Nvidia präsentiert die RTX 3000 Ampere-Grafikkarten – alle Infos aus VR-Sicht

Es ist wieder Zeit für neue Grafikkarten, gerade für VR können wir die Leistung brauchen. Vorhang auf für RTX Ampere.

Update:

Nvidia hat nun auch die Europreise der Founders Edition nachgereicht. Erfreulich: Aus Dollar wird Euro. So kostet die RTX 3070 FE 499 Euro, die RTX 3080 FE 699 Euro und die RTX 3090 FE 1.499 Euro.

Ursprüngliche News:

In einem Twitch-Livestream präsentierte Nvidia heute die neuen Ampere-Grafikkarten der RTX-3000-Reihe. Natürlich mit viel Augenmerk auf Raytracing und DLSS. Da es uns hier aber primär um Virtual Reality geht und Raytracing dort bislang (und wohl auch mittelfristig) kein Thema war/ist, konzentriere wir uns auf die reine Shaderleistung und die Tauglichkeit für VR-Gamer.

Die neue Grafikarchitektur trägt den Codenamen Ampere, gefertigt werden die Karten in einem Nvidia Custom-Fertigungsprozess in 8nm bei Samsung. Neben stark verbesserter Raytracing-Leistung und KI-Kantenglättung DLSS in Version 3.0 gibt es natürlich auch mehr Leistung für die bei „normalen“ Bildberechnungen wichtigen Shader. Beachtlich sind zudem die Kühlsysteme der vorgestellten Karten RTX 3070, RTX 3080 und RTX 3090. Eine 3080 Ti gibt es bislang noch nicht, hier springt entweder die 3090 ein oder es wird noch ein weiteres Modell nachgeschoben. Preislich wäre Spielraum zwischen der knapp unter 800 Dollar teuren RTX 3080 und der 1.499 Dollar teuren RTX 3090.

Nvidia bezeichnet die RTX 3080, die am 17. September als Founders Edition auf den Markt kommen soll, als Flaggschiff. Der Preis der Karte liegt bei 699 Euro / Dollar. Im Oktober soll dann die RTX 3070 starten, die preislich bei 499 Dollar angesiedelt ist. Ein interessanter Preis – aber ob die Aussage „schneller als eine RTX 2080 Ti“ auch in Situationen ohne Raytracing und DLSS zu halten ist, müssen Tests zeigen. Bei den Erscheinungsdaten handelt es sich um die von Nvidia selbst produzierte und vertriebene Founders Edition. Wer auf Custom-Modelle von Herstellern wie Asus, Gigabyte, MSI und co sucht, wird noch etwas länger warten müssen und voraussichtlich auch mehr bezahlen.

RTX 3000 Ampere – technische Daten

Nvidia RTX 3070 – 499 Dollar

  • CUDA-Cores: 5.888
  • Raytracing-Cores: Keine Angabe, 2nd Gen.
  • Tensor-Cores: Keine Angabe, 3rd Gen.
  • Speicher: 8 GByte GDDR6 256 Bit
  • Taktrate GPU: bis zu 1,73 GHz
  • TDP: 220 Watt (1x PCIe 8 Pin)
  • Erscheinungsdatum: Oktober 2020 für die FE

Nvidia RTX 3080 – 699 Dollar

  • CUDA-Cores: 8.704
  • Raytracing-Cores: Keine Angabe, 2nd Gen.
  • Tensor-Cores: Keine Angabe, 3rd Gen.
  • Speicher: 10 GByte GDDR6X, 320 Bit
  • Taktrate GPU: bis zu 1,71 GHz
  • TDP: 320 Watt (2x PCIe 8 Pin)
  • Erscheinungsdatum: 17. September für die FE

Nvidia RTX 3090 – 1.499 Dollar

  • CUDA-Cores: 10.496
  • Raytracing-Cores: Keine Angabe, 2nd Gen.
  • Tensor-Cores: Keine Angabe, 3rd Gen.
  • Speicher: 24 GByte GDDR6X, 384 Bit
  • Taktrate GPU: bis zu 1,70 GHz
  • TDP: 350 Watt (2x PCIe 8 Pin)
  • Erscheinungsdatum: 24. September für die FE

Speicher, CUDA und Anschluss

Interessant ist die Speicherbestückung: Nvidia verbaut auf der teuren RTX 3090 gleich 24 Gigabyte des neuen und besonders flotten GDDR6X-Speichers und bindet diesen zudem mit einem schnellen 384 Bit Speicherinterface an. So gelangt Nvidia bereits in Geschwindigkeitsregionen, die zuvor dem teureren HBM-Speicher vorenthalten waren. Dafür gibt es einen deutlichen Sprung nach unten bei der Speichermenge der RTX 3080, hier sind es nur noch 10 Gigabyte GDDR6X, später soll ein Modell mit 20 Gigabyte folgen. Die RTX 3070 wird als recht günstiges Mittelklassemodell mit 8 Gigabyte GDDR6 ausgestattet – eventuell folgt später eine Karte mit 16 Gigabyte, wir würden es uns wünschen.

