HTC Vive Pro 2 Update zum Test – mit Modding deutlich besser

Die Erlebnisse mit dem Testgerät der HTC Vive Pro 2 waren gemischt – werde ich meine Vorbestellung trotzdem behalten?

Am Ende meines Tests der Vive Pro 2 tendierte ich in Richtung „Vorbestellung stornieren“. Nun ist die vorbestellte VR-Brille eingetroffen (offenbar unstorniert) und ich habe ein wenig damit herumgebastelt. Ob ich sie trotzdem behalten werde?

Im Test bemängelte ich Softwareprobleme, Grafikfehler mit einer AMD RX6700XT-Grafikkarte, den schwachen Sound und ein etwas unscharfes Bild. Ebenfalls eher knifflig war es, den Sweetspot zu finden – mit ein wenig herumruckeln gelang es mir zwar, mein Sohn allerdings klagte durchgehend über ein sweetspot-bedingt unscharfes Bild und fehlenden Komfort. Genug Gründe um bezüglich der Vorbestellung ins Grübeln zu kommen. Kurz vor Ende des (recht knappen) Testzeitraums gab es dann ein Firmwareupdate der Brille und ein Softwareupdate der Vive Console, das mich wieder etwas besser gelaunt stimmte. Dieses Update ließ das eher unklare Bild deutlich besser werden, es war auf einmal fast so gut wie das der HP Reverb G2. Daher blieb es vorerst bei der Vorbestellung.

–> Zu unserem Test der HTC Vive Pro 2 geht es hier

Neue Gesichtspolster für mehr FoV und Sweetspot

Anfang dieser Woche wurde sie geliefert und ich war weiterhin unsicher. Allerdings hatte ich mir ein Set Gesichtspolster des Herstellers Kiwi bestellt um zu schauen, ob sich mit einem dünneren Polster etwas verbessert. Im Set für knapp 25 Euro lagen drei Polster in den Größen 6mm, 10mm und 12mm – das größte entspricht etwa dem von HTC mitgelieferten. Die Polster bestehen aus Kunstleder und saugen so den Schweiß des VR-Nutzers nicht auf, sie lassen sich leicht reinigen. Kein unwichtiger Punkt mit einem nach Beat Saber und Blade&Sorcery verrückten Haushalt. Ebenfalls mit dabei war ein Kunstlederpolster für den Hinterkopf sowie etwas Reinigungswerkzeug inklusive Pinseln und Mikrofasertuch. Der Lieferumfang passte also schon einmal.

Das dicke Polster oben im Bild ist das Original der Vive Pro 2. Die unteren sind von Kiwi in absteigender Größe (6/10/12mm).

Mit dem dünnsten Polster vergrößerte sich das FoV drastisch, primär in der Vertikalen. Also genau dort, wo einer der Kritikpunkte der Vive Pro 2 liegt, Stichwort „Briefschlitz“. Aber auch der Sweetspot wurde weiter und es war auf einmal deutlich leichter möglich, den idealen Blickwinkel zu finden. Leider sorgte das 6mm-Polster aber auch dafür, dass die Brille unangenehm im Gesicht drückt, da zu wenig Polsterung zwischen Gehäuseplastik und Gesicht vorhanden ist (ein Punkt, der sicher von Nutzer zu Nutzer unterschiedlich ist). Also tauschte ich gegen das mittlere Polster mit 10mm Dicke. Und siehe da: Field of View immer noch sehr gut und subjektiv sogar über Index-Niveau. Endlich auch vertikal! Sweetspot ebenfalls deutlich besser als im Ursprungszustand. Und mit dem alternativen Hinterkopfpolster klagt auch mein Sohn nicht mehr über die unbequeme Pro 2.

Deutliche Verbesserungen bei der HTC Vive Pro 2

Tatsächlich hat bereits diese kleine, günstige und in wenigen Sekunden vollzogene (zudem: einmalige) Änderung dafür gesorgt, dass sich die HTC Vive Pro 2 wie eine deutlich weiter überarbeitete Brille anfühlt. Der Bildeindruck ist viel besser, das größere vertikale FoV bringt richtig Spaß – und ich würde mich nur ungerne wieder zurückgewöhnen müssen. Ob euch das Hinterkopfpolster viel bringt außer der besseren Reinungsmöglichkeit ist subjektiv, hier hat es für Komfort gesorgt.

Hallo HTC, genau SO hätte ich mir die Vive Pro 2 von Anfang an gewünscht. Warum legt ihr nicht einmal ein oder zwei alternative Gesichtspolster mit in die Packung, angesichts des Preises der VR-Brille wäre das sicher nicht zuviel verlangt.

Eine weitere Mod hat MRTV vorgestellt: Um den Klang des Mikrofons zu verbessern reicht es bereits, ein wenig Stoff oder einen auseinander geschnittenen Poppschutz eines anderen Mikrofons über den Mikros der VR-Brille zu befestigen. Ganz allgemein ist der Klang gar nicht so schlimm, primär stören die unerwünschten Nebengeräusche bei Plosivlauten. Eben der Grund, weshalb jedes anständige Mikrofon einen solchen Schutz zumindest optional bietet – bei HTC hat die Abwesenheit eines Poppschutzes allerdings bereits traurige Tradition.

In diesem Video seht ihr, wie einfach sich die Störgeräusche des Mikrofons ausschalten lassen.

