Oculus Quest Fragen und Antworten – Powerbanks, Crossbuy, Sonnenlicht und Bluetooth

Oculus Quest erscheint am 21. Mai und noch gibt es viele Fragen rund um die VR-Konsole. Wir haben sowohl die Quest als auch Antworten.

Um das Wortspiel endlich zu bringen: Quest akzeptiert! Ihr habt Fragen, wir haben Antworten, natürlich rund um die neue VR-Brille von Oculus. In den letzten Wochen haben wir häufig gestellte Fragen zur Quest gesammelt, so dass wir euch heute, nur noch wenige Tage vor dem Release, die Antworten dazu präsentieren können – und da wir die Oculus Quest seit zwei Wochen täglich nutzen und für alles weitere im engen Kontakt zu Oculus und Quest-Spieleentwicklern stehen, sind die Antworten nicht nur nach Bauchgefühl beantwortet.

Quest mit einer Powerbank nachladen

Frage: Lässt sich die Oculus Quest beim Spielen mit einer Powerbank nachladen oder gibt es dabei Probleme?

Antwort: Nachladen ist auch beim laufenden Betrieb kein Problem. Bei der Oculus Go warnte Oculus davor und tatsächlich könnt die Go unter Umständen zum Überhitzen neigen, auch wenn es üblicherweise funktioniert. Oculus Quest hat einen integrierten Lüfter – beim Spielen und Laden erhitzt sich die Quest zwar stärker aber unseren Beobachtungen nach erreicht sie keine kritische Temperaturen. Bei der Nutzung einer Powerbank mit 5V/2A steigt der Akkustand auch beim Spielen von Beat Saber oder Journey of the Gods langsam wieder, beim Laden mit einer güstigen Powerbank mit nur 1A bleibt der Akkustand beim Spielen aber zumindest stabil.

Kann ich meine für Rift gekauften Spiele kostenlos nutzen?

Frage: Gibt es Crossplay für Rift-Spiele und Quest-Spiele? Genauer: Kann ich Beat Saber jetzt noch günstig für die Rift kaufen und dann kostenlos mit der Quest nutzen?

Antwort: Beat Saber verlässt am 21. Mai den Early Access, der Preis steigt von 19,99€ auf 29,99€ – natürlich kommt da der Wunsch auf, das Spiel günstig zu kaufen oder das bereits erworbene auch mit der Quest zu nutzen. Oculus kündigte bereits an, dass Crossbuy theoretisch unterstützt wird, es den Entwicklern aber freigestellt ist, den Service anzubieten. So werden tatsächlich einige Titel aus eurem Rift-Account auch kostenlos für die Quest freigeschaltet. Schlechte Nachrichten: Beat Saber, Superhot VR und Moss gehören nicht dazu. Bei Beat Saber werdet ihr aber für Rift erworbene DLCs kostenlos mit der Quest spielen können wenn ihr das Hauptspiel erneut erwerbt.

Hier die Spiele, für die Crossbuy bestätigt wurde:

  • Apex Construct
  • Angry Birds Isle Of Pigs
  • Creed Rise To Glory
  • Dance Central
  • Dead And Buried
  • Eleven Table Tennis
  • Face Your Fears
  • I Expect You To Die
  • Journey Of Tne Gods
  • Keep Talking And Nobody Explodes
  • Orbus VR Reborn
  • Racket: NX
  • Robo Recall
  • Shadow Point
  • Space Pirate Trainer
  • Sports Scramble
  • The Climb
  • Ultrawings
  • Tilt Brush

Oculus Quest im Freien benutzen

Frage: Kann ich die Oculus Quest auch im Freien, beispielsweise im Park oder Garten, benutzen?

Antwort: Unter Umständen. Das Tracking verträgt allerdings keine Sonne. Im Selbstversuch war es sogar bei bewölktem Himmel knifflig, ein störungsfreies Tracking zu realisieren. Ohne direkten Schatten schwimmen die Controller ähnlich stark weg wie bei der PSVR wenn eine Katze vor der Kamera herumsteht. Außerdem benötigt das Insideout-Tracking Fixpunkte in der Umgebung, an denen es sich orientieren kann: Bäume, Büsche, Mauern oder andere bewegungslose Gegenstände sollten schon in der Nähe sein. Hohes Gras auf dem Boden ist erfahrungsgemäß auch sehr verwirrend. Und falls es euch dennoch nach Draußen verschlägt: Befolgt die Ratschläge in unserem Outdoor-Artikel.

–> Oculus Quest Outdoor nutzen – Tipps und Tricks

Sonnenlicht macht die Quest kaputt!

Frage: Du benutzt die Quest draußen? Weißt du denn nicht, dass sie davon kaputtgeht???

