Neues Virtual Desktop Update soll Verbesserungen bringen, was Latenzen und Ruckler angeht. Wir haben es getestet.

Vor Kurzem ist ein weiteres Virtual Desktop Update erschienen und wir werden es für euch testen und mit der älteren Version vergleichen.

Das neuste Virtual Desktop Update bringt nun endlich „Synchronos Spacewarp (SSW)“, was nun Ruckler in Spielen noch effektiver reduzieren soll, wenn die Bildwiederholungsrate etwas ins Stottern gerät. Diese Funktion kannten wir schon von Oculus Air Link, was viele Spiele flüssiger hat wirken lassen, als sie eigentlich sind. Ich werde deshalb heute meine älteren Eindrücke von Virtual Desktop mit dem neusten Update vergleichen und schauen, ob sich diverse Neuerungen als nützlich herausstellen. Schon beim letzten Update war Virtual Desktop in vielen Bereichen besser geworden und hat Oculus Air Link weit hinter sich gelassen. Gerne hätte ich auch Air Link mit in den Test einbezogen, doch hat sich da seit Release nicht wirklich etwas getan und ich bekomme mit dem v30 Quest 2 Update nur noch Blackscreens mit Air Link.

Die Updatemeldung für Virtual Desktop mit der Version 1.20.10

Übersetzung der Update Meldung: Versionshinweise – Version 1.20.10

Sie benötigen die Oculus Rift Software, um PCVR-Spiele zu streamen.

– Synchronous Spacewarp (SSW) wurde bei Quest 2 hinzugefügt. Damit werden Stotterer reduziert, wenn Ihr PC die Framerate nicht erreichen kann oder Framerate-Einbrüche hat. Dies geschieht, indem das Spiel unter hoher Last mit halber Framerate gerendert wird und die fehlenden Frames auf dem Headset erzeugt werden. Sie können SSW auch auf der Registerkarte „Streaming“ ein- oder ausschalten
– Option Ultra VR-Grafikqualität hinzugefügt
– Die angezeigte Framerate im Performance-Overlay ist nun genauer
– Fehlermeldungen bei der Installation des Streamers auf Nicht-Administrator-Konten behoben
– Problem behoben, bei dem Spiele in nicht standardmäßigen Steam-Bibliotheken nicht in der Registerkarte „Spiele“ angezeigt wurden
– Spielkompatibilität behoben mit: Eagle Flight (Steam)

Nicht alle Spiele werden funktionieren, bitte prüfen Sie die Kompatibilitätsliste.

Zusätzliche Hinweise
Sie können Spiele starten, die nicht Teil Ihrer Oculus- oder Steam-Bibliothek sind, indem Sie mit der rechten Maustaste auf das Streamer-Symbol klicken, „Spiel starten…“ auswählen und die ausführbare Datei suchen. Alternativ können Sie Spiele über eine Batch-Datei (.bat) starten, indem Sie: VirtualDesktop.Streamer.exe „[ExecutablePath]“ nutzen.

Testsetup

Das Testsetup besteht aus einem Desktop PC mit einem Ryzen 3700X, einer 1070ti und 16GB DDR4-3200 RAM. Die Spiele befinden sich auf einer SSD und der Router ist eine Unitymedia Connect Box, welche über ein Ethernet-Kabel mit dem PC direkt verbunden ist. Die Connect Box befindet sich ca. einen Meter entfernt von meinem Spielbereich. Air Link und Virtual Desktop laufen beide über eine 5 GHz Verbindung, mit der keine anderen Geräte verbunden sind, um ein bestmögliches Ergebnis zu bekommen.

Spieleindrücke

Wieder mal habe ich eine gemischte Tüte an VR-Spielen rausgekram und werde diese mit dem neusten Update von Virtual Desktop testen. Ob sich fühlbar etwas geändert hat, könnt ihr jetzt in dem direkten Spielevergleich lesen. Die Spiele die ich ausgewählt habe sind: Beat Saber, Half Life: Alyx, VR Skater und Population One.

Beat Saber

Virtual Desktop (Eindruck aus dem älteren Test): Alles flüssig und selbst Expert+ war spielbar. Das grenzt schon fast an Magie.

Virtual Desktop (ohne SSW): Wie ihr auch schon den Werten entnehmen könnt, gab es hier keinen großen Unterschied. Beat Saber fühlte sich flüssig an und alle Expert+ Song waren gut spielbar.

Virtual Desktop (mit SSW aktiviert): Bei aktivierten SSW erhöht sich die Latenz leicht und es kommt immer mal wieder zu Artefakten. Diese sehen unschön aus und ich würde jedem raten Beat Saber ohne SSW zu spielen, sofern es euer PC zulässt.

Fazit: Virtual Desktop kann immer noch voll und ganz bei Beat Saber überzeugen. Nur die neue Funktion, der SSW, hat leider eher für Enttäuschung gesorgt. Ich konnte leider keine Verbesserung in Sachen Spielbarkeit feststellen und es hat leider auch zu diversen Artefaktbildungen geführt. Wenn euer PC gut genug ist, stellt es in den Optionen von Virtual Dektop lieber aus.

SSW konnte mich bei Beat Saber leider nicht überzeugen.

