VR PC Kaufberatung: PCs für Virtual Reality von 550 bis 2500 Euro (Aktualisiert: Juli 2019)

Die besten PC Komponenten für VR PCs

Virtual Reality am PC braucht passende Hardware – wir zeigen auch, wie ihr schon mit 550 Euro für einen VR-PC auskommen könnt, haben aber auch Tipps für teurere Systeme.

Auch wenn immer mehr Hersteller auf mobile VR ohne Kabel und möglichst sogar ohne PC setzen: Für Rift, Vive, WMR, Pimax und Valve Index braucht ihr einen Computer mit ausreichend Leistung, damit die virtuelle Realität so geschmeidig läuft wie das echte Leben. Seit dem Erscheinen von Rift und Vive 2016 hat sich da einiges getan: War damals noch ein teurer Highend-PC für mindestens 1200 Euro nötig, lässt sich heute mit ASW, Motionsmoothing und Brainwarp viel Leistung sparen. Dazu kommt: Damals galt eine GTX 980 Ti als teurer Luxus, heute gilt die Performance als Mittelklasse mit entsprechendem Preispunkt.

PC-Kaufberatung: regelmäßig aktualisiert

Ihr wollt euch also einen PC für den VR-Einsteig zusammenstellen oder für eine neue VR-Brille aufrüsten und seid euch unsicher, auf welche Komponenten ihr aktuell setzen solltet? Dafür gibt es diese Kaufberatung: Wir aktualisieren die Bauvorschläge ab sofort immer zum Monatswechsel, so dass wir Preise anpassen und vergriffene Produkte ersetzen können. Um es für euch übersichtlicher zu gestalten, stammen die Vorschläge alle von nur einem Onlinehändler, wir haben uns für Mindfactory entschieden. In der Wahl der Bauvorschläge sind wir aber unabhängig von Händlern oder Hardwareherstellern – wir empfehlen euch, was unserer Erfahrung nach sinnvoll ist und nicht, was ein Händler gerne verkaufen möchte.

Trotzdem sind die Shoplinks sogenannte Affiliate-Links – wenn ihr über einen unserer Links einkauft, bekommen wir vom Händler eine kleine Provision. Natürlich ohne, dass sich für euch etwas am Preis ändert. Ihr könnt also mit dem PC-Neukauf unsere Arbeit hier entscheidend unterstützen (und vielleicht können wir dann irgendwann sogar einen weiteren Autoren bezahlen, ein Traum!). Autor Dod verfasst ähnliche Bauvorschläge bereits seit vielen Jahren für verschiedene Internetseiten wie Gamersglobal, schraubt seit 30 Jahren an PCs (damals noch 386er ohne VR-Ambitionen) und hat zudem jahrelang als PC-Verkäufer gearbeitet – ihr könnt den Zusammenstellungen also durchaus vertrauen.

Die Preise sind sehr flexibel, wir beziehen uns im Folgenden auf die Preise bei mindfactory.de, Stand 13. Juli 2019, 18 Uhr.

Unser Hardware-Talk mit Tobi von eight.one geht genauer auf die Zusammenstellungen ein

Warum kein Intel?

Wir berücksichtigen bei unseren Zusammenstellungen den besten Preis für die beste Leistung. Zukunftssicherheit spielt hier auch ein wenig mit hinein. Aus diesen Gründen scheidet Intel für uns in diesem Monat aus: Zwar bieten die aktuellen Core i-CPUs teils sogar etwas mehr Leistung als AMD, die LGA1151-Plattform ist allerdings am Ende ihrer Zeit angekommen. Neue und schnellere CPUs werden einen neuen Sockel voraussetzen. Dazu kommt, dass AMDs Ryzen 3000 eine beim Gaming mit Intel vergleichbare Leistung mit mehr Puffer für beispielsweise Streaming und Videoschnitt bietet und dabei noch weniger Energie aufnimmt.

VR-Einsteiger: PC für Oculus Rift S, HTC Vive und WMR bis 550 Euro

Die aus heutiger Sicht eher niedrig auflösenden VR-Brillen HTC Vive, Oculus Rift (sowie die neue Rift S) und die meisten Windows Mixed Reality Brillen (außer Samsung Odyssey) benötigen vergleichsweise wenig Rechenleistung um flüssige VR-Welten anzuzeigen. Mit Unterstützung von Technologien wie ASW oder Motion Smoothing spielt es heute kaum noch eine Rolle, ob durchgehend 90 FPS erreicht werden, wie es vor einigen Jahren noch nötig war. Immer mehr Hersteller setzen auf LCD mit RGB-Pixelmatrix, was auch bei geringeren Auflösungen für wenig Fliegengitter im Bild sorgt und die Systemanforderungen nicht steigen lässt.

