Welches Notebook für Virtual Reality – der große VR-Check 2020

Auch Notebooks eignen sich für die virtuelle Realität, es gibt jedoch einige Fallstricke. Wir haben nicht nur Theorie für euch sondern real getestet.

Die meisten PCVR-Nutzer dürften einen (mehr oder weniger) großen Desktop-PC nutzen – vielleicht ja sogar einen nach unserer Kaufberatung für VR-PCs zusammengestellten. Natürlich ist ein solcher PC günstiger und flexibler aufrüstbar als ein Notebook. Praktisch sind die mobilen Computer aber schon – wird der Rechner nicht benötigt, verschwindet er einfach in einer Schublade, Notebooks lassen sich zudem mobil nutzen und bieten heutzutage gar nicht einmal so viel weniger Leistung als ein Desktop-PC.

Einen schlechten Ruf haben Notebooks in Verbindung mit Gaming primär aufgrund geringer Leistung zu früheren Zeiten. Lange waren Notebook-GPUs mindestens eine Leistungsklasse unter den Desktop-Varianten gleichen Namens. Das hat sich vor einigen Jahren mit den Nvidia GTX 1000-Karten geändert, seitdem liegt der Leistungsverlust deutlich niedriger. Was beeindruckend ist, da mobile Chips nur einen Bruchteil der Energie ihrer großen Geschwister nutzen dürfen und können.

Sonderfall Virtual Reality mit dem Laptop

VR-Brille anstecken, SteamVR oder Oculus starten und loszocken – es könnte so einfach sein. Ärgerlich wird es, wenn das Notebook entweder keinen passenden Videoanschluss für die VR-Brille bietet oder die Leistung aus unerklärlichen Gründen fehlt.

So ziemlich jedes aktuelle VR-Headset nutzt Displayport zur Bildübertragung (Ausnahme: Oculus Quest (2) mit Link, wo die Daten vorab komprimiert und via USB als Daten- statt Videostrom verschickt werden). Erst HDMI 2.1 bietet wieder genug Bandbreite für moderne VR-Hardware, ist aber bei Grafikkarten noch nicht verbreitet. Displayport ist daher momentan unabdingbar.

Zwar bieten sehr viele Notebooks zumindest einen Mini-Displayport, der sich mit einem günstigen Adapter VR-tauglich machen lässt, allerdings erscheinen mehr und mehr Geräte komplett ohne Displayportoption. Für den Betrieb eines externen Monitors ist üblicherweise HDMI vorgesehen. Zwar lässt sich HDMI 2.0 auch auf Displayport adaptieren, hier wird aber ein aufwändiger und nicht unbedingt günstiger aktiver Adapter benötigt – unpraktisch. Im Gegenzug bieten aber die meisten neuen Notebooks USB-C und oft auch inklusive der Möglichkeit, via USB-C Videosignale zu übertragen.

Kleiner USB-Exkurs

USB ist nicht gleich USB, auch wenn der Stecker vielleicht gleich aussieht. Und USB-C ist noch kein Hinweis auf hohe Geschwindigkeiten oder Videotauglichkeit. Hinter USB-C kann sich ein voll beschalteter USB-3-Anschluss mit hohen Datenraten, Videosignalen und Power-Delivery-Option für das Laden des Notebooks mittels USB-Kabel verbergen – oder auch nur USB 2.0 Geschwindigkeit ohne Video und Ladefunktion. Wichtig ist es daher, in der Notebookbeschreibung zu schauen ob der USB-C die gewünschten Features überhaupt bietet. Oder, wenn mehr als ein Port vorhanden ist, welcher der Anschlüsse die gewünschten Funktionen bereitstellt. Beispiel: Wir haben zum Testen das Asus ROG Zephyrus G14 in der Redaktion, bei dem nur der linke USB-C-Port Videosignale ausgibt während der rechts gelegene Port nur Daten (und Ladestrom) überträgt. Klassische Typ-A-Anschlüsse (die gewohnten flachen, in die der USB-Stecker immer zuerst falsch eingesteckt werden muss bevor man beim dritten Versuch richtig liegt) übertragen standardmäßig gar kein Bildsignal, adaptieren funktioniert hier also nicht.

