Borderlands 2 VR im Test – Erstklassiger Shooter mit kleinen Mängeln (PSVR) (Update: Aim Controller)

Mit Borderlands 2 VR gibt es jetzt das bekannte Flat-Game auch in der virtuellen Realität. Wir haben uns Claptrap geschnappt und haben es getestet.

Update 08. März:

Mit einem großen Update hat Borderlands 2 nun auch Support für den Aim Controller bekommen! Wir werden in den folgenden Tagen reinschauen und den Test entsprechend erweitern.

Ursprünglicher Artikel:

Playstation VR hat gerade einen Lauf: Immer mehr exklusive oder zumindest zeitexklusive Titel erscheinen für Sonys VR-Plattform, was die PSVR auch als Zweit-Headset für PC-User interessant macht. Bei Borderlands 2 VR würde allerdings etwas Geduld reichen: Es bleibt nur 5 Monate PSVR-exklusiv, dann sollen auch eine Umsetzung für SteamVR erscheinen.

Borderlands? Solltet ihr die Games-Reihe von Gearbox noch nicht kennen, spielt ihr offenbar selten Shooter auf dem Monitor. In Borderlands ballern wir uns durch eine unterhaltsame Story mit recht flachen aber für mich durchaus zündenden Gags. Die Comicgrafik mit starkem Cellshading-Look gehört dabei ebenso zu Borderlands wie Unmengen an Loot und einige Rollenspielanleihen wie Levelups. Diablo meets Serious Sam mit dem Grafikstil von XIII – da kann doch nichts schiefgehen oder?

Im Grund spielte sich Borderlands auch auf dem Monitor schon wie ein 80er-Zeichentrickfilm, vor allem auch dank des schrägen und latent nervigen Sidekicks Claptrap. Das muss man mögen, dann strahlt Borderlands aber eine eigentümliche Faszination aus.

Das gilt auch in vollem Umfang für Borderlands 2 VR: Die Umsetzung für Playstation VR bietet das volle Borderlands-Erlebnis, nur eben in VR. Auf größere Neuerungen speziell für die virtuelle Realität müsst ihr aber verzichten, bis auf einen optionalen Zeitlupemodus (BAMF) gibt es kaum Neuerungen für VR.

Steuerung per Move oder Gamepad

Die Handlung präsentiert das Spiel in 2D-Screens und nicht in der Spielgrafik. Das ist etwas schade und reißt immer wieder aus der Immersion. Dafür funktioniert das restliche Spiel in VR sehr gut: Bewegen können wir uns wahlweise per Teleport oder mit freier Bewegung. Letztere hält sich an den inoffiziellen PSVR-Standard: Move-Taste gedrückt halten und der Charakter läuft los, die Richtung geben wir mit dem linken Move-Controller an. Auch die Buttons sind reichhaltig belegt, es gibt zahlreiche Menüs und Waffenfunktionen die über die beiden Move-Controller verteilt wurden. Das ist für Gelegenheits-PSVRler etwas verwirrend, einfacher ist hier die Steuerung mit dem Dualshock-Controller.

Diese bietet auch etwas mehr Feingefühl bei der Steuerung. Gezielt wird mit dem Kopf, sollte eure Hand-Auge-Koordination nicht die beste sein wäre das dem Move-Controller ebenfalls vorzuziehen. Ansonsten ist Move natürlich immersiver und auch die Teleports gelingen mir damit besser als mit dem Gamepad.

Alles in allem sind aber beide Steuerungsmöglichkeiten gut umgesetzt, einzig die fummelige Bedienung der Menüs mit Move gefällt auf dem Gamepad besser. Leider wird der Aim-Controller nicht unterstützt, zudem gibt es Zweihand-Waffenmodi, die sich mit Aim nur schwer umsetzen lassen und schon mit dem Gamepad weniger Spaß bringen als mit Move, wo sich beide Hände unabhängig voneinander bewegen lassen.

Massenweise Loot! Ganz ohne Boxen!

Ein großer Spaß ist natürlich Loot. So ziemlich jeder Gegner lässt Geld, Munition, Waffen oder Upgrades fallen, die sich anhand ihrer Werte miteinander vergleichen lassen. Vor allem bei den Waffen gibt es eine schier endlose Auswahl unterschiedlicher Schießprügel mit teils sehr drastischen Sonderfunktionen. Ihr wolltet schon immer einmal bei jedem versemmelten Schuss von eurem Gewehr beschimpft werden? Oder Gegner bei einem Treffer in Brand setzen? Alles möglich. Praktisch sind auch die Körperschilde mit unterschiedlichen Sonderfunktionen, die sich zudem mit der Zeit wieder aufladen.