–> Mehr zu Motion Smoothing bei VR-Legion lesen

In den niedrigeren Preisklassen haben sich Hersteller wie Intel und Nvidia schon immer schwer getan. Dank der erfreulich schnellen und günstigen Ryzen-Prozessoren und preislich interessanter RX-Grafikkarten ist das aber kein Problem, wir setzen einfach auf AMD. Eine kleine SSD als Systemlaufwerk sollte 2019 in jeden PC gehören, wenn ihr aber mit der schlechteren System-Ansprechzeit einer Festplatte leben könnt, lässt sich hier ein wenig sparen. Selbst mit SSD: In dieser Preisklasse gibt es sechs flotte Rechenkerne, eine solide Grafikkarte mit 8 GByte GDDR5 und damit verblüffend viel Leistung für die erste VR-Generation.


  • Gesamter Preis ohne Versandkosten und Zusammenbau: 526,47 Euro

Es ist tatsächlich erstaunlich, wie viel Leistung es bereits für 527 Euro gibt: AMDs Sechskernprozessor bringt auch HD-Videoschnitt nicht aus dem Trab, auch den FullHD-Stream neben dem Spiel für euer Livegameplay berechnet die CPU anstandslos nebenher. Wir paaren die CPU mit 16 GByte DDR4 mit 3000 MHz – AMDs zweite Ryzen-Generation verlangt noch sehr nach schnellem Speicher. Sparen könntet ihr mit nur 8 Gigabyte, allerdings sind die RAM-Preise aktuell angenehm niedrig und 16 Gigabyte durchaus sinnvoll.

Die AMD RX580 ist eine Mittelklasse-Grafikkarte mit einer Performance knapp unter der von Nvidias GTX 1660, dafür aber mit 8 GByte GDDR5 statt nur 6 wie bei Nvidia und für einen wirklich angenehmen Preis. Für Oculus Rift, WMR und Vive reicht die Leistung, zumindest wenn ihr bei grafisch opulenten Titeln bereit seid, ein wenig an den Grafikeinstellungen zu schrauben. Auch die Rift S ist dank vergleichsweise niedriger Auflösung (und Refreshrate) mit einer RX580 anständig zu befeuern. Aber natürlich setzt letzten Endes nur euer Geldbeutel die Grenze für die Leistung, die AMD-CPU beliefert auch eine RTX 2080 anstandslos. Apropos CPU: Auf dem Board funktionieren nach einem BIOS-Update auch die neuen Ryzen 3000 CPUs. Ihr könntet also gleich den schnelleren aber mit 209 Euro auch teureren Ryzen 5 3600 auf eure Wunschliste setzen.

VR Mittelklasse: PC für HTC Vive Pro und Valve Index bis 1050 Euro

Nachdem die Valve Index mittlerweile einige Wochen auch unseren VR-PC zum Schwitzen gebracht hat, können wir euch hier auch auf Fakten basierende Kaufempfehlungen aussprechen. Dank RGB-LCD mit nur 2.880×1.600 Pixeln sowie der Option, die Wiederholfrequenz zwischen 80 Hz und 144 Hz zu wählen, ist die Index auch mit Mittelklasse-PCs nutzbar. Für 120 oder gar 144 Hz solltet ihr aber eine stärkere GPU wählen. Solltet ihr mit dem Kauf einer noch höher auflösenden VR-Brille wie Pimax 5K+, 8K oder den OLED-Varianten von Pimax liebäugeln: Brainwarp ermöglicht auch auf dem Mittelklassesystem das Spielen mit der Pimax-VR, allerdings rät Pimax zu einer Nvidia-GPU mit der aktuellen Turing-GPU um alle Brainwarp-Features nutzen zu können. Auch Pimax-Hardware nutzt noch schnellere Grafikkarten problemlos aus.


  • Gesamter Preis ohne Versandkosten und Zusammenbau (Nvidia-GPU): 1025,94 Euro
  • Gesamter Preis ohne Versandkosten und Zusammenbau (AMD-GPU): 1035,94 Euro

Ein System im Bereich um 1000 Euro dürfte für viele den preislichen Sweet-Spot darstellen, dazu bietet ein solcher Rechner einiges an Leistung auch für höher auflösende VR-Brillen wie Vive Pro, Samsung Odyssey und Valve Index. Bei der CPU haben wir uns für die erst vor kurzem erschienene dritte Ryzen-Generation entschieden, die gegenüber den ersten Generationen spürbar mehr Leistung bietet. So liegt die Leistung pro Takt inzwischen auf dem Niveau von Intel-CPUs, ein in der Vergangenheit großer Kritikpunkt. Für den zusätzlichen CPU-Kühler haben wir uns angesichts heißer Sommertage entschieden, für den Start könntet ihr aber auch den der CPU beiliegenden Kühler einsetzen und sparen.