Die von mir als zu bassarm und höhenlastig kritisierten Kopfhörer sind abnehmbar, via USB lässt sich eine Alternative notfalls direkt am Headset anschließen. Ein solches Modding ist allerdings etwas teurer und bisher sind noch keine über den Ohren schwebenden Nachkauf-Kopfhörer wie von der Valve Index auf dem Markt. Daher bleibt dieser Punkt bei mir zumindest vorerst offen.

Behalte ich die Vive Pro 2?

Nachdem HTC die Vive Console mit Updates versehen hat und es weniger Probleme beim Umstellen der Auflösung gibt – jedenfalls bei mir – hat sich die Pro 2 für mich mit nur wenigen Handgriffen zu einer deutlich (!) besseren VR-Brille entwickelt. Und auch mein Sohn, der sehr kritisch an den Vorzügen der Valve Index festhält, ist inzwischen dafür, diese durch die Vive Pro 2 abzulösen. Daher löse ich die Eingangsfrage hiermit auf: Ja, die HTC Vive Pro 2 darf hier bleiben und wird die Valve Index als Standardheadset für PC-Games bei uns ablösen. Für Zwischendurch bleibt die Quest 2 zwar ungeschlagen, aber das ist ein anderes Thema.

Solltet ihr mit eurer Pro 2 unglücklich sein: Gebt ihr noch eine Chance und probiert euer Glück mit einem dünneren Gesichtspolster. Meine Kaufempfehlung bekommt aus oben genannten Gründen das Set von Kiwi, das es bei Amazon zu einem durchaus fairen Preis gibt. Aber auch die Polster von VR Cover und anderen Herstellern können den gleichen Effekt bewirken. Es passen alle, die auch mit der Vive und der Vive Pro kompatibel sind, da sich an den Maßen nichts großartig geändert hat. Vor allem der deutlich bessere Sweetspot und das vertikal sichtbar erweiterte FoV sind die Investition wert. Tatsächlich hat diese Investition bei mir dafür gesorgt, dass aus einer „ich würde sie ja gerne lieben aber..“-Brille ein deutlich besseres Produkt wurde. Umso unverständlicher, dass HTC nicht selbst bereits auf diese Idee gekommen ist..

–> Ersatz Gesichtspolster für HTC Vive Pro 2 von Kiwi Design bei Amazon

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5 Kommentare

  1. Danke für das Update. Das hört sich ja ganz gut an. Sollte sich am Thema Wireless auch noch was entscheidendes tun, wäre sie bei mir als Uograde von der Vive Pro 1 wieder im Rennen.

    • Da habe ich tatsächlich etwas Sorge. Nachdem sie ja die Wireless-Auflösung schon unter die der Cosmos gedrückt haben – und es bei der Cosmos im Gegensatz zur Pro 1 immer mal wieder zu Artefakten und anderer Bandbreitenüberlastung kam.. Wenn sie es schon seit dem Release der Cosmos nicht geschafft haben, das ernsthaft zu beheben – wie wollen sie dann jetzt auf einmal deutlich mehr bei der Pro 2 leisten? Lasse mich aber gerne von HTC positiv überraschen..

      • So schnell holt einen die Realität ein – gerade gab HTC ein Auflösungsupgrade für die Wireless-Lösung bekannt 😀 .

        • Für bassarm und höhenlastigen Sound bei der HTC Vive Pro 2 :
          Die Pro 2 einschalten.
          In der Sound-Systemsteuerung auf Lautsprecher Vive Pro auf Eigenschaften
          auf Enhancements Bass Boost anhaken, auf Settings und auf 50 Hz 15 dB Sound hört sich jetzt gut an!!!

  2. Danke für das Update. Meine Pro 2 ist inzwischen auch im Einsatz und auch sie wird bleiben und die Index gehen aber die „Fehler“ die HTC mit der Pro 2 gemacht hat ärgern einen schon, denn sie sind wirklich fast ausschließlich vermeidbar gewesen:
    – warum eine eigene miese Zusatzsoftware (die läuft bei mir auch nach dem Update katastrophal)
    – warum keine besseren Gesichtspolster oder noch besser eine kleine Auswahl (an dieser Stelle auch gleich, warum wieder so ein billiges Schaumstoffding und nicht etwas wie von der Index oder der G2)
    – warum wieder so ein mieses Mikrophon
    – warum keine Verbesserung bei den Kopfhörern

    Dann nicht mehr so leicht zu vermeiden:
    – das klobige Gesamtkonstrukt kann ich noch verstehen, denn ein komplett neues Gehäuse zu entwicklen wäre tatsächlich mit mehr Kosten verbunden als ein paar Gesichtspolster, ein besseres Mikro und etwas besserer Kopfhörer
    – der Glare bzw. die Godrays sind schlicht extrem. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass die der Index weniger stark sind. Zum Glück konnte ich sie schon bei der Index hinnehmen aber schade ist das schon.

    Was mir gefällt und der Grund ist, warum sie bis zur Index 2 😉 bleibt:
    – Der FOV gefällt mir. Ja, vertikal scheint es weniger zu sein, ich hatte aber auch gleich ein neues Gesichtspolster genutzt… das VRCover für die Quest 2, aber insgesamt bin ich hier nicht unzufrieden, sondern im Vergleich zur G2 sogar sehr angetan
    – Und dann auch gleich der nächste Vergleich mit der G2, ich bin von der Auflösung sehr angetan (für mich liegt sie mit der G2 etwa gleich auf), doch was viel viel wichtiger ist, trotz der schrecklichen Software, läuft diese offenbar extrem viel besser mit dem DCS bei mir. Ich kann endlich diese hohe Auflösung auch nutzen und genießen, was ich bei der G2 nicht konnte.

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