USB -C falsch herum

Eigentlich ist der primäre Vorteil von USB-C seine Verdrehsicherheit: Egal wie der Stecker angeschlossen wird, es sollte immer passen. In der Realität muss das aber nicht immer so funktionieren. Wir hatten im Test der beiden Asus-Notebooks das merkwürdige Verhalten, dass sowohl Rift S als auch Index nach wenigen Sekunden kein Bild mehr in der Brille anzeigten – auf dem Monitor war die VR-Umgebung aber noch zu sehen und auch Bewegungen wurden registriert. Die Lösung: Einmal den USB-C/Displayport-Adapter anders herum eingesteckt, ging auf einmal alles wie gewünscht. Den folgenden Hellsplit-Stream hätte ich daher fast abgebrochen – bis zum glücklichen Finden der skurrilen Lösung. Übrigens trat das Problem im Testfeld nur bei den Asus-Notebooks auf.

Hier ist zwar ein HDMI-Port verbaut, für VR nutzen wir aber USB-C mit DIsplayportadapter. HDMI hat erst mit Version 2.1 genug Bandbreite, weshalb jede aktuelle PCVR auf Displayport setzt.

Falsch verbunden

Ärgerlich ist es, wenn USB-C-Anschluss brav ein Bild ausgibt, sich im Anschluss aber nicht die gewünschte Performance einstellt. Das Problem: Einige Notebooks verbinden den USB-C nicht mit der schnellen dedizierten Grafiklösung sondern mit der auf inzwischen fast jeder CPU vorhandenen iGPU. Diese ist aber in jedem Fall deutlich zu langsam für VR-Genuss. Leider gibt es von den Herstellern nur selten weiterführende Informationen zum Thema – ein weiterer Grund für unseren Test hier. Übrigens: Via Displayport oder Mini-Displayport wird in fast allen Fällen die schnellere Grafik weitergegeben.

Das Testfeld von Asus bis XMG

Um einen guten Querschnitt über die aktuelle Notebooklandschaft zu erhalten, haben wir uns insgesamt sieben Geräte in die Redaktion kommen lassen. Das von Ausstattung und Preis kleinste Notebook war das Lenovo Legion 5 mit AMD Ryzen 5 4600H, 16 Gigabyte RAM und einer Nvidia GTX 1650 mit 4 Gigabyte Speicher. Etwas teurer aber vor allem bei der GPU deutlich potenter: Das Asus TUF Gaming A17 mit Ryzen 7 4800H, 16 Gigabyte RAM und GTX 1660 Ti ist ein Vertreter der 1000-Euro-Klasse. Danach sind die Preissprünge größer, was zum Teil aber an der zusätzlichen Ausstattung einzelner Geräte liegt. Das XMG Fusion 15 beispielsweise liegt im Preisbereich um 1800 Euro, bietet mit Intel Core i7-9750H und RTX 2070 Max-Q sowie 16 GByte RAM aber auch eine deutlich flottere Grafiklösung und ist dank eines Gewichtes von unter 2 kg durchaus transportabel.

Wir haben uns in den letzten Monaten unzählige Notebooks von verschiedenen Herstellern zum Testen schicken lassen.

Noch handlicher ist das Asus ROG Zephyrus G14 mit nur 14 Zoll Displaydiagonale, dafür aber dem Ryzen 9 4900HS, 16 GByte RAM und eine RTX 2060. Highlight für verspielte Nerds wie Dod ist die AniMe-Matrix mit der sich Grafiken und Texte auf der Displayrückseite anzeigen lassen. Mehr dazu im Abschnitt des Notebooks später im Text. Die schnellste GPU stellte im bisherigen Testfeld das Lenovo Levion Y740 mit einer RTX 2080 Max-Q, als CPU kommt hier der Core i7-9750H zum Einsatz. Dessen Nachfolger, der Core i7-10750H hingegen findet sich im MSI GS75 Leopard, einem 17,3 Zoll Notebook, in dem Nvidias RTX 2070 Max-Q für die Grafikleistung sorgt. Die schnellste Gesamtausstattung geht hingegen an XMG, die mit dem Neo 15 ein Notebook mit Core i7-10850H, 16 GByte RAM und RTX 2070 Super Max-Q bereitgestellt haben – viel CPU-Power trifft potente Grafiklösung.