Die für die VR-Leistung üblicherweise wichtigste Komponente ist die Grafikkarte. Hier haben wir uns entschieden, sowohl AMD als auch Nvidia zu berücksichtigen. Nvidias Turing-GPU wie sie der RTX-Serie verbaut wird, bietet einige für VR spannende Features. So setzt Pimax für Fixed Foveated Rendering (eine Teilmenge von Brainwarp, hilft Leistung zu sparen) offiziell eine RTX-GPU voraus.

Die RTX 2060 Super aus der Beispielzusammenstellung ist an die Stelle der bei der letzten Zusammenstellung genutzen RTX 2060 „nicht super“ getreten – für 409 Euro bietet sie beinahe die Leistung der RTX 2070 und mit 8 GByte auch das größere Speicherpolster. Bei AMD ist soeben die RX 5700 XT erschienen, die sich gegen die RTX 2070 ebenfalls sehr gut schlägt und 10 Euro Aufpreis gegenüber der RTX 2060 Super kostet. Wir würden trotz der guten Leistung von AMDs 7nm-Grafikkarte auf Nvidia setzen, in der Vergangenheit war der Support durch Engines und Entwickler leider etwas einseitig bei Nvidia.

VR Oberklasse: PC für Pimax 5K+, Pimax 8K und Index mit 144 Hz bis 1500 Euro

Nicht ganz günstig, dafür aber verdammt flott unterwegs: Der Oberklasse-PC sorgt für viel Leistung ohne dass ihr dafür eine Hypothek auf Omas Häuschen aufnehmen müsst. Wer mehr investieren will kann das aber natürlich gerne tun und beispielsweise den Arbeitsspeicher, den SSD-Speicher oder die Grafikkarte eine Stufe größer wählen. Oder gleich den Highend-PC kaufen.


  • Gesamter Preis ohne Versandkosten und Zusammenbau: 1.373,49 Euro

Zugegeben, bei der SSD könntet ihr bei diesem System sparen – da Festplatten aber heutzutage einfach nur noch nerven und ein Leben im ausgelagerten NAS verdient haben, gibt es dank sinkender SSD-Preise gleich satte 2 TByte schnellen NVMe-Speicher. Als CPU nutzen wir erneut AMD, wer etwas mehr investiert, bekommt mit dem Ryzen 7 3700(x) sogar zwei weitere CPU-Kerne. Auch beim Speicher könnt ihr die 40-50 Euro Aufpreis zu 32 GByte investieren um für die Zukunft und 4K-Videoschnitt gerüstet zu sein.

Grafik macht wieder Nvidia: Die RTX 2070 Super ist der immer noch gut 50-70 Euro teureren RTX 2080 so sehr auf die Pelle gerückt, dass der Aufpreis kaum noch zu rechtfertigen ist. Eventuell findet sich in der nächsten Zusammenstellung ja die 2080 Super, noch ist diese Karte aber nicht auf dem Markt. AMD hat ebenfalls keine Alternativen in dieser Preis- und Leistungsklasse – Vega VII ist kaum für Gamer gedacht.

VR Highend: PC für VR ohne Kompromisse, HP Reverb und co. bis 2500 Euro

Außer Konkurrenz noch ein Luxus-System: Wer genug Geld übrig hat, interessiert sich selten für Kompromisse. Ein paar gehen wir trotzdem ein: So raten wir zu Desktop- statt Workstation-CPUs, da diese ein deutlich besseres Preis-Leistungsverhältnis aufweisen und die Mehrleistung nur für wenige Nutzer relevant ist. Auch beim Speicher könnt ihr euch bei ausreichendem Kontostand austoben, auch wenn mehr als 32 Gigabyte nur noch selten Vorteile bringen. Als CPU-Hersteller haben wir statt Intel erneut AMD gewählt, da der neue Ryzen 9 3900X mit 12 Kernen, guten Taktraten und überarbeiteter Architektur das rundere Gesamtpaket gegenüber dem i9-9900K darstellt. Die insgesamt gefallenen Preise machen diese Zusammenstellen deutlich günstiger als die aus dem letzten Monat, noch dazu mit teils deutlich besserer Hardware – beeindruckend!


  • Gesamter Preis ohne Versandkosten und Zusammenbau: 2361,65 Euro

Zugegeben, ganz günstig ist der Spaß nicht – und wir haben schon nicht überall die teuersten Luxuskomponenten gewählt. Preistreiber sind vor allem CPU und GPU sowie die große und schnelle SSD. Allerdings: Spart ihr hier, könnt ihr auch gleich den Oberklasse-PC kaufen..

Gegenüber der vorherigen Zusammenstellung erwartet euch ein Kracher: Statt 2700 Euro zahlt ihr nur 2362 Euro – und das bei deutlich besserer Hardware mit 32 statt 16 GByte RAM, 2 TByte statt 1 TByte SSD und dem flotten Ryzen 9.

 

Einige der Links in diesem Artikel sind (unter Umständen) sogenannte Affiliate-Links. Mit einem Kauf über einen dieser Links bekommen wir eine kleine Provision, für euch ändert sich nichts.

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