Antwort: Ja, ich nutze die Quest draußen weil ich weiß wie sie eben nicht kaputtgeht. Oculus warnt zwar explizit vor der Outdoornutzung, bezieht sich dabei aber auf die Linsen und Displays. Fällt direktes Sonnenlicht durch die Linsen auf die Bildschirme der Quest, wirken die Linsen wie ein Brennglas und können Schäden bei den Displays verursachen. Das ist eine durchaus reelle Gefahr, die ihr aber auch in Innenräumen bedenken solltet: Auch durch Fenster kann Sonnenlicht dringen, liegt die Quest ungünstig auf der Fensterbank ist das genauso schädlich.

Ausdrücklich nicht betroffen ist aber die Nutzung selbst: Habt ihr die VR-Brille auf dem Kopf, gelingt üblicherweise keine Sonne mehr an die Linsen und Displays. Einige Paranoiker sehen zwar auch die Kameras fürs Tracking gefährdet (weil Oculus ja auch Kameralinsen gemeint haben könnte..), diese werden von der Sonne aber nicht geschädigt. Ansonsten dürftet ihr auch keine Handykameras mehr benutzen – viel Spaß.

Oculus Quest an den PC anschließen

Frage: Lässt sich die Quest mit dem PC verbinden um SteamVR-Spiele zu spielen?

Antwort: Nicht offiziell. Zwar liegt ein langes USB-Kabel mit USB-C bei, die Quest überträgt über USB aber keinerlei Bildsignale. Und nein, auch ein USB-C Hub mit HDMI-Ausgang funktioniert nicht, wir haben es ausprobiert. Wenn ihr SteamVR-Titel mit der Quest spielen wollt, müsst ihr auf Drittanbieter-Apps wie VRidge hoffen – diese ermöglichen bereits der Oculus Go WLAN-Streaming auch von VR-Titeln – dort dank 3DOF aber nur sehr eingeschränkt. Ein 5-GHz-WLAN mit guter Signalstärke ist aber dringend zu empfehlen, außerdem dürften die Latenzen kräftig steigen, was schnelle Shooter problematisch gestalten könnte.

Entsprechend braucht ihr euch fürs reine Quest-Spielen aber auch nicht fragen, ob eure Grafikkarte noch ausreichend schnell ist..

64 Gigabyte oder 128 Gigabyte?

Frage: Reicht die günstigere Version der Quest mit 64 Gigabyte? Lässt sich der Speicher erweitern?

Antwort: Ja und nein. Bislang haben die Quest-Apps maximale Größen von knapp 2 GByte, aufgrund der niedrig aufgelösten Texturen dürften auch keine Gigabyte-Monster wie für PC oder Konsole erscheinen (dort fressen 4K-Texturen viel Speicher, die mit den nur 4 GB Arbeitsspeicher der Quest aber eh unrealistisch sein dürften). Von den 64 GB bleiben beim ersten Einschalten gut 58 GB zur freien Verfügung (einige Demos und natürlich das Betriebssystem sind vorinstalliert), das reicht für eine nette Spielesammlung.

Wollt ihr aber ein paar Filme mitnehmen, solltet ihr die größere Variante mit 128 GB kaufen. Denn leider bietet die Quest weder einen SD-Slot noch (bislang) die Möglichkeit USB-Sticks zu nutzen. Alternativ ginge natürlich das Streaming von Filmen von einem NAS oder aus dem Internet.

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Kopfhörer für die Oculus Quest

Frage: Ich sehe da keine Kopfhörer, wie ist der Klang? Und kann ich Kopfhörer anschließen?

Antwort: Wie Oculus Go hat die Quest im Kopfband integrierte Lautsprecher, die das Ohr direkt beschallen. Der Klang ist natürlich nicht mit guten Over-Ears vergleichbar, kommt aber trotzdem in einer angemessenen Qualität am Ohr an – und das sogar mit einem verblüffenden Raumklang. Dabei hört eure Umgebung aber natürlich mit, solltet ihr andere nicht stören wollen, sind Kopfhörer Pflicht.

Oculus Quest hat gleich zwei 3,5mm Klinkenstecker, die jeweils ein Stereosignal herausgeben. Oculus selbst wird dafür eigenes Zubehör herausbringen, ihr könnt aber auch beliebige Kopfhörer anschließen – meistens stört aber das eher lange Kabel an der sonst kabellosen Brille. Unser Tipp: Es gibt In-Ears mit besonders kurzem Anschlusskabel. Wir selbst nutzen den Kopfhörer eines alten Samsung-Bluetooth-Headsets, das eine Kabellänge von etwa 50cm hat und perfekt geeignet ist.

VR schottet ab – was, wenn ein Einbrecher kommt

Frage: Mit so einer Brille auf dem Kopf sehe ich ja gar nichts von der Umgebung. Wenn ich in eine Grube falle? Oder ein Einbrecher kommt und mir die Bude leerräumt?