Die gute Nachricht zuerst: Alle getesteten Notebooks lassen sich für Virtual Reality nutzen. Bis auf das MSI geben alle ihre Bildsignale via USB-C aus und verbinden auch die dedizierte Grafiklösung statt der in die CPU integrierten mit diesem Anschluss. MSI nutzt einen Mini-Displayport, Oculus beispielsweise legt der Rift S einen passenden Adapter bereits bei.

VR-Performance der einzelnen Notebooks

Wir haben die Leistung mit den beiden VR-Brillen Oculus Rift S und Valve Index getestet wobei die Rift S weniger hohe Anforderungen an die GPU des Rechners stellt als die Valve Index.

 

Das Lenovo Legion 5 ist das günstigste aber auch leistungsschwächste Gerät im Test – nur für ältere VR-HMDs geeignet.

Lenovo Legion 5

Preis: ca. 975 Euro

  • Display/Gewicht: 15,6 Zoll, 1.920×1.080 Pixel IPS, 120 Hz / ca. 2,3 kg
  • Prozessor: AMD Ryzen 7 4800H, 8x 2,90 GHz (Turbo: Bis zu 4,20 GHz)
  • RAM/HDD: 16 GByte DDR4-3200 / 512 GByte SSD M.2 NVMe
  • Grafikkarte: Nvidia Geforce GTX 1650 4,0 GByte
  • Ideale VR-Brille: Oculus Rift CV1, HTC Vive, WMR 1st Gen, Oculus Rift S

Erwartungsgemäß die schwächste Leistung hat das Lenovo Legion 5 geboten, die Nvidia GTX 1650 gehört zur unteren Mittelklasse und versteht sich am besten mit der Rift S oder älteren VR-Brillen wie der ersten WMR-Generation, der Rift CV1 oder HTC Vive. Selbst mit der Rift S müsst ihr bei einigen Titeln mit Zwischenbildberechnungen leben, für volle 80 FPS reicht es nicht immer. Der Prozessor hingegen bietet sogar noch Reserven für die Zukunft. Etwas knapp bemessen ist die SSD mit nur 512 Gigabyte, dafür handelt es sich aber auch um ein schnelles M.2-Modell mit NVMe. Flatgamer dürften sich über den Monitor mit 120 Hz freuen, auch wenn die GPU diese Refreshrate nicht bei vielen (modernen) Spielen in der nativen FullHD-Auflösung befeuern kann.

Unter Last ist das Notebook gut zu hören, stört unter der VR-Brille aber nicht weiter. Überraschend schnell ist der Prozessor, der mit acht Kernen und 16 Threads auch beim Streaming und Videoschnitt eine sehr gute Figur macht. Im Game selbst ist allerdings die GPU der limitierende Faktor.

Der USB-C Port ist bequem zugänglich, ein weiterer USB-A Port für die VR-Brille ist direkt daneben zu finden. Erfreulich gut gefallen hat uns der Sound der integrierten Lautsprecher, auch wenn das beim VR-Betrieb eher zu vernachlässigen sein dürfte. Bloatware ist kaum vorhanden, neben ein wenig Asus-Software ist allerdings McAfee recht penetrant.

 

Dank Nvidia GTX 1660 Ti bringt VR auch mit einer Rift S spaß, für Index mit mehr als 90 Hz oder gar Reverb G2 ist es aber meist zu langsam.