Erstmals nutzt Nvidia PCIe 4.0 als Anschluss zum PC, allerdings werdet ihr davon keine spürbaren Performancegewinne bekommen. Die meisten Daten bleiben brav innerhalb des (aus eben diesem Grund so großen) Grafikspeichers direkt auf der Karte. Monitore und VR-Brillen können via HDMI 2.1 oder Displayport 1.4 angeschlossen werden – leider noch nicht Displayport 2.0, der für Ende 2020 angekündigt wurde und für noch höher auflösende VR-Brillen mit hohen Refreshrates wichtig wäre.

Die schiere Menge an Shaderkernen, CUDA Cores bei Nvidia, spricht auch für eine bei VR-Games ohne Raytracing sehr hohe Leistung. Wir sind gespannt auf tatsächliche Testergebnisse, erste Vorabinfos werfen aber ein sehr gutes Bild auf die neuen Karten. Wahrscheinlich bekommen wir mehr Leistung als erwartet und zumindest bei der RTX 3070 auch zu einem erstaunlich fairen Preis. Wir schätzen, dass die Leistung durch schnellen Speicher noch besser abgerufen werden kann, weshalb sich Nvidia für GDDR6X bei den beiden größeren Karten entschieden hat. Dieser teurere Speichertyp erreicht sehr hohe Transferraten. Wie sehr die 3070 durch den langsameren Speicher ausgebremst wird, dürfte eine der interessantesten Fragen im Test werden.

Konsolenanleihen sind ebenfalls zu spüren: Nvidia bietet eine Möglichkeit, Daten von einer PCIe-SSD direkt in den Grafikspeicher zu streamen, ohne dabei die CPU belasten zu müssen. Ähnliche Funktionen bieten auch Playstation 5 und Xbox Series X. Ein Grund, selbst SATA-SSDs irgendwann zu den Akten zu legen – ihre 0,5 GByte/s dürften sich da bereits als Bremsklotz erweisen, zumal PCIe 4.0-SSDs bereits über 6 GByte/s übertragen. Die Ampere-GPUs sind zu noch mehr in der Lage und könnten auch bis zu 14 GByte/s verarbeiten.

Ampere kaufen oder nicht? Wir warten auf Tests..

Als noch relativ kleine VR-Seite bekommen wir leider keine Testmuster der neuen Grafikkarten von Nvidia oder Boardpartnern. Da die Performanceaussagen innerhalb einer Präsentation erfahrungsgemäß maximal geschönt und idealisiert sind, warten wir vor dem Kauf auf seriöse Tests der Karten. Die extrem hohen Leistungswerte beziehen sich oft auf Situationen mit viel Raytracing und aktiver DLSS-Kantenglättung – beides ist bei VR-Games bislang kein Thema und dürfte es auch in den nächsten Monaten nicht werden. Was für Virtual Reality zählt ist die reine Shaderleistung und auch die Speichermenge. Letztere überzeugt zumindest bei der RTX 3090, allerdings zu einem fast schon unverschämt hohen Preis. Die 10 Gigabyte der RTX 3080 dürften zwar auch erst einmal reichen, zukunftssicher erscheint es uns aber nicht. Die Menge an CUDA-Cores verspricht aber dennoch eine sehr hohe Leistung, so dass die Vorgängergeneration wohl tatsächlich und auch ohne dedizierte Raytracing-Software geschlagen werden dürfte.

Die neuen RT-Cores sollen Raytracing drastisch beschleunigen und auch die Tensor-Cores für KI-Kantenglättung wurden aufgebohrt.

Mit 1.499 Dollar, wohl eher so um die 1.700 Euro hierzulande, da in den USA ohne Steuern gerechnet wird, ist die RTX 3090 preislich ein neuer Höchstwert. Sicher, die technischen Daten überzeugen und beeindrucken und die Leistung wird sicherlich erfreulich hoch ausfallen. Wir halten von der Preisgestaltung allerdings eher wenig und würden uns wünschen, wenn Unternehmen für derart hohe Preisvorstellungen in Form von Kaufverweigerung bestraft werden würden. Die RTX 3090 soll am 24. September als Founders Edition auf den Markt kommen.

Es ist interessant, wie günstig im Vergleich die RTX 3070 mit unter 500 Dollar angesiedelt ist, während die RTX 3080 gleich auf 750 Dollar ansteigt. Eventuell erwartet Nvidia hier die größte Konkurrenz durch AMDs später im Jahr erwartete RDNA2-Grafikkarten?

Digital Foundry hat bereits ein sehr interessantes Video mit einer RTX 3080 inklusive Spieletests herausgebracht:

 

Quelle: Nvidia (Specs)

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3 Kommentare

  1. laut Nvidia @reddit wird nun DLSS auch in VR usterstützt ! 🙂
    https://www.reddit.com/r/nvidia/comments/ilhao8/nvidia_rtx_30series_you_asked_we_answered/

    „What kind of advancements can we expect from DLSS? Most people were expecting a DLSS 3.0, or, at the very least, something like DLSS 2.1. Are you going to keep improving DLSS and offer support for more games while maintaining the same version?

    DLSS SDK 2.1 is out and it includes three updates:

    – New ultra performance mode for 8K gaming. Delivers 8K gaming on GeForce RTX 3090 with a new 9x scaling option.

    – VR support. DLSS is now supported for VR titles.“

1 Trackback / Pingback

  1. Nvidia bringt DLSS KI-Upscaling in die virtuelle Realität

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