Puzzle Bobble meets Virtual Reality: Rainbow Reactor im Test

Rainbow Reactor ist eine farbenfrohe Interpretation des kultigen Puzzle Bobble.

Rainbow Reactor ist ein Virtual Reality Puzzlespiel auf den Spuren von Puzzle Bobble – wir haben es getestet.

Die ein bisschen älteren VR-Spieler unter uns kennen es vielleicht noch: Puzzle Bobble (oder auch Bust-a-Move). Erstmals 1994 in Japanischen Arcade-Hallen erschienen kennt heutzutage eigentlich jeder das Spielprinzip des Videospielklassikers. Es gilt, gleichfarbige Bälle zu Gruppen von mindestens drei zu verbinden, dann lösen sich diese auf – dafür gibt es Punkte. Das kinderleichte Konzept von Puzzle Bobble haben die Entwickler von Rainbow Reactor aufgegriffen und eine farbenfrohe Interpretation des Klassikers für die virtuelle Realität geschaffen. Für den Test sei angemerkt, dass es sich um ein Early Access Spiel handelt. Über die Zeit wird der Umfang des Spiels also noch wachsen. Das Testergebnis wird dadurch aber nicht beeinträchtigt.

Saubere Regenbogen-Energie

Das VR-Headset aufgesetzt und das Spiel gestartet werden wir direkt von Dottie begrüßt, einem Roboter der in der riesigen Fabrik arbeitet, in welcher wir uns nun befinden. Die Fabrik dient dazu, die gesamte Stadt mit sauberer Regenbogen-Energie zu versorgen. Da aber leider der Ladekran ausgefallen ist, mit dem der Regenbogen Reaktor normalerweise befüllt wird, muss nun ein Hilfsroboter diese Aufgabe übernehmen – und in genau dessen Rolle schlüpfen wir nun.

Ziel ist es also, möglichst viel Energie herzustellen. Um diese freizusetzen müssen mindestens drei gleichfarbige „Chroma-Bälle“ nebeneinander im Reaktor liegen. Dann lösen sich die Bälle in einer Reaktion auf, was uns Punkte und der Stadt Energie beschert. Durch geschicktes Platzieren der Bälle lassen sich aber auch größere Reaktionen mit mehr als drei Bällen herbeiführen, welche uns noch mehr Punkte aufs Konto schreiben. Dazu stehen wir vor dem Reaktor, in welchem von Levelbeginn an bereits einige Chroma-Bälle liegen. Von links und rechts rollen verschiedenfarbige Bälle auf Schienen auf uns zu, welche geschickt in den Reaktor geworfen werden müssen.

Von Levelbeginn an liegen bereits einige Chroma-Bälle im Reaktor.

Einfach zu verstehen, schwer zu meistern

Soweit so gut. Ein paar Bälle in einen Reaktor werfen ist zugegeben nicht wirklich die schwerste und aufregendste Aufgabe. Aber natürlich war das noch nicht alles! Was im ersten Level vielleicht noch wirklich lahm und unterfordernd ist, artet sehr schnell zu einem hektischen herumgefuchtel aus, was dem stark anziehenden Schwierigkeitsgrad von Rainbow Reactor zuzuordnen ist. Zum einen dürfen Chroma-Bälle unter keinen Umständen auf den Boden oder in den Reaktorschacht fallen. Daher ist einerseits Treffsicherheit gefragt. Andererseits muss man auch immer die Schienen links und rechts beachten, denn diese enden neben unserem Spielbereich abrupt – wenn wir die Bälle also nicht in die Hand nehmen, bevor sie das Ende der Schienen erreichen, landen sie auf dem Boden, was uns einen Strike beschert.

Sobald wir fünf Strikes gesammelt haben, ist das Spiel sofort beendet. Strikes sollten wir also möglichst vermeiden. Zusätzlich steigt mit jeder Reaktion ein Multiplikator, mit dessen Hilfe selbst kleinere Reaktionen noch eine gute Anzahl an Punkten einbringen können und größere Reaktionen um so wertvoller werden. Ein Strike setzt diesen Multiplikator jedoch wieder zurück – doppelt Grund aufzupassen. Es ist auch anzumerken, dass in jedem Level nur eine begrenzte Anzahl an Reaktionen durchgeführt werden kann. Man sollte sich also gut überlegen, wie man pro Reaktion möglichst viele Punkte ergattern kann.

Mixen und mischen

Etwas später im Spielverlauf treffen wir ebenfalls auf Chroma-Ball-Farben, an die wir nicht über unsere Schienen herankommen. Jetzt heißt es mischen: Einige Chroma-Ball Farben können mit anderen gemixt werden, indem man die Bälle mit seinen Händen „zusammenklatscht“. Der dann erhaltene Ball kann ganz normal in den Reaktor geworfen werden und bietet sogar eine noch höhere Energiemenge als vorher. Bei einer Reaktion mit solchen Bällen gibt es also noch mehr Punkte als sonst schon. Einige Farben jedoch lassen sich nicht mischen. Wenn man dies aber trotzdem versucht, entsteht ein schwarzer Chroma-Ball, der zu Boden fällt und uns einen Strike sichert – auch hier gilt es aufzupassen.

Ab Level sechs kommen uns unser Robo-Kollege sogar etwas entgegen. Dottie hat nämlich einen Vorhaltebehälter für uns installiert. In diesem können wir vorübergehend einen Chroma-Ball parken, um ihn später in den Reaktor zu werfen oder ihn zu einem späteren Zeitpunkt zum Mischen zu benutzen.