Asus TUF Gaming A17

Preis: ca. 1.099 Euro

  • Display/Gewicht: 17,3 Zoll, 1.920×1.080 Pixel IPS, 120 Hz / ca. 2,6 kg
  • Prozessor: AMD Ryzen 5 4600H, 6x 3,00 GHz (Turbo: Bis zu 4,00 GHz)
  • RAM/HDD: 8 GByte DDR4/ 512 GByte SSD M.2 NVMe
  • Grafikkarte: Nvidia Geforce GTX 1660 Ti, 6,0 GByte
  • Ideale VR-Brille: Valve Index, HTC Vive Cosmos (Elite), Oculus Rift S

Gegenüber der GTX 1650 im Lenovo 5 bietet die GTX 1660 Ti im Asus TUF A17 spürbar mehr Leistung und mit 6 Gigabyte auch eine anständigere Menge Videospeicher. Dank der flotteren GPU lassen sich auch Valve Index und Vive Cosmos anständig nutzen und bei der Rift S oder älteren VR-Brillen ist noch Spielraum für höhere Frameraten, Supersampling oder mehr Details in Spielen. Verglichen mit einer Desktop-GPU liegt die 1660 Ti mobile zwar etwas unter einer GTX 1070 für den Desktop, dennoch ist die Performance ok. Auf Raytracing- oder KI-Kerne müsst ihr bei der GTX aber verzichten. Ein paar Prozent Zusatzperformance kitzelt Asus automatische Übertaktung ROG Boost heraus, allerdings dreht dann der Lüfter des Notebooks hörbar auf. Etwas knapp bemessen finden wir auch hier die SSD mit 512 Gigabyte. Achtet beim Kauf auf eine Bestückung mit 16 Gigabyte RAM, 8 GByte sind nicht mehr zeitgemäß. Im Zweifel könnt ihr aber auch selbst kostengünstig aufrüsten, ein Speichersteckplatz ist frei.

Gegenüber dem etwas günstigeren Legion 5 bietet das TUF Gaming zwar weniger CPU-Leistung, die spürbar bessere GPU sorgt aber dennoch für die gewünschte Mehrleistung. Zumal Spiele von acht statt sechs Rechenkernen noch eher selten profitieren. Ärgerlich ist hier nur die etwas spärliche Speicherausstattung. Ob die unhandlicheren Ausmaße eines 17-Zoll-Notebooks (zusammen mit dem höheren Gewicht) für euch ein Nachteil ist, müsst ihr selbst entscheiden. Täglich in der Tasche haben wir jedenfalls lieber das folgende Asus-Notebook.

 

Das ROG Zephyrus G14 von Asus ist mit 14 Zoll fast winzig, bietet aber genug Power für Rift S und co.

 

Asus ROG Zephyrus G14

Preis: ca. 2.349 Euro

  • Display/Gewicht: 14 Zoll, 1.920×1.080 Pixel IPS, 120 Hz / ca. 1,6 kg
  • Prozessor: AMD Ryzen 9 4900HS, 8x 3,00 GHz (Turbo: Bis zu 4,40 GHz)
  • RAM/HDD: 16 GByte DDR4-3200/ 1024 GByte SSD M.2 NVMe
  • Grafikkarte: Nvidia Geforce RTX 2060 Max-Q, 6,0 GByte
  • Ideale VR-Brille: Valve Index, HTC Vive Cosmos (Elite), Oculus Rift S
Highlight unseres Testmodells ist die LED-Leiste auf dem Displayrücken, die sich frei mit Fotos und GIFs bestücken lässt.

Eines der teuersten Geräte im Testfeld und trotzdem liegt die Performance nur im Mittelfeld. Schuld ist hier nicht der pfeilschnelle AMD Ryzen 9 4900HS mit seinen acht Kernen und 16 Threads (ein Traum im Videoschnitt) sondern die RTX 2060. Zwar bietet diese GPU die bei der GTX 1660 Ti vermissten Raytracing- und KI-Recheneinheiten, sonderlich schnell und spielbar wirds mit Raytracing allerdings nicht. Ohne diese Extrafunktionen der RTX-Reihe arbeitet die 2060 allerdings nicht allzu viel schneller als die 1660 Ti – reine VR-Gamer können sich den Aufpreis daher fast sparen, wäre da nicht die Hoffnung auf Spiele mit KI-Kantenglättung DLSS.

