Cybershoes – Der VR-Treadmill Ersatz für zu Hause ausprobiert

VR-Treadmills sind nichts neues mehr. Die meisten derzeit erhältlichen Lösungen kosten aber schnell einige Tausend Euro. Anders ist das bei den Cybershoes.

Mit den Cybershoes möchte das gleichnamige Start-up hinter dem Produkt aber eine Lösung für den Heimgebrauch auf den Markt bringen – das Ganze auch zu einem durchaus bezahlbaren Preis.

Mit speziellen Schuhsohlen durch Skyrim

Auf der Gamescom durfte ich mir den aktuellen Prototypen der Cybershoes einmal genauer anschauen. Einfach erklärt handelt es sich bei den Cybershoes um eine Schuhsohle, welche man sich unter seinen eigenen Schuh schnallt – so ähnlich wie bei einem Snowboard. Wenn dann ein Spiel gestartet wird, können die Cybershoes den Input von Analogstick oder Touchpad des VR-Controllers emulieren. Durch unsere echten Laufbewegungen bewegen wir uns dann im Spiel. Wir laufen also nicht mehr mit Analogstick oder Touchpad, sondern mit echten Beinbewegungen. Das Spiel muss nur Smooth Locomotion unterstützen.

Um mit den Cybershoes zu spielen, benötigt man ebenfalls einen drehbaren Barhocker. Denn hier liegt der riesige Vorteil im Gegensatz zu herkömmlichen VR-Treadmills, es wird kein größer und komplizierter Aufbau benötigt. Zum Laufen „schleifen“ wir die Cybershoes im Sitzen einfach über den Boden und machen damit eine Laufbewegung. Die in die Sohle eingelassene Rolle dreht sich beim „Laufen“ mit und überträgt die Bewegung ins Spiel.

Die Rolle kann aber nicht nur die Rollbewegung von vorne nach hinten, sondern auch eine leichte Kippbewegung erkennen. Die finale Version wird ebenfalls mit einem Gyrosensor ausgestattet sein. Somit kann man nicht nur geradeaus laufen, sondern auch etwas seitwärts gehen. Was man sich auf den ersten Blick vielleicht etwas komisch vorstellt, fühlt sich in der Praxis doch recht real an. Auch dass ihr sitzt, vergesst ihr nach einiger Zeit.

Wie gut funktionieren die Cybershoes?

Getestet habe ich die Cybershoes mit Bethesdas Skyrim VR in Kombination mit der HTC Vive. Die Sohlen unter die Schuhe geschnallt konnte es auch gleich losgehen. Anfangs ist das Gefühl im Sitzen zu Laufen natürlich etwas ungewohnt und hat auch nicht ganz problemlos funktioniert. Nach kurzer Eingewöhnungsphase ging das herumlaufen in der Welt von Skyrim aber sehr reibungslos und ohne größere Probleme.

Die „Übersetzung“ meiner Bewegungen ins Spiel war jedoch nicht ganz optimal. Ein echter Schritt hat sich im Spiel nicht wirklich wie ein Schritt angefühlt, sondern eher wie zwei oder drei Schritte. Zurückführen lässt sich das Problem aber vermutlich auf die Testumgebung. Auf der Messe konnte man sich die Cybershoes natürlich nicht auf sich kalibrieren. Aus der Immersion hat mich nur noch das Drehen mit dem Barhocker gezogen. Daran sollte man sich aber nach etwas Zeit gewöhnt haben. Zusammengefasst liefern die Cybershoes alles, was man sich von einer handelsüblichen VR-Treadmill erwartet und funktionieren dabei wirklich gut.

Verarbeitung, Aufbau und Preis

Anders als anderes VR-Zubehör wie zum Beispiel der ProTubeVR sind die Cybershoes nicht 3d gedruckt, sondern werden aus einem elektrisch leitfähigem Kunststoff gegossen. Der Kunststoff muss deshalb elektrisch leitfähig sein, dass sich die Schuhe nicht elektrostatisch am Teppich aufladen, welcher dringend für die Benutzung empfohlen wird. Die Schnalle, mit welcher die Sohle unter den Schuh geklemmt wird, ist eine handelsübliche Schnalle eines Snowboards. Der auf der Gamescom gezeigte Prototyp hat sich bereits sehr hochwertig und stabil angefühlt. An der Qualität wurde definitiv nicht gespart.

Um die Cybershoes zu nutzen zu können, benötigt ihr neben der Hardware noch dringend einen Barhocker und einen flachen Teppich – ein Teppichboden geht natürlich auch. Auf Parkett oder Fließen lassen sich die Cybershoes nicht benutzen, weil die Rolle in der Sohle dort keinen Halt findet. Außerdem würdet ihr möglicherweise den Boden zerkratzen. Ebenfalls empfiehlt es sich, das Kabel des VR-Headsets an der Decke zu befestigen oder anderweitig über dem Kopf zu befestigen, damit es sich nicht um den Stuhl wickelt.

Die Datenübertragung funktioniert über eine kabellose Verbindung. Ihr bekommt eine kleine Empfängerbox mitgeliefert, welche ihr mit USB 2.0 an euren PC anstecken müsst. Herumlaufen dürft ihr dann in so gut wie allen SteamVR Spielen, die Smooth Locomotion unterstützen, sowie in einigen ausgewählten Spielen aus dem Oculus Store. Unterstützt werden derzeit HTC Vive, Oculus Rift und Windows Mixed Reality Headsets. Spiele aus dem Microsoft Store funktionieren leider noch nicht.

Falls ihr euch die Cybershoes selber ins Haus holen wollt, könnt ihr die Kickstarter Kampagne, welche Anfang September startet, unterstützen. Early Birds erhalten die Schuhe bereits für 200€, wer später kommt, muss mehr bezahlen. Wie viel mehr wissen wir leider nicht. Falls ihr aber auf jeden Fall für den Early Bird Preis zuschlagen wollt, könnt ihr euch hier für den Kickstarter Newsletter anmelden.

 

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1 Kommentar

  1. Wenn Ich schreibe dass Ich €200 zu teuer finde, besonders für „Early Birds“, kommen gleich die „Fanboys“ oder die „das finde Ich nicht teuer“, die aber nicht merken dass es mir nicht um den Preis generell geht, sondern das Hardwarekosten/Preisverhältnis.
    Und Ich sehe hier einfach keine Technik für €200. Eher für €20 (ohne Stuhl), und wenn man 30-40 Euro nimmt, auch OK.
    Hatte auch vor Wochen schon geschrieben „Schlappen kaufen, Mäuse für max. €10 rein, fertig.
    Dürfen ja auch Lasermäuse sein. Rollen sind aber auch nicht teurer…
    Gerade bei SAR im Live-Video, er hat auch nicht verstanden worum es mir dabei ging. Auch nicht der technische Punkt.

    Ich gehe davon aus dass Ich mit meiner Kopfdrehung durch die Stuhldrehung die Gehrichtung ändere. Also meine freie natürliche Umsicht mit dem Kopf aufgebe?!? Wenn Ich laufe (ohne VR) kann Ich während Ich in eine Richtung gehe den Kopf bewegen, ohne meine Gehrichtung zu ändern.
    Kann Ich das also nicht mehr mit diesen „Schlappen auf dem Barhocker“? Wenn man einen Sensor am Stuhl für die Drehung hat, OK.
    Aber sonst 🙁 .

    Wenn jemand die Software schreiben würde, Ich würde dem „Schlappen“ aus Mäusen etc. basteln, wenn der das nicht will/kann.

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