionen, wie Moss heran, es ist auch nicht so schnell und schwer wie z.b. Tinteria. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn dadurch, dass es ein Koop-Spiel ist, bietet es, ähnlich wie Eye in the Sky ganz eigene und kreative Interaktionsmöglichkeiten mit dem Spiel und natürlich auch unter den beiden Spielern.

Grafisch kommt es nicht an Moss heran, aber die Hauptwelt ist schon sehr detailreich gestaltet und man schaut sich gerne überall um. Die kleine Welt und ihre Charaktere erinnern ein klein bisschen an Tim Burtons Beetlejuice und ähnliche Figuren. Also eher düster aber mit einem ordentlichen Schuss Humor und Niedlichkeit. Die Level selbst sehen mit ihren Hindernis-Elementen allerdings immer ähnlich aus. Sie sind aber immer anders zu meistern. Die wirklich gute Musik hilft, dieses kleine Manko geschickt zu überspielen; so wie überhaupt das einzigartige Gameplay eine tolle Spielatmosphäre schafft.

In gewisser Weise ist Carly and the Reaperman schon mit Moss vergleichbar. In beiden übernimmt der VR-Spieler die Rolle einer omnipräsenten Figur , die einem eher kleinen Charakter auf seinem Abenteuer helfen will. Ein großer Unterschied zwischen den beiden ist, dass bei Carly and the Reaperman der zweite Charakter von einer anderen Person kontrolliert wird, ganz wie bei Eye in the Sky.

Kooperativer Multiplayer an einem PC – Flat und VR

Aber zum Glück braucht man auch hier keinen zweiten PC, da sowohl VR als auch PC-Player auf dem gleichen Computer zusammen spielen können. Die Verwendung dieses zweiten Bildschirms als aktiver Bildschirm und nicht nur als passiver Publikumsbildschirm ist wunderbar umgesetzt. Es sollte viel mehr Spiele dieser Art geben. Es ist fast so wie früher, als man zusammen sitzend vor dem Bildschirm diverse Splitscreen oder Koopspiele durchgezockt hat.

Trotzdem kann man, wenn man keinen zweiten Spieler findet, das Spiel auch im Singleplayer oder sogar im Mulitplayer spielen.

Wie bei Platformern üblich, beginnen sie in der Regel mit einem einfachen Einführungslevel, damit wir uns an die Mechanik des Spieles gewöhnen können, um von dann an immer schwieriger zu werden. Carly and the Reaperman ist hier keine Ausnahme. Der Schwierigkeitsgrad bleibt aber immer fair und mit etwas Überlegung sind die Rätsel und Hindernisse schnell gemeistert. Dadurch, dass die beiden Charaktere unterschiedliche Aufgaben erfüllen können, ergeben sich immer wieder interaktive, kooperative Situationen. Glücklicherweise setzt das Spiel die Spieler (bis auf wenige Ausnahmen) nicht unter ZeitdruckSo haben wir Zeit, um zusammen einen Lösungsweg zu finden.

Tolle Interaktionsmöglichkeiten

Kommunizieren können die Spieler, da sie im Normalfall im selben Raum spielen, einfach so, analog sozusagen. Carly hat aber auch die Möglichkeit im Spiel mit dem Reaperman zu interagieren. Dafür stehen ihr vier verschiedene Aktionen zur Verfügung. Aktiviert der Carlyspieler eine dieser Möglichkeiten, werden kleine Comicbilder über dem Kopf der Figur angezeigt. Es gibt Böse, Lachen, Schnarchen. Und natürlich kann Carly dem Reaperman zuwinken und zusätzlich kann sie noch mit einem Laserpointer auf Dinge hinweisen. Der Reaperman benutzt einfach seine Hände (VR-Controller), um verschiedene Gegenstände zu bewegen oder umzubauen. Oder einfach zurück zuwinken. Toll ist auch, daß der Unterkiefer des Reaperman sich mitbewegt, wenn der VR-Spieler spricht – sofern das Mikrofon eingeschaltet ist.

Trotz dieser vielen Möglichkeiten zwischen den beiden Spielern ist es etwas schade, dass die kleine Carly keine „Pausenanimationen“ hat und lediglich mit den Augen klappert, wenn sie länger rumsteht. Da zappelt Quill bei Moss schon mehr rum, Carly sieht dagegen eher apathisch aus.
Allerdings kann Carly, den großen Knochenmann neu einkleiden…

Während sich der VR-Spieler frei bewegen und mithilfe der Menuetaste das Spielfeld drehen und verschieben kann um sich somit überall einen Überblick zu verschaffen, muss der PC-Spieler in gewohnter Plattformermanier die Welt erkunden. Allerdings hat er die Möglichkeit einen Blick in den Kopf des Reaperman zu nehmen und kann dann durch die Augen des Skelettmannes sehen.

Carly and the Reaperman ist eine Empfehlung

Sonst hat er eine Third-Person-Ansicht auf Carly und muss sie so in den verschiedenen Leveln im Spiel steuern, um diese leuchtenden Geister-Token, in denen die Erinnerungen schlummern, zu sammeln, während sie versucht Hindernisse zu überwinden und den Ausgang zu finden. Der VR-Spieler, der den Reaperman steuert, ist somit eher eine Helfer in der Not. Jedoch mit den Möglichkeiten, den Weg frei zu räumen oder einen neuen Weg zu schaffen um Carly ans Ziel zu bringen. Ohne ihren großen Helfer und Baumeister würde Carly es nicht schaffen – der Reaperman ist also viel mehr, als nur ein Helfer. Denn es gibt Teile und Hindernisse in den Leveln, die nur der VR-Spieler sehen kann. So muss der Reaperman immer wieder die kleine Carly leiten, damit sie sicher über die Plattformen gelangt. Auch kann der VR-Spieler mehr von der Plattform auf einmal einsehen und sie sogar bewegen oder um sie herumgehen, um jeden Winkel und jede Ritze zu sehen.

Carly and the Reaperman bieten ein ausgefeiltes Koop-Erlebnis für PC- und VR-Spieler. Jeder kann das Spiel auf eine einzigartige Weise erleben, was die Wiederspielbarkeit erhöht. Carly and the Reaperman ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie ein VR-PC-Koop-Spiel funktioiert, um jeden Spieler auf unterschiedliche Weise zu beschäftigen aber dennoch gemeinsam auf das gleiche Ziel hin arbeiten zu lassen.

Moriar urteilt: Eine absolute Empfehlung!

Carly and the Reaperman - Escape from the Underworld
Carly and the Reaperman - Escape from the Underworld
Entwickler: Odd Raven Studios
Preis: 15 €

Mehr kooperative Reviews:
https://store.steampowered.com/curator/32170554/

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