Der hohe Preis des G14 resultiert nicht aus der verbauten GPU – das Notebook ist angesichts der gebotenen Leistung extrem klein und handlich. Vorgegeben wird die Größe vom 14 Zoll Display (2.560×1.440 Pixel). Bei unserem Testmodel war zudem die Displayrückseite mit der sogenannten AniMe Matrix ausgestattet: 1.215 einzeln ansteuerbare LEDs, die sich sogar mit animierten GIFs und eigenen Fotos bestücken lassen. Ein wundervoller aber leider recht teurer Spaß, im Gegenzug wirkt das G14 aber tatsächlich wie direkt aus Cyberpunk 2077. Die VR-Performance ist aber auch mit der RTX 2060 angenehm, solange ihr keine HP Reverb G2 oder andere ähnlich hoch auflösende Brillen damit nutzen wollt jedenfalls.

 

Das XMG Fusion 15 überzeugt mit guter Leistung bei erstaunlich geringem Gewicht.

XMG Fusion 15

Preis: ca. 1.790 Euro

  • Display/Gewicht: 15,6 Zoll, 1.920×1.080 Pixel IPS, 144 Hz / ca. 1,9 kg
  • Prozessor: Intel Core i7-9750H, 6x 2,60 GHz (Turbo: Bis zu 4,60 GHz)
  • RAM/HDD: 16 GByte DDR4-2666 / 1,0 TByte SSD M.2 NVMe
  • Grafikkarte: Nvidia Geforce RTX 2070 Max-Q 8 GByte
  • Ideale VR-Brille: Valve Index, HTC Vive Cosmos (Elite)

Eines unser Lieblingsgeräte aus dem Testfeld – vor allem weil das XMG Fusion 15 neben guter Leistung auch ein vergleichsweise niedriges Gewicht mitbringt. So lässt es sich gut transportieren und wirkt dabei auch noch edel. Wie erwähnt stimmt aber auch die Leistung und das obwohl die etwas in der Leistung eingedampfte Max-Q-GPU und ein Prozessor der letzten Generation zum Einsatz kommt. Zumindest bei der CPU spürt man den Leistungsgewinn der 10ten Generation Core-i nicht, die GPU reicht außerdem sogar für Spiele mit den leistungshungrigen Pimax-Brillen (zugegeben, nicht unbedingt für die 8KX). Jedenfalls wenn ihr bei Leistungsfressern wie Medal of Honor: Above and Beyond ein wenig die Optionen herunterschraubt.

Positiv: Das Kühlsystem sorgt für gute Performance ohne störendes Leistungsdrosseln bei CPU und GPU und auch die Schnittstellenvielfalt passt – inklusive USB-C mit Displayportfunktion für die RTX-Grafik. Außerdem gibt es keine nervigen Pflichtprogramme wie Virenscanner. Nicht ganz so gut gefallen hat uns das etwas spärliche Soundsystem (im Direktvergleich waren andere Geräte wie die Lenovo-Notebooks deutlich klangstärker. Und auch wenn das Kühlsystem effizient die Wäre abtransportiert, es sorgt dabei unter Last für einen gut hörbaren Geräuschpegel.

 

Das MSI GL75 schlägt sich auch mit der Valve Index super – hier zockt der Legionsnachwuchs Squadrons.