Antwort: Dann hat der Einbrecher wenigstens die Quest nicht stehen können 😛 . Ok, ernsthafte Antwort: Oculus Quest nutzt ein Passthrough-Kamerasystem außerhalb der selbst eingestellten Spielbereiche. Stecke ich den Kopf durch die Guardian-Barriere, sehe ich die echte Welt. Nur in schwarz/weiß aber dennoch mit ausreichend Details um Einbrecher, Gruben oder Wände rechtzeitig zu erkennen. Das funktioniert so gut, dass ich mit der Quest auf dem Kopf sogar mit dem Fahrrad fahren konnte:

 

Bluetooth an der Quest – Gamepads und Lautsprecher

Frage: Lassen sich Bluetooth-Geräte mit der Oculus Quest koppeln?

Antwort: Theoretisch ja. Momentan unterstützt die Quest aber nur Bluetooth-Gamepads und auch da nicht jedes. Am besten funktioniert es mit dem Xbox Wireless Gamepad, zumindest mit der Bluetooth-Variante. Externe BT-Lautsprecher oder Headsets lassen sich aber zumindest momentan (noch) nicht mit der Quest koppeln. Für die Kopplung benötigt ihr zudem ein Smartphone mit installierter Oculus-App.

Brauche ich ein Smartphone für die Quest?

Frage: Siehe oben, brauche ich ein Smartphone?

Antwort: Für die erste Einrichtung der Quest wird ein Smartphone benötigt. Dabei setzt Oculus Android 5 voraus, alternativ könnt ihr iOS nutzen. Nach der Einrichtung wird das Telefon theoretisch gar nicht mehr benötigt, ihr könnt eure Quest also auch von Freunden oder Shopmitarbeitern einrichten lassen. Nur für Screencasting (auf dem Handy oder Tablet wird das VR-Bild angezeigt) oder das Koppeln von weiteren Geräten wird das Handy noch benötigt.

Zuschauer beim Quest-Spielen

Frage: Können andere Leute mitschauen was ich in VR sehe?

Antwort: Ja, das geht sogar recht problemlos. Die Oculus-App erlaubt Screencasting, so dass ihr auf Handy oder Tablet den VR-Inhalt sehen könnt. Aber nur sehen, Ton wird dabei nicht übertragen. Den gibt es wenn ihr die Quest kabellos mit einem Chromecast der dritten Generation oder Nvidias Shield Android TV koppelt. Damit lässt sich der VR-Inhalt auch auf dem Fernseher anzeigen oder via Capture-Card auch aufzeichnen. Alternativ können Spielesessions auch mit der internen Capture-Funktion aufgezeichnet werden, dann aber quadratisch und in vergleichsweise geringer Auflösung.

Aber wie ist denn jetzt die Bildqualität?

Frage: Mobile VR, das klingt nach Gameboy. Wie ist denn die Bildqualität?

Antwort: Da Auflösung und OLED stark an Vive Pro oder Samsung Odyssey erinnern (jeweils OLED mit 2.880×1.600 Pixeln insgesamt), ist auch der Bildeindruck vergleichbar. Die überarbeiteten Linsen sorgen allerdings für ein noch etwas schärferes Bild mit weniger störenden Effekten wie Godrays. Rein vom Bildeindruck ist die Quest damit sowohl der Rift CV1, HTC Vive, Vive Pro, WMR „Standard“ und sogar der Samsung Odyssey überlegen. Natürlich liefert der Snapdragon nicht die Leistung eines PCs, so dass die visuelle Qualität bei Spielen trotz guter Darstellungsqualität eher abfällt. Das stört im Eifer des VR-Gefechtes aber deutlich weniger als man annehmen mag.

Geht es euch darum, Filme zu schauen (egal ob unter oder über 18 freigegeben), ist die Performance des Mobilprozessors aber egal. Zwar reizen 4K-Filme die Displayauflösung nicht aus, flüssig dargestellt werden sie aber. Die Bildqualität erinnert dabei an die der Samsung Odyssey oder HTC Vive Pro: Ein paar Pixelgitter sind zu erkennen, der Bildeindruck ist ansonsten aber hervorragend. Hier zeigen sich auch die Vorzüge von OLED: Eine Leinwand inmitten einer schwarzen Fläche bietet einen besseren Kontrast als eine Leinwand auf dunkelgrauem LCD-Hintergrund.

Meine Oma will auch eine Quest

Frage: Ich habe ältere Verwandte (oder Freunde) – kommen die mit der Quest überhaupt zurecht?

Antwort: Der gesamte Einrichtungsprozess wird mit Videos und Bildern unterlegt, so dass die Einrichtung tatsächlich sehr einfach ist. Vielleicht wäre es trotzdem ratsam, die Ersteinrichtung am Handy zu übernehmen statt die älteren Herrschaften damit herumbasteln zu lassen. Die Nutzung der Quest selbst ist aber ähnlich einfach wie die einer Nintendo Wii, selbst das Einrichten des Roomscale-Bereiches ist kinderleicht.

Weitere Fragen haben wir vor kurzem auch in einem Livestream besprochen:

 

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