Zum Mixen der Farben müssen die Chroma-Bälle einfach zusammengeführt werden.

Um dem Spiel aber noch den letzten kleinen Stressfaktor zu spendieren, gibt es am hinteren Ende des Reaktors drei Röhren, durch die im Laufe der Runde immer mal wieder Chroma-Bälle in den Reaktor purzeln. Daher muss dieser Bereich am besten so gut es geht freigehalten werden – denn wenn die Chroma-Bälle keinen Platz finden, fallen sie recht schnell in den Reaktorschacht, was einen Strike bedeutet.

Am Ende eines Levels werden nun die Punkte abgerechnet. Auf die bereits erhaltenen Punkte für Reaktionen können jetzt noch Bonuspunkte kommen, einige Abzüge gibt es aber auch. Je nach Anzahl der im Reaktor verbleibenden Chroma-Bälle können nun Strikes abgezogen und Punkte abgezogen oder hinzugefügt werden. Wer seine Schicht ohne Strikes überstanden hat, bekommt ebenfalls Bonuspunkte. Die Wertung ist dabei sehr fair gestaltet, die Abzüge und Bonuspunkte wirken sinnvoll und nicht zu überzogen. Das Gameplay kann im Ganzen ebenso überzeugen. Das hektische Herumhantieren mit Chroma-Bällen macht deutlich mehr Spaß, als es auf den ersten Blick scheint. Es dauert zwar ein bisschen, bis man den Dreh beim Mischen und Werfen und Managen der Gesamtsituation heraus hat, dann macht es aber um so mehr Spaß.

Steuerung und Grafik

Die Steuerung von Rainbow Reactor ist sehr einfach und schnell zu verstehen. Mit den Triggern der Bewegungscontroller greift man die Chroma-Bälle. Geworfen wird wie in der VR üblich durch eine Armbewegung und das Loslassen des Triggers im richtigen Moment. Das Werfen ist übrigens extrem gut umgesetzt und fühlt sich genau richtig an. Mit ein bisschen Übung sitzt das Werfen und man trifft, wo man möchte.

Mit dem gleichzeitigen Drücken der beiden Grip-Tasten setzt sich ebenfalls die Standposition wieder zurück (direkt vor den Reaktor), so ist ein einfaches Ausrichten möglich. Falls es benötigt wird ist Snapturning übrigens auch eingebaut, auch wenn ich mir hier eine Einstellung zum Ausschalten wünschen würde. Vor allem mit den HTC Vive Wand-Controllern kommt man beim spielen mal aus Versehen auf das Touchpad und dreht sich dadurch ungewollt. Das kann zu nervigen, unvermeidbaren Strikes führen. Ansonsten ist an der Steuerung aber nichts auszusetzen.

Darf ich vorstellen: Dottie. Im Hintergrund übrigens die Stadt, für die wir Energie herstellen.

Auch die Grafik weiß ebenfalls zu überzeugen. Während die Hauptelemente wie Chroma-Bälle und Reaktor einfach gehalten sind, wurden Fabrik und der Hintergrund sehr detailreich gestaltet und sehen super aus. Zusammen bilden sie aber ein stimmiges Gesamtbild, das so auch in einem Titel mit deutlich mehr Budget hätte auftauchen können. Für die Grafik Freaks unter euch sei auch noch gesagt, dass die Auflösung direkt in den Einstellungen von Rainbow Reactor eingestellt werden kann.

Fazit

Rainbow Reactor ist ein wirklich spaßiges VR-Spiel. Die Grafik ist ansprechend, die Musik ist unterhaltend und das Gameplay ist überzeugend umgesetzt. Die gesamte Aufmachung von Rainbow Reactor ist einfach stimmig. Ebenfalls eignet sich das Spiel super, um euren Freunden und der Familie VR näher zu bringen. Wer also lust auf ein eher Casual angelegtes Puzzle-Spiel von der „och komm, eine Runde geht noch“-Sorte hat, der  sollte Rainbow Reactor definitiv in Betracht ziehen. Auch wer öfter mal anderen Leuten VR zeigt, macht mit Rainbow Reactor nichts falsch.

Aktuell kostet Rainbow Reactor 7,99€ auf Steam. Wir haben aber gehört, dass Rainbow Reactor in der ersten Woche nach Launch ordentlich heruntergesetzt ist – schaut also auf jeden fall mal auf der Steampage vorbei. Offiziell läuft auf HTC Vive und Oculus Rift. WMR und Pimax 5k/8k sind offiziell nicht unterstützt, sehr wahrscheinlich funktioniert das Spiel aber auch mit diesen. Hoshi82 konnte uns bereits bestätigen, dass alles mit der Pimax 5K+ super läuft! (Falls ihr mit der Kompatibilität Erfahrung habt, schreibt uns einen Kommentar, dann ergänzen wir das entsprechend). Kleiner Geheimtipp: Das Handbuch zu Rainbow Reactor ist echt nett gemacht, das solltet ihr euch mal anschauen!

Rainbow Reactor
Rainbow Reactor
Entwickler: Muikkumedia Oy, Tunermaxx
Preis: 7,99 €

Den Key für Rainbow Reactor haben wir vom Entwickler kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen – unsere Meinung oder das Testergebnis beeinträchtigt dies aber nicht!

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2 Kommentare

  1. Jo,…kann ich nix hinzufügen. Das Spiel ist eine richtig gute Empfehlung wert!!! Macht wirklich Spaß und ist als neu Perle in meiner Sammlung gelandet.
    Der Artikel passt komplett!

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