MSI GL75 Leopard

Preis: ca. 1.699 Euro

  • Display/Gewicht: 17,3 Zoll, 1.920×1.080 Pixel IPS, 144Hz / ca. 2,6 kg
  • Prozessor: Intel Core i7-10750H, 6x 2,60 GHz (Turbo: Bis zu 5,0 GHz)
  • RAM/HDD: 16 GByte DDR4-2666 / 512 GByte SSD M.2 NVMe + 1,0 TByte HDD
  • Grafikkarte: Nvidia Geforce RTX 2070 8 GByte
  • Ideale VR-Brille: Valve Index, HP Reverb G2

Neuere Alternative: MSI GF75 Thin mit RTX 3060 für 1.599 Euro bei Otto.de

Eines der unaufregenden Notebooks im Testfeld – das muss ja nicht negativ sein. Die Leistung ist auf hohem Niveau, der Prozessor gegenüber der Vorgängergeneration immerhin ein wenig schneller. Wir hätten uns eine Bestückung mit größerer SSD und ohne Festplatte gewünscht. HDDs erhöhen das Gewicht und senken bei Zugriff spürbar die Leistung. In Zeiten eines Medal of Honor, das von HDD schier ewig lädt und von SSD flott arbeitet, würden wir nicht einmal mehr Spiele darauf installieren wollen. Subjektiver Kritikpunkt: Die rote Tastaturbeleuchtung wirkt irgendwie billig. Dafür tippt es sich aber ganz gut darauf.

Die Performance der GTX 2070 ist absolut in Ordnung, zumal es nicht das Max-Q-Modell ist. Als einziges Notebook im Test ist beim MSI GL75 kein USB-C Grafiktauglich, für die VR-Brille steht aber ein Mini-Displayport zur Verfügung. Mit 17,3 Zoll Diagonale und entsprechenen Gehäuseausmaßen ist das GL75 aber kein wirklich mobiles Gerät, auch das Gewicht von 2,6 kg spricht gegen tägliches Umhertragen. Im Gegenzug bringt es damit deutlich mehr Spaß, Filme im Bett, Zug oder Flugzeug zu schauen.

 

Klasse Lautsprecher, gute Leistung – aber nervige Softwarebeilagen.

Lenovo Legion 7i

Preis: ca. 2.375 Euro

  • Display/Gewicht: 15,6 Zoll, 1.920×1.080 Pixel IPS, 133 Hz / ca. 2,2 kg
  • Prozessor: Intel Core i5-9750H, 6x 2,60 GHz (Turbo: Bis zu 4,20 GHz)
  • RAM/HDD: 16 GByte DDR4-2666 / 1024 GByte SSD M.2 NVMe
  • Grafikkarte: Nvidia Geforce RTX 2070 Max-Q 8 GByte
  • Ideale VR-Brille: Valve Index, HP Reverb G2, Oculus Quest 2 Link

Auch wenn Lenovo hier eine der schnellsten Grafikkarten im Test verbaut, fühlt sich das Spielen mit dem 7i  nicht unbedingt schneller an als mit günstigeren Geräten. Der Hersteller hat sich offenbar für eine etwas weniger penetrant laute Kühlung entscheiden, im Gegenzug kann die GPU ihre Muskeln aber nur selten spielen lassen. Zudem taktet die Max-Q-Version der 2070 etwas niedriger als das reguläre Modell. Flott genug für VR ist das Y740 aber trotzdem. Und, wie erwähnt, auch leiser als beispielsweise das XMG Fusion 15. Aufgefallen ist uns aber, dass die Leistung im Akkubetrieb weiter zurückgeht als bei anderen Geräten – zwar ist Akku-VR-Gaming generell keine gute Idee, da GPU und CPU massiv eingebremst werden um überhaupt halbwegs brauchbare Laufzeiten zu erreichen, bei Lenovo fällt die Performance aber deutlich stärker ab als bei anderen Herstellern.

 

Rasanter Prozessor und flotte Grafik sorgen für viel VR-Spielspaß – sogar mit der Reverb G2.

