Exklusiv: Pimax Artisan optional mit Tracking von Nolo VR, Infos zu Pimax 8K X

MRTV konnte in einem Interview mit Pimax-Mitarbeiter Kevin Henderson einige neue Informationen zu den neuen Pimax-Produkten herausbekommen.

Als Pimax vor kurzem die offenbar als Einstiegsgerät gedachte Artisan anteaserte, waren sogar Mitarbeiter des Unternehmens überrascht: Laut Community-Manager SweViver war Artisan erst für die CES geplant gewesen. Nun steht die Consumer Electronics Show kurz bevor und Pimax gibt weitere Informationen zu den neuen VR-Brillen wie Artisan und 8K X heraus. Und zwar exklusiv im Interview mit Sebastian von MRTV. Danke an dieser Stelle an Sebastian für die gute Zusammenarbeit bei News rund um Virtual Reality! Auf seinem Kanal werdet ihr in der kommenden Woche zahlreiche CES-Videos finden und wohl auch noch mehr über Pimax.

Pimax Artisan mit Tracking von Nolo VR

Über die Pimax Artisan berichteten wir bereits, die Brille mit einem Preis von Fragezeichen-Neunundvierzig Dollar dürfte aber recht eindeutig als Einstiegsgerät positioniert werden. Die von SweViver bereits angedeuteten und MRTV weitergedachten Informationen zum Tracking bekommen nun im Interview eine Bestätigung: Pimax Artisan wird Inside-Out-Tracking beherrschen. Allerdings nur mit einer Zusatzhardware von Nolo VR sowie Controllern vom gleichen Unternehmen. Es soll zwei Varianten der Artisan geben: Eine mit beiliegendem Nolo-Tracking und eine ohne – beide Versionen werden aber zusätzlich auch Lighthouse unterstützen und damit zumindest auf den ersten Blick die flexibelsten VR-Brillen in Sachen Tracking.

Das Nolo-Tracking bietet 6DOF, ist aber von der Zuverlässigkeit nicht mit Oculus Rift S vergleichbar – im Grunde entspricht es dem Tracking der PSVR mit im VR-HMD integrierter Kamera statt externer Cam. Auch hier gilt der niedrige Preis als Argument für diese Trackinglösung. Für den Alltag mit Shootern wie Pavlov oder Slashern wie Blade&Sorcery dürfte sich diese Lösung aber nur bedingt eignen – wir sehen den Einsatzbereich eher im Bereich von Simulationen, wo zwar Kopfbewegungen gefordert sind aber kein perfektes Controller-Tracking. Zusätzlich wird aber auch Lighthouse unterstützt, mit den entsprechenden Basisstationen und Controllern wie den Index Controllern steigen aber auch die Kosten enorm an.

Unsere Einschätzung: So richtig glücklich wirkt Henderson mit dem Einsatz von Nolo VR im Interview nicht, auch wenn er beteuert wie ausgereift die Technologie ist. Die Controller von Nolo VR bieten allerdings nicht nur ein eher eingeschränktes Tracking sondern ausschließlich ein Touchpad und keinen Joystick – was sicher einige Nutzer abschrecken dürfte. Tracking von Nolo VR ist bereits seit Jahren im Einsatz, unter anderem um 3DOF-Headsets um 6DOF-Optionen zu erweitern – Cardboard, GearVR und ähnliche beispielsweise.

Henderson urteilt zu Nolo VR, dass sich in der Zuverlässigkeit des Trackings erstaunlich viel getan hat seit frühen Versionen. Er vergleicht das Tracking mit Lighthouse-Tracking mit nur einer Basisstation, hebt aber auch immer wieder hervor, dass es einen Upgradepfad zu Lighthouse gibt.

 

Artisan als Einsteigermodell bestätigt

Kevin Henderson bestätigt mehrfach, dass Artisan ein Einstiegsmodell sein soll und auf niedrige Kosten entwickelt wurde. Dazu passt die Option, auch ein Modell ohne teures Lighthouse-Zubehör anzubieten. Aber auch bei der Optik geht es ums Geld:  Zum Einsatz kommen zwei LCDs mit RGB Stripe-Matrix und einer Auflösung von je 1600×1.440 Pixeln und 120 Hz. Interessant ist das Field of View: Pimax gibt es mit 140 Grad horizontal / 170 Grad diagonal an. Das wäre ungefähr mit dem „normal“ FoV der bisherigen Pimax-Brillen vergleichbar und auch gegenüber der Valve Index ein Vorsprung. Ebenfalls vorhanden wird eine manuelle Regelung der IPD sein – Schieberegler statt Software also, was auch weiteren Personen mit außer der Norm liegenden Pupillenabständen die Nutzung erlaubt.

Auch auf die genutzte Gehäusematerialien geht Henderson ein. Beruhigend: Es soll nicht das recht minderwertige Material der alten 5K+ Modelle genutzt werden, was hoffentlich Gehäusebrüche (wie bei unserer Pimax 5K+) verhindert. Artisan soll zudem voll upgradefähig sein: Pimax hebt die Kompatibilität zu weiteren Modulen wie Eye-Tracking hervor.