Half Life: Alxy

Virtual Desktop (Eindruck aus dem älteren Test): Durch das Update wirkt auch hier das Spiel viel flüssiger und auch gröbere Ruckler blieben komplett aus.

Virtual Desktop (ohne SSW): Leichte Ruckler, wenn ihr neue Gebiete betretet, aber flüssig spielbar.

Virtual Desktop (mit SSW aktiviert): Hier bringt SSW einen kleinen Vorteil. Durch die konstanten 90 FPS fühlt sich das Spielgeschehen viel flüssiger an. Die meisten Ruckler bleiben aus, dennoch kommt es hier und da zu Artefaktbildungen. Wenn euer PC gut genug ist deaktiviert es, um unschönen Artefakten zu entgehen.

Fazit: Hier konnte ich mit SSW ein besseres Spielgefühl feststellen. Vor allem wenn man neue Areale betritt kommen viel weniger Ruckler zustande. Ab und zu hatte ich aber auch hier diverse Artefaktbildungen, die die grafische Pracht von HL: Alyx beeinträchtigt haben. Ihr müsst dann selbst entscheiden, was euch wichtiger ist. Für langsamere PCs aber durchaus praktisch.

Durch SSW kommen viel weniger Ruckler zustande.

VR Skater

Virtual Desktop (Eindruck aus dem älteren Test): Alles lief flüssig und nur ganz selten mal einen Ruckler.

Virtual Desktop (ohne SSW): Ich habe hier keinen großen Unterschied bemerkt. Es spielte sich super und war fast frei von Rucklern.

Virtual Desktop (mit SSW aktiviert): Es brachte kaum einen Unterschied und nur die Artefaktbildung wurde schlimmer. Deshalb solltet ihr VR Skater zuerst mit deaktiviertem SSW probieren.

Fazit: Bei VR Skater konnte ich leider keinerlei Verbesserungen durch SSW sehen. Auch hier bleibt eher der Rat, dass ihr es deaktiviert, um Artefaktbildungen zu vermeiden.

Leider konnte ich hier durch SSW keine positiven Verbesserungen sehen.

Population One

Virtual Desktop (Eindruck aus dem älteren Test): Keine Ruckler mehr und auch die meisten Artefakte der älteren Versionen waren weg.

Virtual Desktop (ohne SSW): Die Latenz sinkt anhand der unten stehenden Zahlen, doch waren immer mal FPS-Einbrüche zu erkennen. Aber kein großer Unterschied zur vorherigen Version.

Virtual Desktop (mit SSW aktiviert): Alle Bewegungen sind ein wenig flüssiger geworden und FPS-Einbrüche blieben aus. Doch leidet die Grafikqualität manchmal durch die verstärkte Artefaktbildung. Trotzdem ein Spiel, was auf langsameren Rechnern von SSW profitieren könnte.

Fazit: Das Spielgefühl hat sich bei Population One mit SSW merkbar verbessert. Bewegungen waren flüssiger und während der Runden ist mir Nichts negativ aufgefallen. Nur im Hauptmenü kam es hier und da immer zu Artefaktbildungen und kleinen Rucklern. Es ist okay, aber wenn euer PC stark genug ist, würde ich es auch hier deaktivieren. Denn ihr solltet auch so eine butterweiche Erfahrung bekommen.

Das Spielgefühl wirkte flüssiger, hat aber auch zu Artefaktbildung geführt.

Fazit: Virtual Desktop ist immer noch die beste Lösung, aber…

Wie gesagt, Virtual Desktop ist immer noch meine erste Wahl, wenn es darum geht mit der Quest 2 kabellos PC-VR Spiele zu genießen. Doch die Einführung von Synchronos Spacewarp lief nicht wie erwartet ab. Wenn ihr SSW aktiviert, kommt es vermehrt zu Artefaktbildungen und einem leichten Nachzieheffekt in Spielmenüs. Es fällt während des Spielens kaum auf, dennoch ist es mir verstärkt aufgefallen, wenn ich z. B. irgendwelche Menüs bedienen musste. Einen positiven Eindruck hat die neue Funktion bei Population One hinterlassen, da sich viele Bewegungen sehr viel flüssiger angefühlt haben. Bei anderen Spielen hat es kaum eine Verbesserung gebracht. Wenn ihr einen starken Gaming-PC habt, stellt es lieber komplett aus. SSW könnte trotzdem für Spieler interessant sein, die keinen starken Gaming-PC besitzen und zuvor Probleme hatten viele Spiele flüssig spielen zu können.

Trotz diverser Rückschläge ist Virtual Desktop grandios und bietet auch ohne SSW die beste Option PC-VR Spiele mit eurer Quest oder Quest 2 spielen zu können. Oculus Air Link ist auch solide und kostenlos. Doch hatte ich während der letzten Quest 2 Updates immer wieder Probleme Air Link nutzen zu können. Und dies ist leider auch mit dem neusten v30 Quest 2 Update der Fall. Wenn ihr die knapp 20 Euro übrig habt und einen Gaming-PC für PC-VR Spiele habt, ist für mich Virtual Desktop ein Must-have.

Link zur Oculus Quest Version von Virtual Desktop

Einige der Links in diesem Artikel sind (unter Umständen) sogenannte Affiliate-Links. Mit einem Kauf über einen dieser Links bekommen wir eine kleine Provision, für euch ändert sich nichts.

Anzeige




Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.