 XMG Neo 15

Preis: ca. 2.279 Euro

  • Display/Gewicht: 15,6 Zoll, 1.920×1.080 Pixel IPS, 240 Hz / ca. 2,1 kg
  • Prozessor: Intel Core i7-10875H, 8x 2,30 GHz (Turbo: Bis zu 5,10 GHz)
  • RAM/HDD: 32 GByte DDR4-2666 / 1024 GByte SSD M.2 NVMe
  • Grafikkarte: Nvidia Geforce RTX 2070 Super Max-P 8 GByte
  • Ideale VR-Brille: Valve Index, HP Reverb G2, Oculus Quest 2 Link

Wenn ihr Anwendungen mit hoher CPU-Last nutzt, ist das XMG Neo 15 in der uns von Schenker für den Test bereitgstellten Konfiguration ideal. Der Intel-Prozessor bringt acht Kerne und Hyperthreading (für 16 Threads) mit ins Spiel, was sich sehr positiv bei Videoschnitt und prozessorlastigen Spielen auswirkt. Titel wie Blade&Sorcery, die maximal vier Kerne nutzen und von einem höhen Takt profitieren, spielen sich dank performantem Turbomodus ebenfalls gut. Mit 32 Gigabyte RAM, der schnellen CPU und einer immer noch flotten 2070 Max-Q eignet sich das Neo 15 auch gut für den Flight Simulator 2020, dessen VR-Modus seit kurzem auf dem Markt ist.

Wir haben mit diesem Notebook übrigens den größten Teil der Kampagne von Medal of Honor gespielt. Mit der Reverb G2 mussten wir dafür zwar auf die hohen Grafikeinstellungen verzichten und die Auflösung dynamisch wählen lassen, dann spielte es sich aber auch mit der hochauflösenden Brille gut. Das deutlich besser optimierte Half Life: Alyx lief hingegen auch ohne Tweaks durchgehend sehr gut. Der VR-Modus vom Flight Simulator 2020 hingegen neigt zu niedrigen Frameraten, was aber angesichts der Grafikpracht und der generell sehr hohen Anforderungen kein Wunder ist. Mit Reprojection lässt er sich aber trotzdem gut spielen, ist ja kein Ballerspiel sondern eher etwas zum Genießen.

Apropos G2: Die HP-Brille funktionierte bei uns ausschließlich am hinteren USB-A – sowohl USB-C als auch der vordere USB-A ließen sie nicht starten.

Begeistert ist Tester Dod übrigens auch von der Tastatur – mechanische Tasten mit sehr flachem Profil und kleinem Tastenhub sorgen bei ihm trotz einer ansonsten stark ausgeprägten Abneigung gegenüber mechanischen Keyboards für Verzücken. Dieses Keyboard würden wir uns glatt auch als USB-Variante für den Arbeits-PC wünschen.

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2 Kommentare

  1. Hallo,

    vielen herzlichen Dank für diese Übersicht.
    Welches Notebook ist denn auch für die Zukunft von VR sehr gut zu gebrauchen. Was ist z.B. mit denen von Dell.
    Wie gross ist der Vorteil eines Desktop PCs gegenüber einem Notebook?
    Testet bitte auch mal DCS (Digital Combat Simulator) mit VR.

    • Von Dell habe ich leider noch keine Testgeräte geschickt bekommen, daher fehlt mir die Vergleichsmöglichkeit. Meine Favoriten in den letzten Vergleichen kamen bisher fast immer von XMG, da überzeugt mich das Gesamtpaket. Das Asus ROG Zephyrus G15 war aber auch beeindruckend wenn man es nebenbei auch noch handlich und leicht mag.

      In diesem Jahr plane ich eine möglichst große Übersicht an Notebooks mit RTX 3000. Das Asus G15 und das Razer Blade 15 Base habe ich bereits unter die Lupe genommen, MSI sendet mir die Tage noch ein Modell mit 3060 zu. XMG darf ich dann hoffentlich auch mit neuen Geräten begutachten.

      Generell würde ich schon sagen, dass für VR ein Notebook mit 2080 Super oder einer 3000er-RTX sinnvoll ist. Ansonsten mag ich das XMG Neo 15, das auch mit 3000er-GPU kommen wird.

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