Die beiden Versionen der Artisan sollen sich noch weiter unterscheiden: Eine Variante bietet Nolo VR Tracking mit beiligenden Nolo-VR-Controllern, die auch Kopfhörer am Headstrap bieten wird – die Kopfhörer sollen dabei denen der Pimax 4K ähneln. Die zweite Version wird wohl nur auf den ersten Blick günstiger sein: Sie kommt ohne Nolo-Tracking, Controller und Kopfhörer, benötigt also Lighthouse-Stationen und Vive Wands oder Index Controller (oder irgendwann Sword-Controller von Pimax). Beide Modelle unterstützen Lighthouse, so dass bei Nichtgefallen des Nolo-Trackings umgestiegen werden kann.

Preise werden zur CES bekanntgegeben, sollen aber mit dem Wettbewerb mithalten können. Mit welchen Brillen Pimax hier aber konkurriert ist noch nicht ganz klar – Henderson spricht mehrfach die Vorzüge gegenüber der Valve Index an..

Pimax 8K Plus und 8K X in den Startlöchern

Auch zu den Highend-Modellen der 8K-Serie gibt es Neuigkeiten. Die ersten Brillen sollen noch in diesem Monat in kleiner Stückzahl versandt werden, Ende Februar / Anfang März dann in größeren Stückzahlen. Ebenfalls interessant ist das Lebenszeichen des Standard Modular Audio Straps, der im März 2020 endlich erscheinen soll – Zeit wird es, der Standard-Strap ist grauenvoll und unserer Meinung nach wäre eine Alternative schon vor einigen Monaten sinnvoll gewesen. Nachdem HTC die Produktion des Deluxe Audio Strap für die Vive eingestellt hat, könnte Pimax mit diesem Addon aber unter Umständen eine frisch entstandene Marktlücke bedienen – wir werden schauen, ob die Pimax-Hardware sich auch für Frankenmods von Quest und co eignen werden.

Kritische Fragen im Interview

Youtube-Newskanälen wird oft vorgeworfen, zu sehr mit der Industrie verbandelt zu sein um wirklich kritisch nachzufragen. MRTV zeigt unserer Meinung nach vorbildlich, dass es auch anders geht: Sebastian stellt zahlreiche sehr kritische Fragen und gibt auch bei oberflächlichen Antworten nicht nach. Das sorgt dafür, dass das Interview (wenngleich es nur auf englisch verfügbar ist) extrem sehenswert ist und neben den oben behandelten Hauptthemen zahlreiche weitere Informationen enthält.

So dreht sich das Gespräch auch um den eher zweifelhaften Kundensupport von Pimax. Henderson verrät, dass aus Kostengründen der Support wieder komplett in Asien gehandhabt wird – was zu einer nicht zu unterschätzenden Sprachbarriere und weiteren Verzögerungen führt. Henderson ist sich bewusst, dass der Kundendienst nur dann gut funktionieren kann, wenn die Supporter wenigstens verstehen, was die Kunden von ihnen wollen und wenn auch die Ersatzteile für Reparaturen vor Ort vorhanden sind. Auch über die ausufernde Produktauswahl bei Pimax geht es im Interview – ihr könnt euch auf einige hartnäckige und nicht immer sehr freundliche Fragen und viele durchaus interessante Antworten freuen.

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4 Kommentare

  1. das ausführliche Video mit Kevin Henderson zeigt wieder mal die unorganisierte Firma und schlimmer die Nicht-Vergabe von Kompetenzen – mir hat Henderson richtig leid getan …

    Was er wohl sagen wollte .. Basis-Pimax -dann diverse Module – nicht schlecht, aber ohne klare Übersicht ?

  2. Ich bin Pimax-Baker der ersten Stunde und ich kann wirklich jedem nur davon abraten aktuell auch nur einen Euro in ein Pimax-Produkt zu investieren. Nehmt das Geld und investiert es lieber in eine Index, oder Vive Pro. Das so oft gepriesene FOV, welches fast nur Performance frisst und in den meisten Spielen nur übelste Verzerrungen am Rand darstellt ist einfach zu unausgereift und bietet zu wenig Mehrwert. Insbesondere im Vergleich zu Produkten der grossen Hersteller. Und ehrlich, jeder User betet, dass seine Pimax von Pixelausfällen etc. Verschont bleibt. Der „Support“ ist faktisch nicht vorhanden, wenn man nicht gerade Youtuber ist der entsprechende Reichweite hat oder (Schleich-)werbung positioniert. Die Antwortrate des Supports ist unter jeder Würde

    • Ich gebe dir mit vielem Recht. Aber lass bitte Kommentare wie „Schleichwerbung“. Ich kenne Voodoo und MRTV und weiß, dass sie sagen was sie denken und nicht weil sie dafür bezahlt werden. Solche Anschuldigungen ohne Beweise dulde ich hier nicht.

  3. Ich finde es gut, dass es Pimax gibt. Wenn man sich Stabilität und Distortion Profile vor einem Jahr und heute anschaut, dann hat sich da einiges getan. Läuft noch nicht ganz so rund wie die Vive, ist mittlerweile aber nahe dran. (Ab und zu muss ich den Rechner neu booten, damit das Headset erkannt wird. Wenns dann aber mal läuft dann läufts.)
    Damals hätte ich’s wohl auch nicht weiterempfohlen, heute bieten sie finde ich für Leute, die bereits Valve Basestations und Controller besitzen die mithin interessantesten Upgrade Möglichkeiten am Markt. Kann von mir aus nur für die 5k+ sprechen, speziell die 8k X schaut aber sehr interessant aus, bin gespannt!

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