Die durchaus unterhaltsame Hintergrundstory hetzt euch quer durch teils schlauchartige, teils aber auch weit offene Level – zu Fuß und auch in einfach zu steuernden Gefährten. Und nur wenige VR-Spiele kommen auf die Spielzeit von Borderlands: Geht ihr in der Haupthandlung auch Nebenaufgaben nach und erkundet ein wenig die Umgebung, könnt ihr euch problemlos bis zu 60 Stunden mit Borderlands 2 VR beschäftigen.

Double the gun, double the fun..
Double the gun, double the fun..

Allerdings gibt es ein großes Manko für Fans der Flat-Version: Gearbox verzichtet komplett auf den extrem unterhaltsamen Mehrspielermodus, in dem sich das Spiel mit bis zu vier Freunden im Koop durchspielen ließ. Extrem ärgerlich, war das doch eine von vielen Spielern sehr beliebte Funktion und sie hätte auch in VR gut funktionieren können. Außerdem bekommt ihr trotz des stattlichen Preises von 49,99 Euro nur das Hauptspiel und nicht die bereits für die Flat-Version erschienenen DLC. Minus Koop, also eher weniger als „nur das Hauptspiel ohne DLC“. Bislang ist Borderlands 2 VR nur digital erschienen, wir haben bei 2K aber bereits nachgefragt, ob eine Retail-Fassung auf Disk geplant ist.

Borderlands 2 VR: Grafikqualität sogar auf PS4 Slim gut

Optisch hat Gearbox sich Mühe bei der Optimierung gegeben: Sogar auf der Playstation 4 Slim und der klassischen, alten PS4 sieht das Spiel (auch dank der Comicgrafik die nur wenige Details benötigt) sehr gut aus und läuft auch in hektischen Situationen flüssig. Allerdings flimmert die Umgebung recht stark und Gegnerdetails verschwimmen schon nach wenigen Metern. Zumindest die auf Distanz detailarmen Gegner müssen auch Besitzer einer Playstation 4 Pro erdulden, die zusätzliche Leistung der Pro verhindert aber allzu aggressives Kantenflimmern was für einen deutlich ruhigeren Bildeindruck sorgt.

Ansonsten handelt es sich bei Borderlands 2 um einen Titel, der ursprünglich für die Playstation 3 erschienen ist, auf diesem Grafikniveau bewegen sich daher auch Texturen und Umgebung. Erwartet also kein hochpoliertes Grafikspektakel – Borderlands lebt aber eh stark von Sammelzwang, Humor und unkomplizierter Baller-Action.

Fazit: Solide VR-Umsetzung eines tollen RPG-Shooters

Und genau das bietet auch Borderlands 2 VR – in unseren Augen einer der bislang besten VR-Shooter, vor allem Angesichts der langen Spielzeit und dem motivierenden Loot-System. Und ja, sogar wegen Claptrap. Allerdings hat Gearbox einige Chancen verpasst, das Spiel noch besser an VR anzupassen. Damit meinen wir nicht, dass Gegenstände nicht gegriffen sondern mit dem linken Trigger heranteleportiert werden – das ist aufgrund der eingeschränkten Bewegungsfreiheit beim sitzenden Spielen schon sinnvoll. Ein wenig Arbeit an den Gegneranimationen und Zwischensequenzen sowie ein VR-Koop (Serious Sam macht es vor, dort lässt sich sogar mit Flatgamern kooperieren) hätten dem Spiel aber noch besser getan.

Für 49,99 Euro gibt es zwar „nur“ ein mehrere Jahre altes Spiel, für VR neu aufgelegt. Das funktionierte aber auch bei Skyrim VR und Fallout 4 VR recht gut, unserer Meinung nach hat Gearbox sogar einiges besser gemacht als Bethesda. Und vor allem: Es ist ein vollwertiges AAA-Spiel mit sehr langer Spielzeit und einer faszinierenden Spielwelt mit abertausenden zu sammelnden Items – da kann der Winter doch kommen..

Einige der Links in diesem Artikel sind (unter Umständen) sogenannte Affiliate-Links. Mit einem Kauf über einen dieser Links bekommen wir eine kleine Provision, für euch ändert sich nichts.

Anzeige




Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.